Kohlenhydrate, DiÀt

Kohlenhydrate nach DiÀt: Raffinierte StÀrke aktiviert Immunwege

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 07:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen: StÀrke, Zucker und Kalorienrestriktion beeinflussen nach Gewichtsverlust Immunzellen, Organfett und Mutationsraten.

ErnĂ€hrung nach Gewichtsverlust prĂ€gt Immunreaktionen und EntzĂŒndung
Frisches, rohes GemĂŒse auf einem Holztisch bei natĂŒrlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass die Wahl der Kohlenhydratquelle nach einer erfolgreichen Gewichtsreduktion einen signifikanten Einfluss auf das Immunsystem und entzĂŒndliche Signalwege hat.

Eine im September 2026 im Fachjournal Cell Press Blue veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie (RCT) analysierte detailliert, wie der Körper auf unterschiedliche DiÀtformen reagiert, nachdem zuvor eine signifikante Gewichtsabnahme erzielt wurde.

Unterschiedliche Immunantworten auf StÀrke und Zucker

In der Untersuchung erreichten die Teilnehmer zunĂ€chst ĂŒber einen Zeitraum von drei bis vier Monaten durch eine sehr kalorienarme DiĂ€t (VLCD) einen Gewichtsverlust von 15 Prozent. Vor der anschließenden Randomisierung lagen die Werte fĂŒr Beta-Hydroxybutyrat (BHB), ein Indikator fĂŒr den Fettstoffwechsel, zwischen 2,7 und 3,1 mM.

In der folgenden zehnwöchigen Phase erhielten die Probanden isokalorische DiÀten mit einem Kohlenhydratanteil von 57 Prozent. Dabei stammten jeweils 20 Prozent der Energie entweder aus raffinierten Getreideprodukten (HC-StÀrke) oder aus Zucker (HC-Sugar).

Die Ergebnisse der Analyse, fĂŒr die verschiedene Verfahren wie RNA-Sequenzierung und CyTOF-Massenspektrometrie bei Gruppen von bis zu 44 Teilnehmern eingesetzt wurden, zeigten deutliche Unterschiede in der Immunaktivierung. Die ErnĂ€hrung mit einem hohen Anteil an raffinierter StĂ€rke fĂŒhrte zu einer Erhöhung von Adipsin und verstĂ€rkten Komplement-Signalen.

Zudem beobachteten die Forscher eine Aktivierung verschiedener Immunzellen, darunter Monozyten, natĂŒrliche Killerzellen (NK-Zellen), Neutrophile und T-Zellen. Im Gegensatz dazu senkte die zuckerreiche DiĂ€t die Expression der Rezeptoren C3AR1 und ADIPOR1.

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Molekulares GedĂ€chtnis und die Rolle des Spleißens

ErgĂ€nzende Erkenntnisse zur BestĂ€ndigkeit entzĂŒndlicher Prozesse lieferte eine im September 2026 veröffentlichte MĂ€usestudie der Showa Medical University. Hier zeigte sich, dass selbst nach einer Gewichtsabnahme infolge einer fettreichen Kost 51,9 Prozent der wĂ€hrend der Adipositas verĂ€nderten Spleißmuster in den Makrophagen des Fettgewebes bestehen blieben. Etwa ein Viertel dieser VerĂ€nderungen war von dem Protein CWC22 abhĂ€ngig.

Ein Knockout dieses Proteins fĂŒhrte in den Versuchen zu einer gestörten Efferocytose – der Beseitigung abgestorbener Zellen – und einem verlangsamten Fettabbau. Bei Menschen wurde zudem beobachtet, dass die Kernlokalisierung von CWC22 bei Adipositas vermindert ist. Diese Resultate deuten darauf hin, dass bestimmte zellulĂ€re Mechanismen die EntzĂŒndungsanfĂ€lligkeit auch nach einer DiĂ€t aufrechterhalten können.

Langfristige Effekte auf Organfunktionen und Zellmutationen

Weitere Forschungsarbeiten im September 2026 untersuchten die systemischen Auswirkungen der ErnÀhrung auf die Organ- und Zellgesundheit. Eine Studie der Washington University in St. Louis wies darauf hin, dass Darmzellen Traubenzucker in Sorbit umwandeln können.

Bei einer ĂŒberlasteten Darmflora gelange dieses Sorbit in die Leber, wo es zu Fruktose-1-Phosphat umgebaut wird, was die Einlagerung von Fett und Glykogen fördert. In Versuchen mit Zebrafischen fĂŒhrte dies zu einer Leberverfettung, die durch die Gabe bestimmter Bakterien wie Aeromonas reduziert werden konnte.

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Parallel dazu zeigte eine Untersuchung unter Beteiligung der NYU Langone und des NIH, dass eine 30-prozentige Kalorienrestriktion bei MĂ€usen die Rate somatischer Mutationen in Geweben wie Leber und Niere senken kann. Besonders in Leberzellen war dieser RĂŒckgang stark ausgeprĂ€gt, wobei vor allem der Mutationsprozess SBS5 an AktivitĂ€t verlor.

Dass die entzĂŒndliche PrĂ€gung jedoch nicht zwangslĂ€ufig dauerhaft sein muss, unterstrichen Daten aus Leipzig, die im September 2026 im International Journal of Obesity prĂ€sentiert wurden.

Bei adipösen Probanden, die nach einer bariatrischen Operation im Schnitt 44,5 Kilogramm innerhalb eines Jahres verloren hatten, normalisierten sich EntzĂŒndungswerte wie CRP sowie die Blutfettwerte und Monozyten-Parameter weitgehend. Fachleute betonten in diesem Zusammenhang, dass eine entzĂŒndliche PrĂ€gung des Körpers grundsĂ€tzlich umkehrbar sei.

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