Knochendichtemessung: Kalziumtabletten 24 Stunden vorher absetzen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deAb dem 30. Lebensjahr setzt ein natürlicher Knochenverlust von 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr ein. Weil ein Nachlassen der Knochensubstanz oft über lange Zeit unbemerkt bleibt, kommt präventiven Untersuchungen eine zentrale Rolle zu.
Medizinische Experten weisen darauf hin, dass verlässliche Ergebnisse bei einer Knochendichtemessung eine sorgfältige Vorbereitung erfordern. Zugleich bestehen erhebliche methodische Unterschiede zwischen einfachen Ultraschall-Screenings und der Dual-Energy-X-Ray-Absorptiometrie (DXA), die in der klinischen Praxis als Standard gilt.
Methodische Unterschiede zwischen QUS und DXA
Für die Ermittlung der Knochengesundheit kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Die quantitative Ultraschallmessung der Ferse (QUS) nimmt etwa 5 bis 6 Minuten in Anspruch und arbeitet vollständig strahlungsfrei. Allerdings kann dieses Verfahren eine DXA-Untersuchung nicht ersetzen.
Messprinzip, Messorte und ermittelte Werte weichen voneinander ab, weshalb die Ergebnisse beider Methoden nicht direkt austauschbar sind. Zeigt ein Fersen-Ultraschall Auffälligkeiten, sollte eine Abklärung per DXA folgen. In Taiwan verfügen Behördenangaben zufolge beispielsweise 6 DXA-Geräte und 1 Fersen-QUS-Gerät über eine entsprechende Zulassung.
Die DXA-Messung gilt als Standardinstrument zur Bestimmung der Knochenmineraldichte. Sie analysiert die Werte primär an der Lendenwirbelsäule sowie an der Hüfte. Um Messfehler auszuschließen, müssen Patienten im Vorfeld konkrete Verhaltensregeln beachten: Kalziumtabletten sind 24 Stunden vor der Untersuchung abzusetzen.
Zudem müssen Metallaccessoires abgelegt werden, und die Körperhaltung während des Scans ist exakt einzustellen. Früher eingesetzte Stahlstifte oder künstliche Gelenke müssen dem medizinischen Personal zwingend vorab mitgeteilt werden.
Interpretation von T-Wert und Z-Wert
Anhand der DXA-Ergebnisse wird der sogenannte T-Wert ermittelt, der die individuelle Knochendichte mit den Referenzwerten gesunder 20- bis 29-Jähriger abgleicht:
- Ein T-Wert von ? -1 gilt als Normalbefund.
- Werte im Bereich von -1,0 bis -2,5 kennzeichnen eine Osteopenie, also eine Vorstufe des Knochenschwunds.
- Ein Wert von ? -2,5 erfüllt das Kriterium für die Diagnose Osteoporose.
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Bei Personen unter 50 Jahren ziehen Mediziner stattdessen den Z-Wert heran; hier gilt ein Ergebnis von ? -2 als abklärungsbedürftig. Wu Meng-huang vom Taipei Medical University Hospital erklärte laut einem Bericht vom 5. November 2026, dass viele Betroffene erst bei fortgeschrittenen T-Werten von -3 oder -4 von ihrer Erkrankung erführen.
Risikogruppen und Indikationen für eine Untersuchung
Osteoporose ist weit verbreitet. Laut Wu Meng-huang sind in Taiwan jede dritte bis vierte Frau über 50 Jahren sowie jeder fünfte Mann über 70 Jahren betroffen. Eine FDA-Konferenz bezifferte die Prävalenz ab 50 Jahren auf 1 von 3 bis 4 Frauen und 1 von 5 Männern; zudem weise Taiwan die höchste Hüftfrakturrate in Asien auf.
Nach Angaben des taiwanesischen Gesundheitsministeriums erkrankt etwa jede zehnte Frau über 50 Jahren an der Krankheit. Wu Meng-huang verwies darauf, dass die Sterblichkeit infolge von Hüft- oder Wirbelfrakturen bei bis zu 50 Prozent liegen könne.
Als Hochrisikogruppen gelten Frauen ab 65 Jahren, Männer ab 70 Jahren sowie Personen unter Langzeiteinnahme von Antihormon-Medikamenten gegen Brust- oder Prostatakrebs. Frauen mit entsprechender Familienanamnese wird eine Messung im Alter von 40 bis 45 beziehungsweise 40 bis 50 Jahren empfohlen, nach der Menopause alle zwei Jahre. Für Männer wird eine Untersuchung um das 50. Lebensjahr angeraten.
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Weitere Indikationen für eine Densitometrie sind frühere Knochenbrüche nach geringem Trauma, Größenverlust, Glukokortikoid-Einnahme, sehr niedriges Körpergewicht oder chronische rheumatologische, gastroenterologische und endokrine Leiden. Ein allgemeines Screening für junge, gesunde Personen ohne Risikofaktoren wird hingegen nicht empfohlen.
Stellenwert von Kalzium und Vitamin D
Fachgesellschaften empfehlen als tägliche Zufuhr 800 bis 1200 mg Kalzium und 800 bis 1000 internationale Einheiten (I.E.) Vitamin D. Wie Prof. Dr. Ralf Oheim vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) laut einem Bericht vom 4. November 2026 darlegte, enthalten frei verkäufliche Kombipräparate häufig 600 bis 800 mg Kalzium, aber lediglich 400 I.E. Vitamin D. Der tägliche Bedarf laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung liege demgegenüber bei 800 I.E. Vitamin D und 1000 mg Kalzium.
Während bis zu 1000 I.E. Vitamin D pro Tag als unbedenklich gelten, können überhöhte Kalziummengen Magen-Darm-Beschwerden und Nierensteine verursachen. Zudem ergab eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 mit über 40.000 Teilnehmerinnen, dass eine kombinierte Einnahme bei postmenopausalen Frauen die Knochendichte nicht maßgeblich verbesserte und das Risiko für Frakturen nicht senkte.
