Körperfett und Entzündung: hs-CRP steigt beim ersten Risikoschritt um 89 Prozent
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deChronische Entzündungsprozesse gelten in der Medizin als maßgeblicher Treiber für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Ostfinnland und der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School verdeutlicht nun, wie früh dieser Mechanismus im menschlichen Körper ansetzt.
Die Auswertung von Gesundheitsdaten von 4.315 US-Erwachsenen zeigt, dass der Entzündungsmarker hs-CRP bereits beim ersten Auftreten von übermäßigem Körperfett drastisch ansteigt.
Sprunghafter Anstieg in frühen CKM-Stadien
Die Forschungsarbeit orientierte sich an dem 2023 von der American Heart Association vorgestellten Konzept des kardiovaskulär-nieren-metabolischen Syndroms (CKM-Syndrom).
Bei Personen in CKM-Stufe 0, die keinerlei Risikofaktoren aufwiesen, lag der Mittelwert des hochsensitiven C-reaktiven Proteins (hs-CRP) bei 1,09 mg/L. Bei Teilnehmenden der Stufe 1, die durch übermäßiges Körperfett definiert ist, kletterte der Wert hingegen auf 2,06 mg/L. Dies entspricht einem Anstieg von rund 89 Prozent und liegt bereits über der klinischen Risikoschwelle von 2 mg/L.
In den weiter fortgeschrittenen Stadien flachte das weitere Wachstum der Werte ab: Bei Stufe 2 lag der Mittelwert bei 2,75 mg/L, bei Stufe 3 bei 2,80 mg/L und bei Stufe 4 bei 2,79 mg/L. Der mit Abstand größte Zuwachs vollzieht sich somit direkt beim Übergang von der gesunden Ausgangslage zur ersten Stufe.
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Erstautor Dr. Douglas Corsi betonte vor diesem Hintergrund, dass die Entzündung bereits früh erhöht sei und folglich genau in diesem Stadium ein entscheidendes Zeitfenster für präventive Interventionen bestehe.
Die Resultate wurden im European Journal of Preventive Cardiology publiziert und beim ESC-Kongress 2026 vorgestellt. Da die Untersuchung auf Querschnittsdaten basiert, liefert sie keinen Kausalnachweis; zur weiteren Bestätigung sind Langzeitstudien erforderlich.
Kardiovaskuläre Folgen chronischer Entzündungen
Welche Gefahren von dauerhaft erhöhten Entzündungsreaktionen ausgehen, unterstreicht eine im September 2026 im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlichte Untersuchung an über 480.000 Menschen mit rund 70.000 Herzaufnahmen.
Bei chronisch erhöhter Entzündung verkleinern sich die Herzkammern, während sich die Herzwände relativ verdicken und sich die Diastole verschlechtert. Derartige Veränderungen vollziehen sich oft Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome.
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Personen mit den höchsten Entzündungswerten wiesen in der genannten Erhebung ein um 43 Prozent höheres Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall auf als Probanden mit niedrigen Werten. Zu den wesentlichen Treibern dieser Entzündungsprozesse zählen neben Rauchen und Stress vor allem Bauchfett.
Aus den Daten leiten sich Empfehlungen ab, die einen Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 23,9 sowie einen Taillenumfang von unter 90 Zentimetern bei Männern und unter 85 Zentimetern bei Frauen vorsehen. Als wirksame Gegenmaßnahmen gelten zudem 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche in Kombination mit zwei bis drei Krafttrainingseinheiten.
