KOS 6.1: KLANG integriert Halleffekte direkt in In-Ear-Prozessoren
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Audiospezialist KLANG:technologies hat das Betriebssystem-Update KOS 6.1 als kostenlose öffentliche Vorschauversion für alle berechtigten Prozessoren sowie die Hardware-Bedieneinheit KLANG:kontroller bereitgestellt. Die neue Softwareversion soll die bisherige Version KOS 6.0 bis Ende November auf offizieller Ebene ablösen. Die Aktualisierung steht Anwendern für die unterstützten Prozessoren ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung.
Integrierter Halleffekt direkt auf den Prozessoren
Kern der Aktualisierung ist die direkte Integration von Halleffekten für jeden individuellen In-Ear-Mix. Die Berechnung der Effekte erfolgt unmittelbar auf der Hardware der Prozessoren KLANG:konductor, KLANG:vokal, DMI-KLANG und KLANG:1pro. Damit entfällt die Notwendigkeit, Hallanteile über externe Effektgeräte oder separate Mischpultkanäle einzubinden.
Das System stellt vier unterschiedliche Raumtypen zur Verfügung: Room, Hall, Cathedral und Plate. Die Halleffekte lassen sich über einstellbare Zeiten, Return-Pegel sowie einen integrierten 4-Band-Equalizer anpassen. Zudem verfügt jeder einzelne Audiokanal über einen eigenen Reverb-Send-Weg.
Die Konfiguration ist auf Arbeitsabläufe bei Live-Produktionen abgestimmt. Monitor-Ingenieure richten die Grundeinstellungen des Halls zentral über die KLANG:app ein.
Musikerinnen und Musiker können ihren jeweiligen Hallanteil anschließend eigenständig über die KLANG:app oder direkt an der Bedieneinheit KLANG:kontroller justieren. Um den Umstieg im laufenden Tourneebetrieb zu erleichtern, werden bestehende Show-Dateien standardmäßig mit deaktiviertem Halleffekt geladen.
Hall für jeden In-Ear-Mix läuft jetzt direkt auf dem Prozessor — kein externes Effektgerät, kein zusätzlicher Mischpultkanal. Wie Sie die vier Raumtypen zentral einrichten und den Hallanteil sauber an die Musiker übergeben, zeigt unser Praxis-Guide in klaren Schritten. Kostenlosen Praxis-Guide jetzt anfordern
Gehörschutzfunktionen und Steuerung von Publikumsgeräuschen
Neben der Klangerweiterung umfasst KOS 6.1 auch Optimierungen im Bereich der Betriebssicherheit. Im KLANG:kontroller ist nun standardmäßig ein Sicherheits-Limiter aktiviert. Diese Schutzschaltung soll das Gehör der Musiker vor plötzlichen Signalspitzen bei maximalem Pegelausschlag bewahren, wie sie beispielsweise durch Kabelbrüche oder Rückkopplungen im Signalweg entstehen können.
Zusätzlich führt das Update eine Ducker-Funktion für Umgebungsmikrofone in den KLANG:kontroller ein. Dieser sogenannte Ambience-Ducker senkt die Signale der Mikrofone für Publikumsgeräusche automatisch ab, sobald das Bühnensignal einsetzt, und sorgt so für ein klareres Monitoring während der Darbietung.
Erweiterte Redundanz und Systemintegration
Für anspruchsvolle Live-Umgebungen bietet die Version KOS 6.1 erweiterte Ausfallsicherheitsfunktionen. Innerhalb redundanter Setups mit DiGiCo-Mischpulten folgen alle angeschlossenen Steuerungen und Instanzen der KLANG:app automatisch dem Ausweichprozessor.
Signalspitzen durch Kabelbruch oder Rückkopplung treffen das Ohr ohne Vorwarnung. Der Sicherheits-Limiter ist in der neuen Version standardmäßig aktiv, der Ambience-Ducker senkt Publikumsmikrofone automatisch ab, sobald das Bühnensignal einsetzt — unsere Checkliste zeigt, worauf Sie bei der Einrichtung achten. Sicherheits-Checkliste jetzt sichern
Dieser Wechsel kann entweder über ein Makro oder über die interne Konsolen-Backup-Engine initiiert werden. In Umgebungen ohne DiGiCo-Mischpulte lässt sich dieser Umschaltvorgang auf den Backup-Prozessor manuell über eine Aktionsschaltfläche in der KLANG:app ausführen.
