Klinikum, Lüneburg

Klinikum Lüneburg: Digitaler Medikationskreislauf auf zwei Stationen im Test

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Scans und automatische Prüfungen sollen im Pilotprojekt des Klinikums Lüneburg Medikationsfehler im Stationsalltag verringern.
Ein heller, moderner Krankenhausflur mit natürlichem Lichteinfall und klinischer Atmosphäre ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Das Klinikum Lüneburg erprobt auf zwei Stationen einen geschlossenen Medikationskreislauf, um die Patientensicherheit bei der Arzneimittelvergabe zu erhöhen. Bei diesem sogenannten Closed-Loop-Prozess werden die Behandelten und die jeweiligen Präparate über digitale Scans miteinander abgeglichen. Zudem prüft das System automatisch die hinterlegten Medikationsangaben vor der eigentlichen Verabreichung.

Automatisierter Ablauf von der Apotheke bis zum Krankenbett

Der Prozess beginnt bereits vor der Verteilung auf den Stationen. Orale Medikamente werden im Vorfeld in der hauseigenen Apotheke über einen Verblisterungs-Automaten patientenindividuell vorbereitet und verpackt.

Auf den Pilotstationen erfolgt die Kontrolle unmittelbar vor der Einnahme. Wie Pflegefachkraft Daniela Buck erläutert, öffnet das Scannen des Patientenarmbands direkt die digitale Patientenakte. Im selben Schritt gleicht das System ab, ob die bereitgestellte Medikamententüte exakt der betreffenden Person zugeordnet ist.

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Neben der Identitätsprüfung überwacht die Software auch aktuelle Änderungen im Behandlungsplan. Pflegedirektor Patrick Evel weist darauf hin, dass das System entsprechende Hinweise einblendet, sobald Verordnungen angepasst wurden – beispielsweise wenn ein bestimmtes Medikament kurzfristig abgesetzt werden soll und nicht mehr verabreicht werden darf. Fehlgriffe oder veraltete Dosierungen lassen sich dadurch unmittelbar im Arbeitsablauf erkennen.

Vorreiterrolle im deutschen Krankenhaussektor

Während derartige geschlossene Kreisläufe in Ländern wie den Niederlanden, England und in Skandinavien bereits etabliert und bewährt sind, befindet sich der Ansatz hierzulande noch in einer frühen Phase.

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Nach eigener Einschätzung zählt das Klinikum Lüneburg mit dem aktuellen Pilotprojekt zu den frühen Anwendern dieses Verfahrens in Deutschland. Durch den Verzicht auf manuelle Zwischenschritte und die durchgehende digitale Kontrolle soll das Risiko von Medikationsfehlern im stationären Alltag nachhaltig minimiert werden.

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