Konservierungsstoffe, Bluthochdruck-Risiko

Konservierungsstoffe erhöhen Bluthochdruck-Risiko um 29%

13.06.2026 - 18:53:00 | boerse-global.de

Öko-Test bemängelt viele Abnehmshakes, während Proteinpulver massiv teurer wird. Neue Studien warnen zudem vor Zusatzstoffen.

Diätprodukte im Test: Mängel und steigende Preise belasten Verbraucher
Konservierungsstoffe - Ein moderner Mixer mit einem grünen Smoothie, umgeben von frischem Obst und Gemüse auf einer Küchenarbeitsplatte. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Tests und Marktdaten zeigen: Verbraucher müssen genau hinschauen.

Nur zwei von 17 Shakes bestehen den Test

Öko-Test hat im Juni 17 Abnehmshakes unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Gerade mal zwei Produkte erhielten die Note „gut“. Die Testsieger: Doppelherz aktiv Abnehm Shake Vanille und Multaben Figur Vanille.

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Elf Produkte fielen durch. Die Tester fanden bedenkliche Mineralölrückstände (MOSH) und kritische Süßstoffe. Wer abnehmen will, sollte die Inhaltsliste also genau studieren – die meisten Produkte halten nicht, was sie versprechen.

Dr. Oetker bringt Zuckerbomben als „High-Fibre“-Drinks

Im Juni erweiterte Dr. Oetker sein Sortiment um drei Ballaststoff-Getränke in Vanille, Schoko und Banane. Beworben werden sie als Ballaststoffquelle mit Vitamin B12. Doch Ernährungswissenschaftler wie Nicole Erickson sind skeptisch.

Die Vanille-Variante liefert 2,6 Gramm Ballaststoffe pro 100 Milliliter – aber auch satte 8 Gramm Zucker. Eine 330-Milliliter-Flasche enthält über 25 Gramm Zucker. Das ist bereits die Hälfte der von der WHO empfohlenen Tagesdosis an freiem Zucker. Experten raten weiterhin zu natürlichen Ballaststoffquellen.

Proteinpulver: 60 Prozent teurer in nur sechs Monaten

Seit Januar sind die Preise für Proteinpulver in Deutschland um 40 bis 60 Prozent gestiegen. Der Grund: ein gewaltiger Nachfrageboom. Rund 4,6 Millionen Haushalte kaufen mittlerweile entsprechende Produkte – ein Plus von 66 Prozent innerhalb eines Jahres.

Treiber dieser Entwicklung sind auch die beliebten Abnehmspritzen. Sie erhöhen den Bedarf an ergänzender Proteinzufuhr. Die Industrie reagiert: Das Molkereiunternehmen DMK investiert 26 Millionen Euro in eine neue Produktionsanlage in Edewecht.

Abnehmspritzen kosten Muskeln – Forscher suchen Gegenmittel

GLP-1-Analoga wie Wegovy oder Ozempic boomen. Doch sie haben eine unangenehme Nebenwirkung: Bis zu 40 Prozent des Gewichtsverlusts gehen auf Kosten der Muskelmasse. Das ist riskant für die Gesundheit.

Die Forschung arbeitet an Lösungen. Der Antikörper Apitegromab, ursprünglich gegen Muskelatrophie entwickelt, könnte den Muskelabbau verhindern. Endokrinologe Haiko Schlögl von der Uniklinik Leipzig warnt jedoch vor den Risiken solcher Eingriffe. Eine Marktzulassung ist erst in einigen Jahren zu erwarten.

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Parallel drängen pflanzliche Alternativen auf den Markt. Juice Plus+ brachte im Juni „Control“ auf den Markt – mit Glucomannan aus der Konjakwurzel. Die EFSA bestätigt: Drei Gramm täglich vor den Mahlzeiten können bei kalorienarmer Ernährung beim Abnehmen helfen.

Konservierungsstoffe erhöhen Risiko für Bluthochdruck

Eine aktuelle Studie der französischen NutriNet-Santé-Gruppe mit über 112.000 Teilnehmern liefert neue Erkenntnisse zu Zusatzstoffen. Veröffentlicht im European Heart Journal, zeigt sie: Bestimmte nicht-antioxidative Konservierungsstoffe erhöhen das Risiko für Bluthochdruck um 29 Prozent und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 16 Prozent.

Überraschend: Auch antioxidativ wirkende Stoffe wie Vitamin C (E300) zeigten einen Zusammenhang mit erhöhtem Bluthochdruck. Die Ergebnisse dürften die Diskussion über Zusatzstoffe in Diät- und Fitnessprodukten weiter anheizen.

de | wissenschaft | 69535180 |