Krafttraining, Minuten

Krafttraining: 90 Minuten pro Woche senken Herzinfarkt-Risiko um 19%

Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: FĂŒr Gesundheit und Langlebigkeit sind ProteinqualitĂ€t und Muskelbeschaffenheit entscheidender als die reine Masse.

Proteinzufuhr und MuskelqualitÀt: Neue Studien im Fokus
Ein muskulöser Arm, der einen Bizeps flexen lĂ€sst, mit unscharfem Hintergrund aus gesunden Lebensmitteln wie HĂ€hnchenbrust und GemĂŒse. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Studien zeigen: Die Kombination der Lebensmittel und die QualitÀt der Muskulatur sind mindestens genauso wichtig.

Wieviel Protein braucht der Mensch wirklich?

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt Erwachsenen 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht tĂ€glich. FĂŒr bestimmte Gruppen reicht das nicht. Kraftsportler sollten laut International Society of Sports Nutrition (ISSN) 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilo zu sich nehmen. Wer im Kaloriendefizit ist, kann sogar auf 2,3 bis 3,1 Gramm gehen.

Auch fĂŒr Menschen ĂŒber 65 gilt: Mindestens 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilo sind nötig, um den altersbedingten Muskelabbau zu bremsen.

Die Leucin-Schwelle: Warum die QualitÀt zÀhlt

Nicht jedes Protein ist gleich. Die biologische Wertigkeit entscheidet, wie gut der Körper das Eiweiß verwerten kann. Molkenprotein liegt mit Werten zwischen 104 und 110 an der Spitze, gefolgt vom Vollei (100) und Kartoffeln (98 bis 100). Pflanzliche Quellen wie Soja (84 bis 86) liegen darunter.

Der Trick: Durch gezielte Kombinationen – etwa Getreide plus HĂŒlsenfrĂŒchte – lĂ€sst sich die Wertigkeit pflanzlicher Proteine steigern. Entscheidend ist außerdem die Leucin-Schwelle. Pro Mahlzeit sollten 2 bis 3 Gramm der AminosĂ€ure Leucin enthalten sein, um die Muskelproteinsynthese optimal anzukurbeln. Das erreicht man zum Beispiel mit 20 Gramm hochwertigem Molkenprotein.

Pflanzliche ErnÀhrung: Vorteile und Risiken

Der Trend zu pflanzlicher Kost wĂ€chst – aus ökologischen und gesundheitlichen GrĂŒnden. Doch eine niederlĂ€ndische Modellierungsstudie aus dem Jahr 2026 mit ĂŒber 3.500 Teilnehmern zeigt: Wer tierische Proteine einfach durch pflanzliche ersetzt, riskiert eine Unterversorgung. Besonders Frauen und Ă€ltere Menschen unterschreiten dann oft die empfohlenen Zufuhrmengen.

Zudem fehlen bei rein pflanzlicher Kost ohne Supplementierung hÀufig kritische MikronÀhrstoffe wie Vitamin B12, Vitamin D, Selen, Zink und Jod.

Die gute Nachricht: Eine Querschnittsstudie aus Nordost-China (ebenfalls 2026) beobachtete bei Veganern und Vegetariern niedrigere Werte bei Körpergewicht, BMI und Blutfetten. Die kardiometabolischen Vorteile sind also signifikant. Wer pflanzlich isst, sollte auf vollstÀndige Proteinquellen setzen: Soja, Quinoa, Chiasamen und Hanfsamen liefern alle essenziellen AminosÀuren. Alternativ helfen geschickte Kombinationen von Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten.

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MuskelqualitÀt statt Muskelmasse

Neuere Forschung zeigt: Nicht die reine Muskelmasse entscheidet ĂŒber die Lebenserwartung, sondern die MuskelqualitĂ€t. Eine Studie der University of Edinburgh mit CT-Daten von 1.722 Erwachsenen ĂŒber zehn Jahre belegte einen starken Zusammenhang zwischen der Muskel-Attenuation und dem Herzinfarktrisiko.

Personen mit unterdurchschnittlicher MuskelqualitĂ€t hatten ein um 58 Prozent höheres Risiko fĂŒr Herzinfarkte – und ein um 85 Prozent höheres Sterberisiko.

Wie viel Krafttraining verlÀngert das Leben?

Eine Harvard-Studie mit ĂŒber 147.000 Teilnehmern ĂŒber bis zu 30 Jahre liefert konkrete Zahlen. Bereits 90 bis 119 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, um 19 Prozent. Das Alzheimer-bedingte Sterberisiko sinkt um 27 Prozent.

Interessant: Mehr als zwei Stunden Krafttraining pro Woche bringen keinen zusĂ€tzlichen Vorteil fĂŒr die Langlebigkeit. Die optimale Dosis liegt also bei etwa 90 bis 120 Minuten.

Markt fĂŒr Supplemente: Preise steigen, Trends boomen

Der Markt fĂŒr Sportnahrung boomt – und die Preise steigen. Seit Mitte 2023 haben sich Molkenprotein-Produkte kontinuierlich verteuert, teilweise auf bis zu 50 Euro pro Kilogramm. Neben Klassikern wie Kreatin gewinnen neue Trends an Bedeutung. Die Anden-Pflanze Maca wird als Alternative fĂŒr Ausdauer und Energie vermarktet – allerdings ist die Studienlage hier deutlich dĂŒnner.

Warnung vor Testosteronersatztherapien

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Kritisch sehen Mediziner den Anstieg von Testosteronersatztherapien (TRT), die in sozialen Medien stark beworben werden. Daten des Bundesinstituts fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zeigen: Die Verschreibungen testosteronhaltiger Medikamente stiegen zwischen 2009 und 2021 um 50 Prozent.

Experten warnen vor erheblichen Nebenwirkungen: erhöhtes Thrombose- und Herzinfarktrisiko sowie hormonelle Störungen. Ihr Rat: Statt zur Spritze lieber auf Training, Schlaf und Stressmanagement setzen.

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