Kinderdaten-Skandal, Google

Kinderdaten-Skandal: Google zahlt 8,25 Millionen Euro Vergleich

13.06.2026 - 13:06:45 | boerse-global.de

Google warnt künftig vor veralteten Apps im Play Store. Zudem erschweren neue Regeln sensible Berechtigungen für Entwickler.

Google Play Store: Neue Warnungen vor verwaisten Apps
Kinderdaten-Skandal - A glowing digital shield icon overlaid on a smartphone screen, symbolizing app security and data privacy. Background has network lines. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Künftig sollen Nutzer gewarnt werden, wenn installierte Apps nicht mehr aktualisiert werden oder sogar komplett aus dem Store entfernt wurden.

Sicherheitslücken durch verwaiste Apps

Code-Analysen der Play-Store-Version 51.4.19 zeigen: Google arbeitet an einem Warnsystem für sogenannte „verwaiste" Anwendungen. Diese Apps erhalten keine Updates mehr, wodurch bekannte Sicherheitslücken ungepatcht bleiben. Bislang erkennt Google Play Protect zwar Schadsoftware, weist aber nicht spezifisch auf ungepflegte Apps hin.

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Das ist besonders relevant, weil Angreifer gezielt nach solchen Lücken suchen. Ein aktueller Fall zeigt die Gefahr: Die Polizei im indischen Bundesstaat Kerala warnte am 11. Juni vor betrügerischen OTT-Apps, die angeblich kostenlosen Zugang zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 versprachen. Diese Schadsoftware fordert kritische Berechtigungen wie Bedienungshilfen und Bildschirm-Overlays, um an Banking-Zugangsdaten zu gelangen.

Konflikte um sensible Berechtigungen

Die wachsende Sensibilität für App-Berechtigungen sorgt für Spannungen zwischen Sicherheitsprotokollen und Nutzerfreundlichkeit. Nutzer der App Wispr Flow auf Android 13 oder höher berichten von wiederholten Google-Play-Benachrichtigungen bezüglich der Zugänglichkeitsberechtigungen. Das System stuft diese als sensibel ein – bei Updates oder Neustarts deaktiviert Android den Dienst, sodass Nutzer die Berechtigung manuell wieder aktivieren müssen.

Noch härter trifft es Entwickler: Google hat seit dem 12. Juni App-Einreichungen abgelehnt, die Medienberechtigungen wie READ_MEDIA_IMAGES und READ_MEDIA_VIDEO nutzen. Die Plattform drängt auf restriktivere Modelle wie Scoped Storage. Das betrifft auch neue Hardware: Der E-Reader Onyx BOOX Go 6 (Gen II), der ab dem 16. Juni ausgeliefert wird, läuft auf Android 11 (API 30) – Entwickler müssen hier die Scoped-Storage- und Package-Visibility-Regeln einhalten.

Einen ungewöhnlichen Weg geht Hersteller Honor mit seiner „Virtual Permissions"-Funktion. Das Tool, zunächst nur in China verfügbar, übergibt Apps leere Datensätze statt echter Kontaktlisten oder Anrufprotokolle. Ob die Funktion weltweit kommt, ist unklar – sie könnte mit Android-Kompatibilitätsstandards kollidieren.

Hintergrundberechtigungen unter Beschuss

Die Risiken von Hintergrundberechtigungen haben Nutzer verunsichert. Nach einer Überprüfung des App-Verhaltens Anfang Juni entfernten oder deaktivierten viele Anwender bekannte Anwendungen wie WhatsApp, Google Fotos und Link to Windows. Der Grund: Diese Apps greifen im Hintergrund weiterhin auf Kontakte, SMS und Standortdaten zu.

Millionen-Streit um Kinderdaten beigelegt

Google und seine Werbeplattform AdMob haben einen Rechtsstreit beigelegt. In den USA einigten sie sich auf einen Vergleich in Höhe von 8,25 Millionen Euro (umgerechnet rund 7,6 Millionen Euro). Der Vorwurf: Über Play-Store-Apps wurden Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne elterliche Zustimmung gesammelt. Der Zeitraum reicht von 2015 bis heute, betroffen sind schätzungsweise 3,8 bis 10 Millionen Menschen in den USA. Berechtigte können mit Zahlungen zwischen 40 und 200 Euro rechnen, Antragsschluss ist der 14. September 2026.

Samsung startet One UI 9 Beta

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Am 12. Juni startete Samsung die Beta-Phase von One UI 9, basierend auf Android 17, für die Galaxy-S26-Serie. Die neue Oberfläche bringt unter anderem einen nativen Internet-Geschwindigkeitsmesser, verbesserte Bedienungshilfen wie „Text Spotlight" und erweiterte Sicherheitsfunktionen zur Erkennung riskanter Apps. Die stabile Version wird für später in diesem Jahr erwartet.

Pixel-Watch-Probleme teilweise behoben

Google hat am 11. Juni bestätigt, dass ein Play-Store-Absturzproblem bei den Pixel-Watch-Modellen 2, 3 und 4 behoben wurde. Nutzer der Galaxy Watch 4, 7 und 8 Classic berichten von ähnlichen Stabilitätsproblemen, doch weder Google noch Samsung haben offiziell eine Lösung für diese Geräte bestätigt. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Software-Problemen bei der Pixel Watch ein, darunter zeitweise Ausfälle der EKG- und „Mein Gerät finden"-Funktionen.

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