Krafttraining senkt Herzinfarktrisiko um 45 Prozent
29.06.2026 - 05:30:21 | boerse-global.de
Schuld sind nicht nur Lebensstilfaktoren, sondern auch spezifische zelluläre Mechanismen und hormonelle Umstellungen.
Forscher identifizieren neue Stammzellen als Bauchfett-Treiber
Eine 2025 im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie der Institute City of Hope und UCLA liefert neue Erkenntnisse: Die Wissenschaftler identifizierten sogenannte CP-A-Stammzellen („committed preadipocytes, age-specific“). Diese steuern im männlichen Körper ab der Lebensmitte aktiv die Fettbildung. Der LIFR-Signalweg fungiert dabei als zentraler Schalter.
In Versuchen mit Mäusen mittleren Alters entstanden über 80 Prozent der Adipozyten im viszeralen Bauchfett neu. Die Ergebnisse ließen sich auch in menschlichem Gewebe bestätigen. Die CP-A-Zellen produzieren im weißen Fettgewebe ab der Lebensmitte besonders aggressiv neue Fettzellen.
Das Problem: Zugelassene Medikamente, die diesen Signalweg blockieren, gibt es nicht. Prävention durch Bewegung und Ernährung bleibt vorerst die einzige Stellschraube.
Hormoneller Wandel: Testosteron sinkt, Risiken steigen
Parallel zu den zellulären Veränderungen beobachten Mediziner einen klaren Zusammenhang zwischen sinkenden Testosteronspiegeln und der Zunahme von Körperfett. Ab etwa 40 Jahren führt der hormonelle Wandel zu Muskelabbau und gesteigerter Müdigkeit.
Das viszerale Fett gilt als besonders stoffwechselaktiv. Laut Expertenberichten aus dem Juni 2026 erhöht es das Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich.
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Ein Taillenumfang von 90 Zentimetern oder mehr gilt in der medizinischen Diagnostik – besonders bei asiatischen Populationen – als kritischer Risikomarker. Ziel klinischer Interventionen ist es daher, den Taillenumfang zu reduzieren und die Muskelmasse zu erhalten. Testosteron spielt hier eine Schlüsselrolle für Knochendichte, kognitive Leistung und Energiestoffwechsel.
Krafttraining: Die effektivste Waffe gegen Bauchfett
Fachleute setzen auf gezieltes Krafttraining, um entzündlichen Prozessen im Fettgewebe entgegenzuwirken. Prof. Dr. Kirsten Legerlotz von der Universität Wuppertal erklärt: Bei Belastung produziert die Muskulatur Myokine. Diese Botenstoffe entfalten gesundheitsfördernde Wirkungen und reduzieren Entzündungsfaktoren aus den Fettzellen. Empfohlen wird ein Ganzkörpertraining dreimal pro Woche – mit Übungen bis zur Erschöpfung.
Die Wirksamkeit bestätigt eine Studie im Journal of the American College of Cardiology vom 17. Juni 2026. Bei über 117.000 Probandinnen senkte bereits ein wöchentliches Krafttraining von mindestens zwei Stunden das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent. In Kombination mit moderatem aerobem Training sank das Herzinfarktrisiko sogar um 45 Prozent.
Ernährung: Die zweite Säule der Prävention
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Neben Bewegung spielen Ernährungsgewohnheiten eine entscheidende Rolle. Die Mayo Clinic empfiehlt eine Basis aus Gemüse, Obst, mageren Proteinen und gesunden Fetten. Ultra-verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Alkohol sollten vermieden werden.
Fallbeispiele aus der Fitnesspraxis zeigen: Eine hohe Proteinzufuhr von 180 bis 200 Gramm täglich, kombiniert mit ausreichend Schlaf und hoher Wasseraufnahme, hilft, signifikante Gewichtsverluste ohne massiven Muskelabbau zu erreichen. In klinischen Fällen von Adipositas kommen zudem medikamentöse Ansätze wie Tirzepatid oder hormonelle Therapien als ergänzende Optionen in Betracht.
