Kniearthrose: Embolisation senkt Schmerzen von 7 auf 3 Punkte
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 16:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Innovative minimalinvasive Eingriffe, spezifische Ernährungsansätze und digital unterstützte Versorgungskonzepte erweitern das Spektrum jenseits der klassischen Schmerzmedikation.
Bewegung als Schlüsseltherapie
Die Wirksamkeit von Sport bei Kniearthrose ist wissenschaftlich gut belegt. Eine Übersichtsarbeit im BMJ aus dem Jahr 2025 zeigte: Gezieltes Training lindert Schmerzen, verbessert die Gelenkfunktion und steigert die Lebensqualität. Besonders aerobes Training erwies sich als effektiv.
Das American College of Sports Medicine räumte im April 2026 mit einem Mythos auf: Auch leichte Gewichte führen bei entsprechender Intensität zu vergleichbarem Muskelaufbau wie schweres Krafttraining. Für Patienten mit Gelenkproblemen ist das eine wichtige Erkenntnis.
Bei der Gerätewahl gelten Liegeergometer als besonders knieschonend. Laufbänder mit Körpergewichtsentlastung unterstützen die Gangmechanik. Zur Sturzprävention hat sich Tai Chi Walking bewährt – es senkt das Sturzrisiko signifikant.
Curcumin und Melatonin gegen Schmerzen
Natürliche Wirkstoffe rücken in den Fokus der Forschung. Ein Review von zehn randomisierten Studien aus dem Jahr 2021 zeigte: Curcumin aus Kurkuma lindert Schmerzen bei Gonarthrose ähnlich effektiv wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Die Bioverfügbarkeit ist allerdings gering – die Kombination mit Pfeffer verbessert die Aufnahme.
Eine Metaanalyse der Universität Sydney im Fachjournal PAIN untersuchte Melatonin bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen. Dosierungen zwischen 3 und 10 mg pro Tag reduzieren Schmerzen in einem Maße, das mit herkömmlichen Analgetika vergleichbar ist. Zudem verbesserte sich die Schlafqualität. Die Anwendung über bis zu drei Monate gilt als sicher.
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Embolisation als minimalinvasive Option
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kommen neue Verfahren zum Einsatz. An der Charité Berlin läuft eine Studie zur Embolisation von Kniearterien mit Gelatinepartikeln. Bei 194 Patienten sank das Schmerzlevel nach zwölf Monaten von durchschnittlich 7 auf 3 Punkte auf einer zehnstufigen Skala.
Parallel entwickeln Kliniken neue Versorgungsmodelle. Seit dem 1. Juni 2026 setzt das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg einen Qualitätsvertrag für Endoprothetik um. In Kooperation mit Krankenkassen kombiniert das Projekt Prähabilitation, KI-gestützte digitale Begleiter und optimierte Ernährungspläne. Ziel: Komplikationen minimieren und die Mobilisation nach Gelenkersatz beschleunigen.
Aktualisierte Ratgeber für Patienten
Die Deutsche Rheuma-Liga hat Anfang Juli 2026 ihr Informationsmaterial grundlegend überarbeitet. Die Ratgeber behandeln Arthrose, Gelenkschutz und Rechte im Sozialsystem. Fachlich geprüft wurden sie unter anderem von Prof. Dr. Christof Specker und Prof. Dr. Martin Aringer.
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Ergänzend gibt es regionale Informationsveranstaltungen. Am 30. Juli 2026 spricht Dr. Gerrit Beckmann von der Euregio-Klinik in Lohne über konservative und operative Therapiemöglichkeiten bei Hüft- und Kniearthrose.
Experten raten zur Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln. Eine aktuelle Analyse im BMJ stellte fest: Die allgemeine Einnahme von Kalzium und Vitamin D zur Frakturprävention wird oft überschätzt. Bewegungsprogramme sind meist effektiver.
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