Krafttraining, Demenzrisiko

Krafttraining senkt Demenzrisiko um 45 Prozent: Neue Studien

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 08:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Krankenstand sinkt leicht, doch psychische Leiden nehmen zu. Betriebliche PrÀventionsmodelle zeigen messbare Erfolge bei Fehlzeiten und Fluktuation.

Psychische Erkrankungen: Firmen setzen auf Gesundheitsprogramme
Mitarbeiter nehmen an einer betrieblichen Gesundheits-Challenge teil, lĂ€cheln und interagieren in einem modernen BĂŒro. Fokus auf Bewegung und Wohlbefinden. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Firmen reagieren mit systematischen Gesundheitsprogrammen – und erzielen messbare Erfolge.

Gesundheitswettbewerb im Kreis Euskirchen

Ein Praxisbeispiel lĂ€uft von Mai bis September 2026 im Kreis Euskirchen. Über 50 Unternehmen mit rund 1.500 BeschĂ€ftigten nehmen an einem Aktionsjahr teil. Per App sammeln sie Punkte fĂŒr körperliche AktivitĂ€ten. Bereits zur Halbzeit dokumentierten die Teilnehmer ĂŒber 100.000 Bewegungsstunden. Die Kosten: rund 36 Euro pro Mitarbeiter.

Neben solchen zeitlich begrenzten Challenges gibt es dauerhafte Modelle. Das Linzer IT-Unternehmen MIC betreibt seit 2013 das Programm „fit2mic“ mit ĂŒber 40 PrĂ€ventionsangeboten. Dazu gehören Yoga, Muay Thai und ein firmeneigenes Fitnessstudio. CEO Alfred Hiebl und HR Director Margit Klima-Bencic betonen: Ziel ist eine ganzheitliche PrĂ€vention, die auch die mentale Gesundheit umfasst.

Krankenstand: Leichter RĂŒckgang, aber psychische Erkrankungen steigen

Die DAK beziffert den allgemeinen Krankenstand fĂŒr das erste Halbjahr 2026 auf 5,3 Prozent – ein leichter RĂŒckgang gegenĂŒber 5,4 Prozent im Vorjahr. Die durchschnittlichen Fehltage sanken von 9,9 auf 9,6 Tage. Doch psychische Erkrankungen legten um neun Prozent zu und sind mit 184 Fehltagen pro 100 Versicherte die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr ArbeitsunfĂ€higkeit.

Firmen mit aktiver Gesundheitsvorsorge zeigen deutliche Abweichungen vom Durchschnitt. MIC senkte seine Krankenstandstage um 25 Prozent unter das Niveau der IT-Branche. Auch die Fluktuationsrate liegt mit 6,6 Prozent weit unter dem Branchenschnitt von 15 bis 20 Prozent.

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Dennoch: Laut Daten der Wirtschaftskammer Oberösterreich und der Arbeiterkammer aus 2025 gingen 72 Prozent der BeschÀftigten trotz Krankheit zur Arbeit. Die Gesamtkosten durch KrankenstÀnde beziffert die WKO auf rund 4,8 Milliarden Euro bei 54 Millionen Fehltagen.

Vielfalt der PrÀventionsansÀtze

Die Maßnahmen werden immer breiter. Ein PrĂ€ventions-Leitfaden empfiehlt wöchentliches Krafttraining von 40 bis 60 Minuten – das könne das Demenzrisiko um bis zu 45 Prozent senken. Kommunale Dienste bieten gefĂŒhrte WaldspaziergĂ€nge zur Stressreduktion. In Berlin setzen Therapeuten auf Tanz-Therapien zur Verarbeitung von Traumata.

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Debatte um strukturelle Reformen

Parallel fordern Akteure aus Gesundheits- und Wirtschaftssektor strukturelle Änderungen. DAK-Chef Storm spricht sich fĂŒr eine Teilkrankschreibung aus – fĂŒr flexiblere ÜbergĂ€nge zwischen Krankheit und Arbeit. Politisch wird ĂŒber die Pflicht zur AU ab dem ersten Tag und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung debattiert.

WKOÖ-PrĂ€sidentin Hummer fordert verstĂ€rkte Kontrollen gegen Missbrauch. Umfragen zufolge vermuten viele Befragte unberechtigte Krankmeldungen im Kollegenkreis – obwohl die große Mehrheit fĂŒr sich selbst angibt, nie unberechtigt zu fehlen.

Angesichts prognostizierter FinanzlĂŒcken in der gesetzlichen Krankenversicherung von 11,8 bis 12 Milliarden Euro fĂŒr 2027 gewinnt die Eigenverantwortung der Unternehmen an Gewicht. Ohne Reformen oder effiziente PrĂ€vention könnte der Beitragssatz bis 2027 auf 18,3 Prozent steigen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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