Kniearthrose-Studie: 69,8 Prozent erreichen starke Schmerzlinderung
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung von Schmerzen und Funktionseinschränkungen bei Kniearthrose im frühen bis mittleren Stadium stellt die orthopädische Praxis vor anhaltende Herausforderungen. Neben konventionellen physikalischen Therapien rücken interventionelle Verfahren zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.
Eine im Fachjournal Journal of Pain Research (Band 19, Artikel 630783, 2026) publizierte randomisierte kontrollierte Studie von Lian J, Jin W, Zhu S und Kollegen liefert neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit der sogenannten Wärme-Trockennadelung (Heat-Conduction Dry Needling, HCDN) im direkten Vergleich zur transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS).
Studiendesign und Patientenkollektiv
Die Untersuchung, die am 10.02.2024 unter der Registernummer ChiCTR2400080873 registriert wurde, umfasste ein Kollektiv von 47 Patienten im Alter von 45 bis 75 Jahren. Alle Teilnehmenden wiesen eine Kniegelenksarthrose der Schweregrade I bis III nach dem Kellgren-Lawrence-Score auf.
Die Probanden wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. Eine Gruppe von 24 Patienten erhielt über einen Zeitraum von vier Wochen eine Therapie mittels Wärme-Trockennadelung.
Die Kontrollgruppe von 23 Patienten wurde im gleichen vierwöchigen Behandlungszeitraum mit TENS versorgt. Die primären und sekundären Endpunkte wurden über eine Nachbeobachtungszeit von insgesamt 12 Monaten erfasst, um mögliche Langzeiteffekte der Interventionen zu beurteilen.
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Nachhaltige Schmerzlinderung im 12-Monats-Verlauf
Die Ergebnisse nach 12 Monaten zeigen signifikante Vorteile zugunsten des HCDN-Verfahrens. Bei der Erfassung des Schmerzniveaus über die numerische Rating-Skala (NRS) lag die Differenz zwischen der HCDN- und der TENS-Gruppe bei -1,58 Punkten (95%-Konfidenzintervall -2,36 bis -0,79; Holm-P<0,001).
Auch auf der Schmerzskala des standardisierten WOMAC-Scores (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index) erwies sich das HCDN-Verfahren als überlegen: Hier betrug der Unterschied nach 12 Monaten -3,70 Punkte (95%-Konfidenzintervall -5,01 bis -2,38; Holm-P<0,001).
Eine klinisch relevante Schmerzreduktion von mindestens 50 Prozent auf der NRS erreichten 69,8 Prozent der Patienten in der HCDN-Gruppe, während dieser Anteil in der TENS-Gruppe bei 27,3 Prozent lag. Dies entspricht einem Risikoverhältnis von 2,58 (95%-Konfidenzintervall 1,17 bis 5,65).
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Sicherheitsprofil und klinische Einordnung
Hinsichtlich der Therapiesicherheit wurden im Verlauf der Untersuchung keine schweren unerwünschten Ereignisse dokumentiert, wie aus einem Bericht der Fachplattform dovepress.com vom 30.10.2026 hervorgeht.
Die Autorengruppe um Lian bewertet die Wärme-Trockennadelung auf Basis dieser Daten als nachhaltig wirksame Behandlungsoption zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung bei Gonarthrose im frühen bis mittleren Stadium. Zugleich weisen die Forscher darauf hin, dass zur Bestätigung der Ergebnisse und zur weiteren Absicherung der Langzeitwirkung künftig größere, multizentrische Studien erforderlich seien.
