Kniearthrose: Drei Trainingseinheiten pro Woche stärken die Gelenkfunktion
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der Behandlung von Gelenkarthrose rücken konservative Ansätze verstärkt in den Mittelpunkt. Aktuelle medizinische Ratgeber und Fachberichte betonen dabei vor allem physikalische Therapiemaßnahmen wie Wärme- und Wasseranwendungen sowie eine schrittweise Belastungssteigerung.
Entgegen der verbreiteten Annahme, schmerzende Gelenke müssten strikt geschont werden, gilt eine dosierte Bewegung als zentraler Baustein, um die Gelenkfunktion langfristig zu erhalten und operative Eingriffe hinauszuzögern.
Physikalische Verfahren zur Schmerzlinderung
Physikalische Maßnahmen zielen primär darauf ab, die lokale Durchblutung zu fördern und akute Beschwerden zu dämpfen. Nach Angaben medizinischer Ratgeber kommen hierfür unter anderem Wärme-, Wasser- und Infrarottherapien, Ultraschall sowie Verfahren der Elektrostimulation zum Einsatz.
Bei der Kniearthrose, an der Schätzungen zufolge etwa 5 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden, umfasst das Spektrum der Physiotherapie zudem Techniken der manuellen Therapie, Laserbehandlungen und gezielte Dehnübungen.
Ergänzend zu diesen passiven Anwendungen wird auf das Prinzip des Gelenkschutzes verwiesen. Hilfsmittel wie ein Handstock können mechanische Belastungen abfedern. Auch eine Reduktion von Übergewicht gilt als wesentlicher Hebel, da Übergewicht neben Fehlbelastungen, Verletzungen und Achsfehlstellungen wie X- oder O-Beinen zu den Hauptursachen für den Knorpelverschleiß zählt.
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Bewegung und Knorpelversorgung
Die Knorpelschicht in den Gelenken verfügt über keine eigene Durchblutung. Sie ist auf eine rhythmische Kompression und Entlastung angewiesen, um über die Synovialflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt zu werden. Eine gut trainierte Muskulatur entlastet zudem Sehnen und Gelenkstrukturen.
Fachberichten zufolge gilt eine Schwäche des Quadrizeps-Muskels als wesentlicher Faktor für Einschränkungen bei Kniearthrose, wobei Phänomene wie die arthrogene Muskelinhibition die neuronale Ansteuerung des Muskels beeinträchtigen können.
Für den Aufbau von Stabilität werden gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen – insbesondere mit Kraulbeinschlag –, Aquajogging, Radfahren, Spazierengehen, Nordic Walking oder Tai Chi empfohlen.
Konkrete Übungsprogramme für das Knie umfassen beispielsweise das Beinstrecken im Sitzen mit drei Durchgängen zu je 15 Wiederholungen pro Seite oder Kniependelübungen mit drei Durchgängen zu je zehn Wiederholungen. Ruckartige Richtungswechsel, Stoßbelastungen und Sportarten wie Handball, Fußball, Squash oder Joggen auf harten Untergründen sollten Betroffene hingegen meiden.
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Als Richtwert für den Trainingsbeginn gelten drei Einheiten pro Woche von jeweils 30 Minuten, die schrittweise auf mindestens fünf wöchentliche Einheiten gesteigert werden können, ergänzt durch kurze tägliche physiotherapeutische Übungen. Belastungen sollten dabei stets nur bis zur Schmerzgrenze erfolgen.
Medikamentöse und ergänzende Optionen
Reichen physikalische und bewegungstherapeutische Maßnahmen allein nicht aus, kommen medikamentöse Therapien flankierend zum Einsatz. Paracetamol besitzt dabei eine schwache entzündungshemmende Wirkung, während nichtsteroidale Antirheumatika Schmerzen und Entzündungen dämpfen.
Glukokortikoide sollten Ratgebern zufolge ausschließlich lokal bei akuten Gelenk- oder Schleimhautentzündungen angewendet werden, nicht systemisch und mit einem Mindestabstand von drei Monaten an derselben Stelle.
Im Bereich pflanzlicher Präparate senken Substanzen wie Hagebuttenextrakt, Kurkuma oder Weidenrinde die Schmerzintensität nach Expertenangaben nur moderat um etwa zwei bis drei Punkte auf einer Zehnerskala.
Bei Kurkuma-Präparaten wird zudem eine Kontrolle der Leberwerte nach drei Monaten angeraten; Beinwell sollte wegen leberschädigender Pyrrolizidinalkaloide nur kurzzeitig und rein äußerlich aufgetragen werden. Begleitend zu physiotherapeutischen Programmen deuten Studien zudem auf mögliche Vorteile einer Einnahme von Kollagen oder Glucosamin hin.
