Körpertherapie, EMDR

Körpertherapie: EMDR und TRE lösen psychische Belastungen

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Körpertherapeutische Ansätze wie EMDR und TRE gewinnen an Bedeutung. Experten setzen auf Nervenregulation und Bewegungsmethoden zur Stressreduktion.

Körperbasierte Stressbewältigung: Neue Wege in der Traumatherapie
Eine Person sitzt entspannt in einem hellen, minimalistischen Raum und praktiziert achtsame Atemübungen zur Stressregulation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der modernen Stressbewältigung und Traumatherapie rücken Ansätze mit aktivem Körpereinsatz zunehmend in den Fokus. Aktuelle Analysen und Expertenberichte verdeutlichen, dass rein verbale Therapieformen an Grenzen stoßen können, da Sprache Schätzungen zufolge lediglich etwa 5 % des menschlichen Bewusstseins erreicht.

Körpertherapeutische Verfahren setzen stattdessen direkt an physischen Reaktionen an, um psychische Belastungen wie Burn-out, Ängste oder Stresssymptome zu adressieren.

Etablierte Methoden und ihre wissenschaftliche Einordnung

Zu den zentralen Säulen dieses Bereichs zählen Verfahren, die teilweise bereits seit Jahrzehnten etabliert sind. Dazu gehört Somatic Experiencing, ein Ansatz, der auf den Begründer Peter Levine zurückgeht. Ebenso wird die Hypnose, maßgeblich geprägt durch Milton Erickson, als wirksames Instrument zur Beeinflussung unbewusster Prozesse angeführt. Experten wie Antje Reuter betonen hierbei die therapeutischen Potenziale der Trance.

Ein besonders anerkanntes Verfahren ist EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), das eine offizielle Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) besitzt.

Ergänzt werden diese Ansätze durch die Klopftechnik (EFT/PEP) sowie verschiedene Formen der Atemarbeit (Breathwork). Auch Kunsttherapie und tiergestützte Therapieformate werden als wirksame Methoden zur Förderung der psychischen Resilienz eingestuft.

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Regulation des Nervensystems und physische Entspannung

Ein wesentlicher Trend im Bereich des Wohlbefindens ist die gezielte Regulation des Nervensystems. Dabei spielt der Vagusnerv, der zehnte Hirnnerv und zentraler Bestandteil des Parasympathikus, eine Schlüsselrolle. Dr. Michaela Maria Arnold verweist darauf, dass bereits sanfte Berührungen diesen Nerv aktivieren können. Atemtechniken, wie etwa die 4:6- oder 4:8-Atmung, zielen darauf ab, die Herzratenvariabilität positiv zu beeinflussen.

Ein spezifisches Verfahren zur Spannungsreduktion sind die in den 1990er Jahren von Dr. David Berceli entwickelten Tension & Trauma Releasing Exercises (TRE). Durch gezieltes Muskelzittern sollen tiefsitzende Spannungen gelöst werden.

Die zertifizierte Trainerin Anya Blum erläutert hierzu, dass der Körper durch diese Übungen zur Selbstregulation zurückfinde. Die Methode eigne sich für die Stress- und Traumabearbeitung, werde jedoch nicht für akute psychiatrische Zustände empfohlen.

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Bewegungstrends und präventive Ansätze

Neben therapeutischen Interventionen gewinnen spezialisierte Bewegungsmethoden an Popularität. Das sogenannte Lymph-Walking, ein bewusstes Gehen mit schwingenden Armen und tiefer Bauatmung, wird als Bewegungstrend für das Jahr 2026 identifiziert.

Eine Auswertung von 28 Humanstudien aus den Jahren 2000 bis 2022 belegt eine verbesserte Funktion der Lymphgefäße durch diese Technik, wenngleich ein wissenschaftlicher Beleg für eine Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Spaziergängen noch aussteht.

Weitere physische Ansätze umfassen:
* Sakuma-Methode: 5-minütige Übungen von Kenichi Sakuma zur Verbesserung der Körperhaltung.
* Kryotherapie: Anwendungen in Kryokammern bei -100 °C. Prof. Rainer Straub beobachtet hierbei entzündungshemmende Wirkungen.
* Qi-Gong: Traditionelle Übungen zur Förderung der Vitalität.

Tiergestützte Interventionen und Erholungsmodelle

Die Einbindung von Tieren in therapeutische Prozesse zeigt sich in verschiedenen Einrichtungen. Seit 2010 betreibt die Fachkraft Karolin Henning eine Tierfarm in Schönebeck, um mit Alpakas Pflegeeinrichtungen zu besuchen. Auch in klinischen Kontexten, wie der LWL-Klinik Dortmund, kommen zertifizierte Hunde im Rahmen der Ergotherapie zum Einsatz.

Für die nachhaltige Erholung wird in Fachkreisen das DRAMMA-Modell herangezogen. Dieses umfasst sechs Säulen: Abschaltung, Entspannung, Selbstbestimmung, Kompetenzerleben, Sinn und soziale Verbundenheit. Studien legen nahe, dass für eine effektive Regeneration mindestens zwei bis drei dieser Faktoren gleichzeitig erfüllt sein sollten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) unterstreicht zudem die Bedeutung allgemeiner körperlicher Aktivität und empfiehlt täglich 30 bis 60 Minuten Bewegung, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

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