Kniearthrose: Inulin reduziert Schmerzen in 6 Wochen signifikant
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Forschung werden zunehmend ZusammenhĂ€nge zwischen der ErnĂ€hrung und chronischen EntzĂŒndungsprozessen untersucht. Eine im Juli 2026 in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlichte Untersuchung der University of Nottingham liefert in diesem Kontext neue Erkenntnisse zur Behandlung von Kniearthrose. Im Zentrum der sogenannten INSPIRE-Studie stand die Frage, inwieweit Inulin, ein prĂ€biotischer Ballaststoff aus der ChicorĂ©e-Wurzel, die Symptomatik von Arthrosepatienten beeinflussen kann.
Methodik und Umfang des INSPIRE-Trials
Die klinische Untersuchung der University of Nottingham erstreckte sich ĂŒber einen Zeitraum von sechs Wochen. An der Studie nahmen 117 Erwachsene teil, bei denen eine Kniearthrose diagnostiziert worden war. Die Probanden erhielten wĂ€hrend des Untersuchungszeitraums eine tĂ€gliche Dosis von 20 g Inulin. Ziel der Forscher war es, die Auswirkungen dieser Supplementierung auf das Schmerzempfinden und die körperliche FunktionalitĂ€t der Teilnehmer zu validieren.
Die Ergebnisse der Untersuchung deuteten darauf hin, dass die regelmĂ€Ăige Einnahme des Ballaststoffs innerhalb der sechs Wochen zu einer signifikanten Reduktion der Knieschmerzen fĂŒhrte. Neben der subjektiven Schmerzlinderung stellten die Wissenschaftler zudem eine verbesserte GriffstĂ€rke sowie eine insgesamt gesenkte Schmerzempfindlichkeit bei den Testpersonen fest.
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Biologische Wirkmechanismen und Marker
Ein wesentlicher Bestandteil der Analyse war die Untersuchung physiologischer VerĂ€nderungen im Organismus der Probanden. Die Forscher beobachteten einen Anstieg von Butyrat sowie des Hormons GLP-1 im Körper der Teilnehmer. Butyrat ist eine kurzkettige FettsĂ€ure, die bei der Fermentation von Ballaststoffen im Darm entsteht und mit entzĂŒndungshemmenden Prozessen in Verbindung gebracht wird.
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Autoren der Studie dem Hormon GLP-1. Den Ergebnissen zufolge stand die Konzentration dieses Hormons in einem direkten Zusammenhang mit der gemessenen GriffstÀrke der Probanden. Diese Korrelation deutet darauf hin, dass die durch Inulin ausgelösten Stoffwechselprozesse einen messbaren Einfluss auf die muskulÀre Kraft und die allgemeine physische Verfassung von Arthrosepatienten haben könnten.
Patientenakzeptanz im Vergleich zur Physiotherapie
Ein bemerkenswerter Aspekt des INSPIRE-Trials war die StabilitĂ€t der Teilnehmergruppen. Die Studie lieferte detaillierte Daten zu den Abbruchraten, die als Indikator fĂŒr die PraktikabilitĂ€t einer Therapieform gelten. In der Gruppe, die tĂ€glich Inulin einnahm, lag die Dropout-Rate bei lediglich 3,6 %.
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Im Gegensatz dazu verzeichnete die Vergleichsgruppe, die eine herkömmliche Physiotherapie absolvierte, eine deutlich höhere Abbruchrate von 21 %. Diese Differenz deutet darauf hin, dass die Supplementierung mit Ballaststoffen von den Patienten als weniger belastend oder einfacher in den Alltag integrierbar wahrgenommen wird als physische Therapieanwendungen. Die Forscher der University of Nottingham sehen in der hohen AdhĂ€renz ein Potenzial fĂŒr langfristige Behandlungsstrategien bei chronischen Gelenkerkrankungen.
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