Kloster, Gabriel

Kloster St. Gabriel: Zwei Pflege-WGs mit 24 Plätzen für München geplant

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kloster-WGs, Technikschulungen und Schulprojekte fördern Selbstständigkeit sowie digitale und soziale Teilhabe älterer Menschen.

Ältere Menschen: Neue Wohnformen und digitale Lernangebote entstehen
Ein sonniger, begrünter Innenhof in einem historischen Kloster mit Sitzgelegenheiten und Gartenanlagen. Illustration mit AI erstellt.

In ganz Deutschland verändern sich die Rahmenbedingungen für das Altern. Initiativen zur Förderung von Lebensqualität und Selbstständigkeit setzen zunehmend darauf, Barrieren abzubauen.

Das Spektrum reicht dabei von innovativen Wohnkonzepten, bei denen klösterliche Gemeinschaften ihre Türen für externe Pflegebedürftige öffnen, bis hin zu praxisnahen Schulungen, die älteren Bürgern den sicheren Umgang mit Informationstechnik und Künstlicher Intelligenz vermitteln.

Neue Wohnformen: Gemeinschaftliches Leben im Kloster St. Gabriel

Ein Beispiel für den Wandel in der stationären und ambulanten Versorgung bietet das Kloster St. Gabriel in München. Dort ist für das Jahr 2028 die Fertigstellung von zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften mit insgesamt 24 Plätzen geplant.

Die Einheiten umfassen jeweils zwölf Einzelwohnbereiche mit Größen zwischen 24 und 33 Quadratmetern. In diesen Räumlichkeiten sollen künftig die 17 Schwestern vom Guten Hirten gemeinsam mit pflegebedürftigen Menschen aus der Nachbarschaft zusammenleben.

Das Vorhaben knüpft an eine Tagespflege an, die bereits vor vier Jahren im Kloster eingerichtet wurde. Der aktuelle Umbau erfordert Investitionen von rund 4,6 Millionen Euro, wovon der Freistaat Bayern 1,44 Millionen Euro im Rahmen einer Förderung übernimmt.

Konzeptionell richtet sich das Wohnangebot gezielt an Personen mit Demenz sowie Hör- und Sehbeeinträchtigungen. Vorgesehen sind unter anderem ein geschützter Demenzgarten, Entspannungsräume und gemeinsame Begegnungsflächen.

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Digitale Bildung und Vermittlung von KI-Kompetenzen

Neben dem Wohnumfeld gewinnt die Befähigung zur Mediennutzung an Bedeutung. Bei Ullas Akademie für Ältere in Leimen verdeutlichte Gerontologe Michael Doh zum Auftakt einer Veranstaltungsreihe am 6. Oktober 2026 die aktuelle Entwicklung: Zwischen 2021 und 2024 verzeichneten Personen ab 80 Jahren die stärksten Zuwachsraten bei Geräten wie Smartphones, Computern und Tablets.

Während das Interesse an Online-Informationen zu Gesundheit und Alltag bei Menschen über 60 Jahren kontinuierlich wächst, schätzen viele Betroffene ihre eigenen digitalen Kenntnisse jedoch nur als mittelmäßig ein. Die Reihe im baden-württembergischen Landesprogramm wird am 3. November 2026 fortgesetzt.

Um diesen Kompetenzbedarf zu decken, starten bundesweit Qualifizierungsformate. Das Seniorenbüro Schwerin beginnt am 6. November 2026 eine fünftägige Weiterbildung für sogenannte Senioren-Technik-Botschafter.

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Christine Dechau, Geschäftsführerin der Einrichtung, betonte in diesem Zusammenhang, dass digitale Teilhabe heute gleichbedeutend mit sozialer Teilhabe sei. Die Schulungsinhalte umfassen Betriebssysteme, Datenschutz, Kommunikation und Projektmanagement.

Zunehmend rücken auch fortgeschrittene Technologien in den Fokus. Wie ein Bericht vom 8. Oktober 2026 zeigt, organisierte der Digitale Lotsendienst Recklinghausen gemeinsam mit der örtlichen Kirche und der Arbeiterwohlfahrt einen geförderten Praxisworkshop zu Künstlicher Intelligenz.

Rund 15 Engagierte befassten sich unter fachlicher Anleitung mit Instrumenten wie ChatGPT sowie den Risiken von Falschmeldungen. Ergänzend dazu bietet die KoKIA-Herbstakademie vom 13. bis zum 15. Oktober 2026 kostenfreie Online-Seminare an, in denen unter anderem KI-basierte Gesundheitsanwendungen thematisiert werden.

Generationsübergreifender Wissenstransfer an Schulen

Parallel dazu etablieren sich Kooperationen im Bildungssektor. Am Hannah-Arendt-Gymnasium in Barsinghausen startet in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Freiwilligenzentrum am 12. November 2026 ein weiteres Projekt, das an drei Donnerstagnachmittagen bis zum 26. November fortgeführt wird. Jugendliche vermitteln älteren Bürgern dort grundlegendes technisches Anwenderwissen.

Dass dieser Wissenstransfer in beide Richtungen funktioniert, belegt die Gesamtschule Rösrath. Während Schüler dort bereits seit längerer Zeit eine Digital-Sprechstunde für Ältere betreiben, startete mit dem Projekt einer wöchentlichen Lernhilfe ein ergänzendes Angebot: Seniorinnen und Senioren unterstützen die Jugendlichen montags unentgeltlich beim Schulstoff und stärken so das nachbarschaftliche Miteinander.

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