Klimatherapie, Totes

Klimatherapie: Totes Meer erreicht 96-Prozent-Reduktion bei Psoriasis

06.07.2026 - 01:30:50 | boerse-global.de

Studie belegt hohe Wirksamkeit der Klimatherapie am Toten Meer bei Psoriasis. Neue Vergütungsstrukturen und Trends in Deutschland.

Klimatherapie am Toten Meer: 96% Reduktion bei Psoriasis
Klimatherapie - Eine Hand berührt den mineralreichen schwarzen Schlamm des Toten Meeres, mit dem Wasser und den Bergen im Hintergrund. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders die Region am Toten Meer gilt als Hotspot – mit beeindruckenden klinischen Erfolgen.

Warum das Tote Meer so wirksam ist

Das Tote Meer liegt 430 Meter unter dem Meeresspiegel. Diese einzigartige Lage bietet eine Kombination aus gefiltertem UV-Licht, mineralreichem Salzwasser und Schwarzschlamm. Hinzu kommt die ozon- und sauerstoffreiche Luft mit hohem Jodgehalt.

Prof. Juri Bulatow betont: Diese Faktoren können das Immunsystem und das Nervensystem stärken. Die Wirkung ist wissenschaftlich belegt.

Klinische Erfolge: 96 Prozent Reduktion

Eine Studie aus dem Jahr 2016 mit 790 Patienten zeigt deutliche Ergebnisse. Nach einem vierwöchigen Aufenthalt erreichten 91 Prozent der Probanden eine Verbesserung des Psoriasis-Schweregrads um mindestens 75 Prozent.

Der PASI-Mittelwert sank von 19,9 auf 0,8 – das entspricht einer Reduktion von 96 Prozent. Die Besserung hielt im Durchschnitt sechs Monate an.

Wer zahlt? Neue Vergütungsstrukturen

Eine Klimatherapie dauert drei bis vier Wochen unter ärztlicher Begleitung. Gesetzliche Krankenkassen können die Kosten im Einzelfall übernehmen.

Parallel steigen die Honorare für kurärztliche Leistungen in Deutschland. Rückwirkend zum 1. Januar 2026 erhöhten sie sich um 6,65 Prozent. Die Pauschale für Erwachsene stieg von 56,45 auf 60,26 Euro, für Kinder von 39,71 auf 42,39 Euro.

Ab 2027 soll ein neues Formular für geteilte Kompaktkuren die administrativen Abläufe modernisieren.

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Deutsche Kurorte kämpfen mit Hürden

Während das Tote Meer etablierte Strukturen bietet, haben nationale Kurorte oft Probleme. Das Thalasso-Meeres-Spa in Horumersiel scheitert an der Krankenkassenzulassung – es fehlen medizinische Bademeister und Physiotherapeuten.

Betroffene Regionen setzen nun auf Kooperationen und hotelnahe medizinische Angebote. Ein Interessenbekundungsverfahren für Hotelneubauten soll im August Klarheit über potenzielle Investoren bringen.

Kuren im Wandel: Wellness statt klassischer Behandlung

Der Markt für medizinische Kuraufenthalte verändert sich. Traditionelle Kurorte wie Bad Füssing wandeln ihr Profil in Richtung Wellness und Prävention – um jüngere Zielgruppen anzusprechen.

Eine McKinsey-Umfrage vom Juni 2025 bestätigt den Trend: 20 Prozent der Deutschen wollen künftig mehr für Wellness-Dienstleistungen ausgeben.

Wald statt Meer: Neue Ansätze in Deutschland

Ergänzend zur Klimatherapie am Meer gewinnen andere naturbasierte Verfahren an Bedeutung. Anfang Juli 2026 veröffentlichte Baden-Württemberg ein neues Handbuch für Kur- und Heilwälder. Es legt Kriterien für die therapeutische Nutzung von Waldflächen fest.

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Heilbäder in Thüringen verzeichneten 2025 rund 2,7 Millionen Übernachtungen. Solebecken und Gradierwerke werden dort zunehmend als Hitzeschutz und zur Gesundheitsförderung genutzt.

Trotz neuer Medikamente wie Remibrutinib gegen chronische Nesselsucht bleibt die Klimatherapie ein wesentlicher Bestandteil der Langzeitbehandlung schwerer Haut- und Atemwegserkrankungen. Die nachgewiesenen Remissionsraten sprechen für sich.

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