Krafttraining, Minuten

Krafttraining: 90-119 Minuten pro Woche senken Sterberisiko um 45%

21.06.2026 - 00:21:14 | boerse-global.de

Whey-Protein wird knapp und teuer, während Studien Krafttraining als Lebensverlängerer bestätigen. Der Markt für Supplements zeigt sich gespalten.

Nahrungsergänzungsmittel: Whey-Krise und neue Gesundheitsstudien
Krafttraining - Nahaufnahme von Sportnahrungsergänzungsmitteln und Proteinpulvern, mit unscharfen, teilweise leeren Supermarktregalen im Hintergrund. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel erlebt im Juni 2026 gegensätzliche Entwicklungen.

Whey-Krise: Regale bleiben leer

Ein globaler Mangel an Molkenprotein belastet die Verfügbarkeit von Sportnahrung in Deutschland. Produkte bekannter Marken wie ESN und More Nutrition fehlen bereits in zahlreichen Supermarktregalen. Grund: Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich.

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Die wirtschaftlichen Folgen sind massiv. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis für Whey-Konzentrat verdoppelt. Bei Whey-Isolat beträgt die Steigerung über 40 Prozent.

Die Suche nach Alternativen läuft. Ab 1. Juli startet in Niedersachsen das Projekt „Grashähnchen“ unter Leitung der Hochschule Osnabrück. Forscher untersuchen, ob Grünlandprotein als regionale Eiweißquelle in der Geflügelmast Soja ersetzen kann.

Mitochondrien als Schlüssel zum Altern

Die medizinische Forschung rückt die Zellkraftwerke ins Zentrum. In einem Fachgespräch erläuterte Zellbiologe Stephan Barth: Ein ungesunder Lebensstil lässt sich nicht durch Pillen ausgleichen. Dennoch könne Coenzym Q10 ab 30 Jahren sinnvoll sein.

Besonders chronischer Stress und hormonelle Umstellungen belasten die Mitochondrien. Die Endokrinologin Karin Amrein betonte Mitte Juni: Die Basis für Langlebigkeit bleibt eine ausgewogene Ernährung nach dem Tellermodell – viel Gemüse, Obst und Eiweiß.

Müdigkeit als Treiber des Marktes

Rund 30 Prozent der Deutschen fühlen sich zwei- bis dreimal pro Woche müde, 18 Prozent sogar täglich. Kein Wunder, dass Supplemente gegen Erschöpfung boomen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt: Vitamine B2, B3, B5, B9, B12 und C können wissenschaftlich belegt Müdigkeit reduzieren.

Doch die Versorgungslücken sind eklatant. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung haben 80 bis 90 Prozent der Menschen zu wenig Folsäure im Blut. Und 60 Prozent der Deutschen leiden an Vitamin-D-Mangel – das zeigte bereits eine RKI-Studie von 2016. Die Experten raten: Vor jeder Selbstmedikation den Nährstoffstatus ärztlich prüfen lassen.

Krafttraining senkt Sterberisiko deutlich

Neben Supplementen bleibt Bewegung die wichtigste Säule. Eine Harvard-Studie im British Journal of Sports Medicine liefert konkrete Zahlen. Über 147.000 Teilnehmer wurden drei Jahrzehnte begleitet.

Das Ergebnis: 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Tod um 19 Prozent, für neurologische Todesursachen um 27 Prozent. Wer zusätzlich Ausdauertraining macht, reduziert das Gesamtrisiko sogar um 45 Prozent.

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Wearables messen die Qualität

Der Markt für Fitness-Tracker entwickelt sich weiter. Mitte Juni wurden Sensoren vorgestellt, die Bewegungsqualität und Muskelbelastung beim Hybridtraining erfassen.

In den USA starteten zudem Plattformen für rezeptfreies, kontinuierliches Glukose-Tracking. Sportler erhalten Echtzeitdaten über ihren Stoffwechsel. In Deutschland ist diese Technologie allerdings noch nicht verfügbar.

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