Kinderpsyche, Gefühle

Kinderpsyche: Über 50% sprechen mit KI über Gefühle

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frankreich verbietet Social-Media-Konten für unter 15-Jährige ohne Eltern. Wissenschaftler fordern härtere Regeln, während Deutschland über Altersgrenzen debattiert.

Frankreichs Social-Media-Gesetz: Strengste EU-Regeln für Minderjährige ab September 2026
Ein Smartphone mit einem digitalen Sicherheitssymbol in einer modernen Büroumgebung als Symbol für Jugendschutz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Frankreich macht ernst: Ab September 2026 dürfen Kinder unter 15 Jahren ohne elterliche Zustimmung keine neuen Konten auf Instagram, TikTok, Facebook oder X mehr anlegen. Das Gesetz ist das strengste seiner Art in der EU.

Für bestehende Accounts gilt eine Übergangsfrist bis Januar 2027. Dann müssen sie gelöscht werden. Die Altersverifikation läuft über staatliche Dienste wie France Identité – KI-Schätzverfahren sind nicht vorgesehen.

YouTube bleibt für die Altersgruppe erlaubt, aber die Kommentarfunktion wird gesperrt. Bei WhatsApp bleibt das Chatten möglich, das Teilen von Inhalten jedoch nicht.

Wissenschaftler fordern härtere Regeln

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) legte am 21. Juli einen Policy Brief vor. Die Forscher fordern eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für algorithmusbasierte soziale Medien. Ihre Begründung: Studien belegen einen Zusammenhang zwischen intensiver Nutzung und psychischen Belastungen wie Depressionen, Angstzuständen sowie Schlaf- und Essstörungen.

Ein Problem bleibt oft unsichtbar: Das eigene Nutzungsverhalten der Eltern. Unveröffentlichte DZPG-Daten deuten darauf hin, dass ein problematischer Umgang der Erziehungsberechtigten mit digitalen Medien die Schutzmaßnahmen für Kinder untergräbt.

Kinder vertrauen KI mehr als Erwachsenen

Eine aktuelle Studie der GoStudent Online Tutoring GmbH wirft ein Schlaglicht auf eine neue Entwicklung. Im Juni 2026 befragte das Unternehmen 500 Eltern und Kinder in Deutschland. Ergebnis: Über die Hälfte der Kinder sprach mit Künstlicher Intelligenz über Gefühle.

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Ein Viertel der Minderjährigen gab an, KI zu nutzen, um Urteile oder Sorgen von Eltern und Lehrkräften zu vermeiden. Viele Kinder, die Rat bei einer KI suchten, verzichteten danach auf ein Gespräch mit Erwachsenen. Die meisten Eltern wussten nichts davon.

Deutschland ringt um die richtige Linie

In der Bundespolitik gibt es keine einheitliche Position. Familienministerin Karin Prien will eine Altersgrenze von 13 Jahren für TikTok, Instagram und Snapchat. Idealerweise auf EU-Ebene, notfalls auch national. Sie stützt sich auf Experten, die auf Suchtgefahren bei rund 300.000 Jugendlichen hinweisen.

Justizministerin Stefanie Hubig geht noch weiter: Sie strebt ein Verbot für unter 14-Jährige an. Hendrik Wüst unterstützt strengere Regeln. Markus Söder lehnt pauschale Verbote ab und setzt auf Prävention. Auch das Kinderhilfswerk, die AWO und der Ethikrat warnen vor Verboten und fordern mehr Medienkompetenz.

EU sucht Balance zwischen Schutz und Freiheit

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Ein Viertel der Kinder nutzt KI, um Ärger oder Sorgen bei Eltern zu vermeiden – und spricht danach nicht mehr mit Erwachsenen. Frankreich reagiert mit einem Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige. Doch was tun Sie zu Hause? Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die digitale Beziehung zu Ihrem Kind aktiv zu gestalten. Medienkompetenz-Ratgeber jetzt sichern

Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich auf eine befristete Ausnahme von Datenschutzregeln bis April 2028. Messenger-Dienste dürfen dann unverschlüsselte Nachrichten auf Hinweise zu Kindesmissbrauch scannen. Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen bleiben geschützt.

Die EU-Kommission sieht die nationalen Alleingänge kritisch. Sie warnt vor einer Zersplitterung des digitalen Binnenmarkts. Dennoch erwägen Spanien, Griechenland und Österreich ähnliche Gesetze wie Frankreich.

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