Konservierungsstoffe: Bluthochdruck-Risiko um 29% erhöht
13.06.2026 - 15:49:54 | boerse-global.de
Mehrere groĂangelegte Studien haben den Zusammenhang zwischen ErnĂ€hrung, chronischen Erkrankungen und Lebenserwartung untermauert. Im Fokus: hochverarbeitete Lebensmittel, der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme und die mediterrane Kost.
Risikofaktor hochverarbeitete Lebensmittel
Die EuropĂ€ische Gesellschaft fĂŒr Kardiologie (ESC) stuft Ultra-Processed Foods (UPF) als eigenstĂ€ndiges Herzrisiko ein. Laut einer Bewertung im European Heart Journal korreliert ein hoher UPF-Konsum mit mehr kardiovaskulĂ€ren Ereignissen und höherer Sterblichkeit.
Warum fĂŒhlen Sie sich stĂ€ndig mĂŒde und haben Schmerzen? Stille EntzĂŒndungen könnten der Grund sein. Ein kostenloser Selbsttest verrĂ€t, ob Ihr Körper heimlich unter EntzĂŒndungen leidet â und was Sie dagegen tun können. 12 natĂŒrliche EntzĂŒndungs-Killer entdecken
Die französische NutriNet-SantĂ©-Studie liefert konkrete Zahlen: Ăber acht Jahre werteten Forscher Daten von 112.000 Teilnehmenden aus. Ergebnis: Nicht-antioxidative Konservierungsstoffe erhöhen das Bluthochdruckrisiko um 29 Prozent, das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 16 Prozent. Besonders auffĂ€llig waren acht Stoffe â darunter Kaliumsorbat (E202), Natriumnitrit (E250) und ZitronensĂ€ure (E330). Auch antioxidative Konservierungsstoffe steigern den Blutdruck â um 22 Prozent.
Der richtige Zeitpunkt zÀhlt
Der zirkadiane Rhythmus rĂŒckt in den Fokus der Forschung. Eine Langzeitstudie des Massachusetts General Hospital und der UniversitĂ€t Manchester wertete Daten von rund 3.000 Erwachsenen ĂŒber 22 Jahre aus. Wer innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufwachen frĂŒhstĂŒckt, hat eine höhere Zehn-Jahres-Ăberlebensrate. âEin spĂ€tes FrĂŒhstĂŒck stört den zirkadianen Rhythmusâ, erklĂ€rt Charalambos Antoniades von der UniversitĂ€t Oxford.
Und die Menge? Krebsforscher Silvio Garattini vom Mario-Negri-Institut in Mailand plĂ€diert fĂŒr bewusste Reduktion: Eine Verringerung der Nahrungsmenge um 30 Prozent könne die Lebensspanne signifikant verlĂ€ngern. Empfohlen wird SĂ€ttigung bis maximal 80 Prozent â lieber kleine Portionen als viele Mahlzeiten.
Blutdruck dauerhaft senken â ohne sofort zur Pille greifen zu mĂŒssen. Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid verrĂ€t 7 einfache Tipps, die Ihren Blutdruck natĂŒrlich regulieren â jetzt als kostenloser Download. Gratis-Spezialreport Bluthochdruck sichern
Mediterrane Kost schĂŒtzt die Zellen
Die mediterrane ErnĂ€hrung bleibt das Referenzmodell. Daten der Nursesâ Health Study mit ĂŒber 120.000 Teilnehmenden zeigen einen Zusammenhang mit der LĂ€nge der Telomere â den Schutzkappen der Chromosomen. Sie gelten als Indikator fĂŒr das biologische Alter. âSchon moderate LebensstilĂ€nderungen beeinflussen die Telomere positivâ, betont Prof. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Endokrinologie.
Auch der NĂ€hrstoff Cholin rĂŒckt in den Fokus. Eine Untersuchung des UniversitĂ€tsklinikums Saarland deutet darauf hin: Niedrige Cholin-Blutspiegel bei Eltern könnten das Risiko fĂŒr schwere angeborene Herzfehler beim Kind erhöhen.
Immer mehr junge Herzinfarkt-Patienten
Das Gia-Dinh-Volkskrankenhaus in Ho-Chi-Minh-Stadt meldet eine alarmierende Entwicklung: 38 Prozent der akuten Herzinfarkt-Patienten sind unter 50 Jahre alt. Hauptursachen laut den Medizinern Nguyen Do Anh und Chau Do Truong Son: Rauchen, Bewegungsmangel â und vor allem arbeitsbedingter Stress, Schlafmangel durch das â996â-Schema (9 bis 21 Uhr, sechs Tage pro Woche) sowie ungesunde ErnĂ€hrung.
Soziale Rezepte gegen FehlernÀhrung
Die Erkenntnisse der Forschung werden zunehmend als öffentliche Aufgabe verstanden. Der Kreis Unna identifiziert ErnĂ€hrung in einem Gesundheitsbericht als zentralen Faktor gegen steigende Adipositaszahlen. Mobile Angebote fĂŒr vulnerable Gruppen sind ein Lösungsansatz.
In Karlsruhe geht man einen Schritt weiter: Die Armutsquote bei Senioren ĂŒber 65 liegt bei 19,5 Prozent. Ein Pilotprojekt erprobt die Verschreibung âsozialer Rezepteâ â bedĂŒrftige Senioren erhalten Zugang zu warmen Mahlzeiten und sozialer Beratung. Die Ergebnisse werden 2027 erwartet.
