Koffein, TrendgetrÀnken

Koffein in TrendgetrĂ€nken: Eine Dose kann den EFSA-Richtwert fĂŒr Jugendliche ĂŒbersteigen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Marktcheck zeigt hohe Koffeinmengen in Jugendprodukten; Studien untersuchen zudem LSD, Kreatin und Lycopin im Zusammenhang mit Kognition.

Koffein, LSD und Brain Food: Was Studien zu Risiken und Wirkung zeigen
Ein Glasbecher mit klarem Wasser und eine kleine Menge weißes Pulver auf einer dunklen Schieferplatte. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Publikationen und Untersuchungen thematisieren den Einfluss von Koffein auf die LernfĂ€higkeit sowie die physiologischen Grenzen sogenannter Brain-Food-NahrungsergĂ€nzungsmittel. In verschiedenen Berichten vom September 2026 werden sowohl die Risiken eines ĂŒbermĂ€ĂŸigen Konsums als auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur kognitiven Optimierung analysiert.

Marktcheck zu koffeinhaltigen Produkten fĂŒr Jugendliche

Der Verein fĂŒr Konsumenteninformation (VKI) veröffentlichte im September 2026 die Ergebnisse eines Marktchecks zu koffeinhaltigen Produkten, die speziell Kinder und Jugendliche ansprechen. Die Untersuchung zeigt erhebliche Unterschiede im Koffeingehalt der untersuchten GetrĂ€nke und Pulver auf.

Demnach enthÀlt eine 330-ml-Dose Nocco Ramonade 180 mg Koffein. Das Produkt Gönrgy Viva Fundarina weist 160 mg pro 500-ml-Dose auf, wÀhrend Monster Energy Ultra Strawberry Dreams 150 mg je 500-ml-Dose enthÀlt. Bei dem Holy-Koffeinpulver wurde ein Gehalt von 160 mg je zubereiteter 500-ml-Portion festgestellt.

Diese Werte stehen im Kontrast zu den Richtwerten der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA). FĂŒr Kinder und Jugendliche wird ein maximaler tĂ€glicher Konsum von 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Bei einem Körpergewicht von 40 kg entsprĂ€che dies höchstens 120 mg pro Tag.

Der VKI weist darauf hin, dass bereits eine einzige Portion der genannten TrendgetrĂ€nke diesen Grenzwert ĂŒberschreiten kann. Zudem summieren sich weitere Koffeinquellen im Alltag: Laut der Untersuchung enthalten 50 g Vollmilchschokolade etwa 10 mg, ein Glas Eistee 14 mg und eine Dose Cola 35 mg Koffein.

Höhere Werte finden sich in Matcha-Latte-Portionen (50 mg), Standard-Energydrinks (80 mg je 250 ml), Filterkaffee (90 mg je 200 ml) und Club-Mate-Flaschen (100 mg je 500 ml).

Neben dem Koffeingehalt kritisieren VerbraucherschĂŒtzer die Zusammensetzung einiger Produkte. Gönrgy Viva Fundarina enthalte zudem 65 g Zucker je 500-ml-Dose, was etwa 17 ZuckerwĂŒrfeln entspricht und die WHO-Empfehlung fĂŒr Erwachsene von maximal 50 g tĂ€glich deutlich ĂŒberschreitet.

Der VKI rĂ€t Eltern zur AufklĂ€rung ĂŒber diese Risiken, insbesondere da die Kombination von Koffein mit Alkohol oder sportlicher BetĂ€tigung als besonders riskant eingestuft wird.

Risiken durch unregulierte PrĂ€parate und Überdosierung

Die Gefahren einer unkontrollierten Koffeinzufuhr wurden durch eine gerichtliche Untersuchung im Fall von Alfie Goddard verdeutlicht. Dieser war nach der Einnahme einer großen Anzahl von Koffeintabletten verstorben.

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Die toxikologische Analyse ergab eine Koffeinkonzentration, die im Bereich tödlicher Dosen lag. Angehörige warnten in diesem Zusammenhang vor online erhÀltlichen, teils nicht ausreichend gekennzeichneten Koffein-Tabletten und -Pulvern.

Forschung zu LSD und kognitiver Rehabilitation

Wissenschaftler der UniversitÀten Freiburg und Basel untersuchten in einer Studie die Auswirkungen von niedrig dosiertem LSD auf motorische Lernprozesse. An dem Versuch nahmen 43 gesunde Personen teil, die eine neunstellige Zahlenfolge tippen mussten.

WĂ€hrend unmittelbar beim Üben kein signifikanter Unterschied zwischen der LSD-Gruppe (100 Mikrogramm) und der Placebo-Gruppe feststellbar war, zeigten die Probanden unter LSD-Einfluss 80 Minuten nach dem Training eine schnellere AusfĂŒhrung der Abfolge, ohne dabei mehr Fehler zu machen.

Die UniversitĂ€t Freiburg ordnete die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift „Neuropsychopharmacology“ veröffentlicht wurden, als potenziell relevant fĂŒr die Rehabilitation nach SchlaganfĂ€llen oder HirnschĂ€digungen ein. Ein konkreter therapeutischer Einsatz sei jedoch zum aktuellen Zeitpunkt noch ungewiss.

Strategien gegen mentalen Nebel und kognitiven Abbau

Anhaltende Konzentrationsprobleme, oft als mentaler Nebel bezeichnet, können vielfÀltige Ursachen wie Schlafstörungen oder NÀhrstoffmangel haben. Fachartikel empfehlen bei dauerhaften Beschwerden eine Àrztliche AbklÀrung.

Eine Studie aus dem Jahr 2007 mit 149 Frauen belegte bereits, dass verbesserte Eisenspeicher mit einer höheren kognitiven Leistung einhergehen. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024, die 16 klinische Studien auswertete, brachte zudem Kreatin mit einer Verbesserung des GedÀchtnisses und der Verarbeitungsgeschwindigkeit in Verbindung.

In einem Schlafentzugs-Experiment von 2024 verbesserte eine Einzeldosis Kreatin (0,35 g/kg Körpergewicht) die kognitive Leistung nach 21 Stunden Wachheit, wobei jedoch Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen auftreten können.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte zudem eine aktualisierte Leitlinie zur PrÀvention von Demenz. Weltweit leben mehr als 57 Millionen Menschen mit dieser Diagnose, wobei jÀhrlich fast 10 Millionen Neuerkrankungen hinzukommen. Die WHO betont, dass bis zu 45 % der FÀlle mit modifizierbaren Risikofaktoren zusammenhÀngen.

Empfohlen werden unter anderem soziale AktivitÀten, Bewegung, gesunde ErnÀhrung und die Behandlung kardiometabolischer Erkrankungen. Von der Einnahme von NahrungsergÀnzungsmitteln wie Vitamin B oder E ohne nachgewiesenen Mangel rÀt die Organisation hingegen ab.

ErgĂ€nzend dazu untersuchte die UniversitĂ€t Barcelona den Einfluss von Lycopin auf die Kognition. In einer Studie mit 47 Erwachsenen fĂŒhrte der tĂ€gliche Konsum von etwa 35 g Tomatenmark ĂŒber drei Monate zu besseren Ergebnissen in Tests zur selektiven Aufmerksamkeit.

Trotz gemessener VerÀnderungen in den Netzwerkverbindungen des Gehirns bei einigen Teilnehmern mahnten die Forscher aufgrund der kleinen Stichprobe und fehlender Verblindung zur vorsichtigen Interpretation der Ergebnisse.

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