Knieprothese, Fast-Track-Methode

Knieprothese: Fast-Track-Methode halbiert Liegezeit auf fünf Tage

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 11:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Fast-Track-Methode ermöglicht Kniepatienten das Aufstehen noch im Aufwachraum. Robotik und KI treiben die Orthopädie voran.

Fast-Track-Knie-OP: Frühe Mobilisation und Robotik verkürzen Klinikaufenthalte
Patient bei ersten Gehübungen mit Physiotherapeut in einer modernen Klinik nach einer Knie-Operation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund 200.000 Knieprothesen-Operationen gibt es jährlich in Deutschland. Die Fast-Track-Methode soll Patienten schneller auf die Beine bringen – und zwar direkt nach dem Eingriff.

Mobilisation noch im Aufwachraum

Das Konzept stammt ursprünglich aus Dänemark. Es sieht vor, dass Patienten bereits kurz nach dem Einsetzen des künstlichen Kniegelenks die ersten Schritte unternehmen. Berichten aus Fachkreisen zufolge können Operierte noch im Aufwachraum aufstehen.

Die frühe Belastung soll den Heilungsprozess beschleunigen und Komplikationen durch langes Liegen vermeiden. Entscheidend ist die enge Abstimmung zwischen Chirurgie, Anästhesie und Physiotherapie. Nur so gelingt die schnelle Mobilisation sicher und schmerzarm.

Die Methode ist in deutschen Kliniken unterschiedlich etabliert. Ein Facharzt der Auenlandklinik praktiziert sie seit 2025, die Beta-Klinik in Bonn bereits seit 2014.

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Robotik halbiert Liegezeiten

Neben organisatorischen Umstellungen treiben technische Innovationen die Entwicklung voran. Das Endoprothetikzentrum am Westpfalz-Klinikum in Kirchheimbolanden setzt seit Jahren auf Robotik und Navigationssysteme bei Gelenkoperationen. Ergebnis: Die durchschnittliche Liegezeit sank von zehn auf fünf Tage.

Diese Spezialisierung verändert die gesamte Krankenhauslandschaft. In Brandenburg verteidigte Gesundheitsminister René Wilke (SPD) im Juli 2026 die Schließung und Verlagerung orthopädischer Abteilungen an größere Zentren. Ziel sei höhere Versorgungsqualität durch gebündelte Fachkompetenz – damit komplexe Verfahren wie die Fast-Track-Mobilisation flächendeckend auf hohem Niveau angeboten werden können.

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KI und Genomdaten für präzisere Behandlung

Die Forschung treibt die Orthopädie weiter voran. Ende Juli 2026 erfolgte der Spatenstich für den Forschungsbau CARE-MED am Universitätsklinikum Erlangen. Rund 60 Millionen Euro fließen in das Zentrum für KI-gestützte Diagnostik und Therapie, der Bund übernimmt davon etwa 21 Millionen Euro. Bis Ende 2028 sollen dort Verfahren für präzisere Behandlungen chronisch-degenerativer Erkrankungen entstehen.

Parallel dazu liefert die genommedizinische Datenplattform genomDE des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seit Frühjahr 2026 Daten für die Forschung. Mittlerweile stehen 25.000 qualitätsgesicherte Datensätze bereit. Sie dienen der Erforschung seltener Erkrankungen und Krebs – und könnten langfristig auch die Behandlungsprotokolle in der Orthopädie beeinflussen.

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