Kolibri: Konecta bringt KI-Agent-Plattform für Echtbetrieb
16.06.2026 - 06:07:20 | boerse-global.de
Der Customer-Experience-Dienstleister Konecta bringt mit Kolibri eine Orchestrierungsplattform für KI-Agenten auf den Markt. Das Ziel: Unternehmensprojekte aus der Testphase in den produktiven Betrieb überführen. Vorgestellt wurde die Lösung am heutigen Dienstag in Madrid.
Das Problem ist branchenweit bekannt: KI-Initiativen scheitern oft im Experimentierstadium. Experten sprechen vom „Pilot-Purgatory“ – einer Phase, in der vielversprechende Ansätze nie den Sprung in den Echtbetrieb schaffen. Kolibri soll genau diese Lücke schließen.
Während Unternehmen KI-Agenten in den Live-Betrieb überführen, rücken neue gesetzliche Anforderungen wie der EU AI Act in den Fokus. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Vorgefertigte Bausteine für den Schnellstart
Die Plattform setzt auf Wiederverwendbarkeit. Ein Großteil der Anwendungsfälle – rund 80 Prozent – kommt bereits vorkonfiguriert und getestet. Abgedeckt werden typische Geschäftsprozesse wie Rechnungsmanagement, technischer Support oder Terminplanung.
Konecta greift dabei auf 25 Jahre Erfahrung im Kundenservice zurück. Rund eine Million täliche Kundeninteraktionen fließen in die Entwicklung der Plattform ein. Um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu vermeiden, setzt Kolibri auf eine offene Architektur. Die Integration in große Unternehmensökosysteme wie Google Cloud oder Salesforce ist von Anfang an vorgesehen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Kostenkontrolle. Integrierte FinOps-Dashboards sollen Unternehmen helfen, die finanziellen Risiken beim Skalieren von KI im Griff zu behalten. Vorhersagbare Kostenmodelle und Budgetkontrollen stehen im Fokus.
„Viele KI-Projekte scheitern nicht in der Demo-Phase, sondern beim Übergang in die Live-Produktion“, sagt Konecta-CEO Nourdine Bihmane. Kolibri schließe diese Lücke mit fundierter Expertise im Kundenerlebnis.
Zertifizierung als Qualitätssiegel
Parallel zum Plattform-Launch stärkt Konecta sein regulatorisches Fundament. Das Unternehmen hat die ISO/IEC 42001:2023-Zertifizierung für sein KI-Managementsystem erhalten. Damit zählt es zu den ersten Anbietern der Customer-Experience-Branche, die diesen globalen Standard vorweisen können. Der Zertifizierungsprozess soll bis Ende dieser Woche abgeschlossen sein.
„Compliance und Datenschutz waren von Anfang an Kernbestandteile der Architektur“, betont Sergio Garcia Molina, Global Lead für Datenschutz und KI-Governance bei Konecta. Jeder KI-Workflow innerhalb des Systems sei vollständig auditierbar. Das sei besonders für Kunden aus stark regulierten Branchen wie Banken, Telekommunikation oder Energie relevant.
Die rechtssichere Skalierung von KI-Systemen erfordert eine präzise Kenntnis der neuen EU-Regularien, um empfindliche Strafen zu vermeiden. Compliance-Experten erläutern in diesem kostenlosen Umsetzungsleitfaden, welche Pflichten Unternehmen beim Einsatz von KI jetzt konkret erfüllen müssen. Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung herunterladen
Erst im Januar 2026 hatte sich Konecta zum EU AI Pact verpflichtet – ein klares Bekenntnis zu europäischen Regulierungsstandards.
Branche im Umbruch: Wettlauf um Agenten-Plattformen
Der Markt für sogenannte agentische KI ist in Bewegung. Konecta ist nicht allein: Bereits am Montag stellte der IT-Dienstleister SoftServe seine eigene Agent-Management-Plattform vor. Sie basiert auf Amazon Bedrock AgentCore und soll Entwicklungszeiten von Monaten auf vier Wochen verkürzen.
SoftServe zufolge scheitern derzeit zwischen 85 und 95 Prozent aller KI-Projekte in der Testphase. Auch andere Anbieter drängen auf den Markt: OutSystems präsentierte auf der ONE Conference in Amsterdam eine offene Plattform für agentische Systeme. Databricks machte kürzlich sein Omnigent-Framework für die Agenten-Orchestrierung als Open Source verfügbar.
Die Dringlichkeit unterstreicht eine Studie von SoftServe und MIT Technology Review: 98 Prozent der Unternehmen erwarten, innerhalb der nächsten zwei Jahre KI-Agenten in der Produktion einzusetzen. Analysten von Gartner warnen jedoch: Mehr als 40 Prozent der KI-Agent-Projekte könnten bis 2027 eingestellt werden – wenn Kosten und Risiken nicht effektiv gemanagt werden.
