Kniearthrose: 20 Gramm Inulin tÀglich senken Schmerzen in sechswöchiger Studie
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 04:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deKniearthrose gehört weltweit zu den hĂ€ufigsten Ursachen fĂŒr chronische Gelenkbeschwerden und BewegungseinschrĂ€nkungen. Eine in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlichte Untersuchung der University of Nottingham zeigt nun, dass die gezielte Zufuhr des pflanzlichen Ballaststoffs Inulin Knieschmerzen bei Betroffenen messbar reduzieren kann.
Wissenschaftler untersuchten darin den Einfluss einer sechswöchigen Intervention auf Schmerzempfinden, körperliche Funktion und Stoffwechselparameter.
Signifikante Schmerzlinderung im klinischen Vergleich
Im Rahmen der sechswöchigen Studie der University of Nottingham wurden 177 Erwachsene mit Knie-Arthrose in vier Gruppen eingeteilt. Bei der detaillierten Betrachtung einer Kohorte von 136 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren, bei denen es sich mehrheitlich um Frauen handelte, schlossen 117 Teilnehmende die Untersuchung ab.
Die Zuteilung erfolgte in vier Gruppen: die tĂ€gliche Einnahme von 20 g Inulin, ein strukturiertes Programm mit Physiotherapie-Ăbungen, eine Kombination aus beiden MaĂnahmen sowie eine Placebogruppe, die tĂ€glich 10 g Maltodextrin erhielt.
Die Ergebnisse belegen eine spĂŒrbare Schmerzreduktion. Inulin senkte den Knieschmerz um 1,1 Punkte auf einer zehnteiligen Skala, wĂ€hrend im Vergleich zur Placebogruppe eine Reduktion von 1,11 Punkten ermittelt wurde. Die Physiotherapie erzielte ein Minus von 1,55 bis 1,6 Punkten. Die Kombination aus Inulin und physiotherapeutischen Ăbungen fĂŒhrte zu einer Verringerung um 1,7 Punkte.
Studienleiterin Afroditi Kouraki hob hervor, dass beide EinzelmaĂnahmen statistisch signifikant seien und die Schwelle von einem Punkt fĂŒr klinische Relevanz ĂŒberschritten. Zudem lag die Abbruchrate in der Inulin-Gruppe bei 3,6 Prozent, verglichen mit 21 Prozent in der reinen Physiotherapie-Gruppe.
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Stoffwechselreaktionen und funktionelle Effekte
Neben der Schmerzreduktion fĂŒhrte die Zufuhr von Inulin zu einer verbesserten Griffkraft und einer verringerten Schmerzempfindlichkeit. Die physiotherapeutischen Ăbungen verbesserten vor allem das Gehen und das Aufstehen.
Auf biochemischer Ebene fördert Inulin als PrĂ€biotikum die Bildung von Butyrat sowie die AusschĂŒttung von körpereigenem GLP-1. Höhere GLP-1-Spiegel waren im Rahmen der Studie mit einer stĂ€rkeren Griffkraft assoziiert, wobei hierfĂŒr kein kausaler Nachweis vorliegt. Ein direkter Zusammenhang zwischen kurzkettigen FettsĂ€uren und dem Schmerzgeschehen lieĂ sich nicht feststellen.
Afroditi Kouraki bezeichnete Inulin als sicher, gut vertrÀglich und effektiv. Die Ergebnisse zeigen jedoch nicht, dass der Ballaststoff Knorpel regeneriert.
Forscher der University of Nottingham weisen zudem darauf hin, dass Inulin etablierte therapeutische SĂ€ulen wie regelmĂ€Ăige Bewegung, Gewichtsmanagement und Physiotherapie lediglich ergĂ€nzen, keinesfalls aber ersetzen sollte. FĂŒr abschlieĂende Bewertungen seien gröĂere Langzeitstudien notwendig.
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Vorkommen und VertrÀglichkeit im Alltag
Inulin ist von Natur aus in verschiedenen GemĂŒsesorten enthalten, darunter Zichorienwurzel, Zwiebeln und Topinambur. Das International Journal of Biological Macromolecules weist fĂŒr verschiedene Rohwaren spezifische Gehalte pro 100 g aus: Topinambur enthĂ€lt 14â19 g, Knoblauch 9â16 g, Zwiebeln 2â6 g und Schwarzwurzel beziehungsweise Klettenwurzel 3,5â4 g.
Eine zu rasche und hohe Zufuhr kann Beschwerden wie BlĂ€hungen hervorrufen. Bei Personen mit Reizdarmsyndrom gilt Inulin als nicht geeignet. Weltweit sind rund 242 Millionen Menschen von Knie- oder HĂŒft-Arthrose betroffen, wĂ€hrend rund 25 Prozent der US-Bevölkerung an chronischen Knieschmerzen leiden.
Bei schwerer Arthrose besteht zudem ein um 55 Prozent höheres Risiko fĂŒr einen vorzeitigen Tod. Vor diesem Hintergrund bieten ernĂ€hrungsbasierte AnsĂ€tze einen leicht zugĂ€nglichen Ansatzpunkt fĂŒr die Begleittherapie.
