Konsolen-Ende: 45 Prozent Spieler wechseln zum PC
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Branche erlebt einen fundamentalen Umbruch: Während NVIDIA und AMD mit neuer KI-Hardware und cleveren Kompressionsverfahren die PC-Leistung nach vorne treiben, wenden sich immer mehr Spieler von den Konsolen ab. Der Grund: das drohende Ende der physischen Spiele-Discs.
NVIDIA zeigt neue Hardware – und eine Überraschung
Auf der Bilibili World 2026 in Shanghai präsentierte NVIDIA am Donnerstag gleich mehrere Neuheiten. Im Zentrum stand die RTX 5080, die in zahlreichen Game-Editionen gezeigt wurde. Partner wie ASUS, MSI, Colorful, GIGABYTE und Galax hatten eigene Designs im Gepäck. Die Referenzmodelle kosten umgerechnet rund 1.070 Euro.
Doch der Grafikkarten-Primus überraschte auch mit einem ungewöhnlichen Produkt: GeForce-Sammelkarten. Die erste Serie mit 14 Designs erinnert an Meilensteine wie den NV1 oder die GeForce 256. Verteilt werden sie über Gewinnspiele und Events wie die QuakeCon 2026 oder die gamescom 2026.
Für ambitionierte Nutzer hat NVIDIA zudem den RTX Spark im Angebot – ein kompaktes System mit Arm-CPU und Blackwell-GPU, das bis zu 128 GB Speicher und eine Rechenleistung von einem Petaflop bietet. Die nächste reine Verbraucher-GPU-Generation wird allerdings erst 2027 erwartet.
Samsung und AMD liefern sich Wettlauf um KI-Chips
Der Markt für KI-fähige PCs soll bis 2031 auf über 260 Milliarden Dollar wachsen – kein Wunder, dass die Chipriesen aufrüsten. Samsung arbeitet am Gaia AI Accelerator, einem 4nm-Chip, der KI-Aufgaben auf PCs beschleunigen soll. Erste Muster gehen bereits an HP und Lenovo. Die Massenproduktion könnte 2027 anlaufen.
AMD kontert mit dem Ryzen AI Max, einem High-End-Chip mit ebenfalls 128 GB Speicher. Qualcomm wiederum zielt mit dem Snapdragon C auf das Einstiegssegment. Der Wettbewerb ist eröffnet – und das bei steigenden RAM-Preisen, die 8 GB inzwischen zum neuen Standard machen.
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Weniger Speicher, mehr Tempo: AMDs clevere Kompression
Ein oft unterschätztes Problem: Moderne Spiele fressen Unmengen an Speicherplatz. AMD hat dagegen eine Lösung parat. Die DGF SuperCompression (DGFS) reduziert Geometriedaten um bis zu 22 Prozent – und das hardwareunabhängig. Das verkürzt Ladezeiten und schont die Festplatte.
Gleichzeitig bringt AMD FSR 4 auf Linux: Die Integration in Valves Proton Experimental läuft, FSR 4.1 für die RX-7000-Serie folgt im Juli 2026. Besitzer älterer Karten müssen sich bis Anfang 2027 gedulden. Wer nicht warten will, greift zu Drittanbieter-Tools wie Lossless Scaling, das selbst auf einer GTX 1060 noch Frame-Generierung ermöglicht.
Konsolen-Frust: Immer mehr Spieler wechseln zum PC
Ein Blick auf den Konsolenmarkt zeigt eine dramatische Entwicklung. Sony will die Produktion physischer Spiele-Discs bis Januar 2028 einstellen. Der Grund: Rund 80 Prozent der PlayStation-Umsätze und über 90 Prozent der Xbox-Erlöse entfallen bereits auf digitale Verkäufe. Aus Herstellersicht ist der Schritt also lukrativ.
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Doch viele Spieler sehen das anders. Eine Petition mit dem Titel „Tötet die Disc nicht“ hat bereits über 220.000 Unterschriften gesammelt. Eine Umfrage unter mehr als 6.500 PlayStation-Fans ergab: 45 Prozent erwägen einen Wechsel zum PC – genau wegen des geplanten Endes der physischen Medien.
Hinzu kommen mögliche Konsolenpreise von über 1.000 Euro für die nächste Generation und steigende Kosten für RAM und SSDs. Das Ende des Gebrauchtspiele-Marktes tut sein Übriges. Die Folge: Immer mehr Enthusiasten setzen auf den PC – trotz der aktuellen Herausforderungen bei den Grafikkartenpreisen.
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