Krafttraining, Osteoporose

Krafttraining bei Osteoporose: LIFTMOR-Studie zeigt 2,9 Prozent mehr Knochendichte

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 16:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gezieltes Krafttraining kann den Knochenschwund bremsen; eine Studie zeigte bei älteren Frauen eine höhere Wirbelknochendichte.
Helle, moderne Praxisräume mit Sportgeräten wie Hanteln und Medizinbällen in einer lichtdurchfluteten Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Erhalt stabiler Knochen gelingt nach Ansicht von Fachleuten nicht allein über die Zufuhr von Kalzium. Neben einer ausreichenden Nährstoffversorgung erfordert die Prävention und Therapie von Knochenschwund eine gezielte Stärkung der Muskulatur sowie spezialisierte ambulante Versorgungsangebote. Das Zusammenspiel beider Körpersysteme rückt in der Medizin zunehmend in den Fokus.

Die funktionelle Einheit von Muskeln und Knochen

Experten des Peking Union Medical College Hospital heben hervor, dass Knochen und Muskeln sich sowohl mechanisch als auch endokrin gegenseitig beeinflussen. Bei Erkrankungen wie Osteoporose müssen daher Muskelkraft, Muskelmasse und Muskelfunktion zwingend gemeinsam betrachtet werden.

Fachleute aus Peking weisen darauf hin, dass die Muskelmasse mit etwa 25 Jahren ihren Höchststand erreicht, ab dem 30. Lebensjahr absinkt und sich der Verlust ab dem 50. Lebensjahr beschleunigt.

Sarkopenie sei jedoch kein unausweichlicher Alterungsprozess, sondern behandelbar. Mangelnde Muskulatur erhöht nicht nur das Sturz- und Frakturrisiko, sondern kann auch Stoffwechselleiden wie Diabetes und Fettstoffwechselstörungen verschlimmern.

Anzeige

Ab dem 50. Lebensjahr verliert der Körper kontinuierlich an Muskelmasse, was weitreichende Folgen für die Beweglichkeit und Knochengesundheit haben kann. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie man mit nur sechs gezielten Übungen für zuhause effektiv gegensteuern kann. Gratis-PDF: Krafttraining gegen Muskelschwund sichern

Auch Chefarzt Thomas Kälicke betont, dass das Skelett dem Prinzip der Anpassung durch Nutzung folgt. Die maximale Knochenmasse werde um das 30. Lebensjahr erreicht.

Um den Knochenstoffwechsel anzuregen, brauche es hohe, kurze und abwechslungsreiche Belastungsreize. Empfohlen werden Übungen wie Kniebeugen, Kreuzheben und Überkopfdrücken mit progressiven Gewichten sowie Seilspringen, Sprungübungen und Treppensteigen.

Reines Ausdauertraining sei zwar förderlich für das Herz-Kreislauf-System, bleibe für den Knochenaufbau jedoch weitgehend ineffektiv. Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren entlasten das Skelett primär, weshalb Kraftreize über Wirbelsäule und Hüfte unverzichtbar seien.

Wissenschaftliche Belege für den Nutzen von Krafttraining

Die Bedeutung gezielter Reize belegt unter anderem die LIFTMOR-Studie an 101 postmenopausalen Frauen mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren und niedriger Knochenmasse.

Ein achtmonatiges Training mit zwei wöchentlichen Einheiten von je 30 Minuten schwerem Krafttraining bei mehr als 85 Prozent der Maximallast kombiniert mit Sprüngen führte zu einem Anstieg der Knochendichte an den Lendenwirbeln um 2,9 Prozent. In der Kontrollgruppe, die ein leichtes Heimprogramm absolvierte, sank der Wert hingegen um 1,2 Prozent.

Anzeige

Wer seine Vitalität und Knochenstärke bis ins hohe Alter bewahren möchte, findet in wissenschaftlich fundierten Trainingsmethoden den Schlüssel zum Erfolg. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report eines erfahrenen Orthopäden, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand maximale Ergebnisse für Ihre Fitness erzielen. Kostenlosen Trainings-Ratgeber jetzt herunterladen

Gleichzeitig mahnt der Orthopäde Yang Rongsen von der Nationaluniversität Taiwan zu einem bedachten Einstieg. Bei Sarkopenie dürfe nicht unkontrolliert mit schweren Gewichten trainiert werden. Er empfiehlt das Einteilen der Kräfte, rechtzeitiges Pausieren, schrittweise Steigerungen und eine angepasste Ernährung, da sonst Schäden an Muskeln, Sehnen, Bändern oder Knorpeln drohen.

Globale Belastung durch Knochenbrüche und Sarkopenie

Die Relevanz präventiver Maßnahmen zeigt sich an den Versorgungsdaten. Über zwei Drittel der in Deutschland stationär behandelten Knochenbrüche betreffen Personen über 65 Jahre. Zudem sind laut Kälicke rund vier von fünf Osteoporose-Erkrankten weiblich.

Für Österreich beziffert Alexander Bräuer von der Klinik Ottakring die Zahl der Betroffenen auf schätzungsweise 370.000 Frauen und 90.000 Männer. Dort stürzen rund 30 Prozent der über 65-Jährigen einmal pro Jahr, bei den 80-Jährigen liege die Quote bei 40 bis 50 Prozent.

In China liegt die Osteoporoseprävalenz nach Angaben des Peking Union Medical College Hospital bei 19,2 Prozent unter den Über-50-Jährigen, steigt ab 65 Jahren auf 32 Prozent und erreicht bei Frauen 51,6 Prozent. Das Manual Brasileiro de Osteoporose beziffert die weltweite Zahl der Betroffenen auf rund 200 Millionen Menschen.

Nach einer ersten Fraktur verdopple sich die Wahrscheinlichkeit für Folgefrakturen, bei Wirbelbrüchen steige sie auf das Vierfache. Strukturierte Früherkennungs- und Betreuungsprogramme könnten solche Ereignisse nachweislich deutlich reduzieren.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70425890 |