Kraniche, Vogelgrippe

Kraniche in Deutschland: RastplĂ€tze fĂŒllen sich nach Vogelgrippe-Sterben

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 11:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach dem schweren Kranichsterben im vergangenen Herbst fĂŒllen sich die RastplĂ€tze in Nord- und Ostdeutschland erneut. In Linum wurden bislang deutlich weniger Vögel gezĂ€hlt als zur gleichen Zeit des Vorjahres – der Hauptzug steht aber noch bevor.

  • Kraniche machen in Brandenburg Station auf ihrem Zug nach SĂŒden.  - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa
    Kraniche machen in Brandenburg Station auf ihrem Zug nach SĂŒden. - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa
  • Kraniche am Himmel ĂŒber Brandenburg.  - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa
    Kraniche am Himmel ĂŒber Brandenburg. - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa
  • Die Zugvögel sammeln sich derzeit auf abgeernteten Felder in Brandenburg fĂŒr ihren Weiterflug in Richtung SĂŒden zu den Überwinterungsgebieten.  - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa
    Die Zugvögel sammeln sich derzeit auf abgeernteten Felder in Brandenburg fĂŒr ihren Weiterflug in Richtung SĂŒden zu den Überwinterungsgebieten. - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa
Kraniche machen in Brandenburg Station auf ihrem Zug nach SĂŒden.  - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa Kraniche am Himmel ĂŒber Brandenburg.  - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa Die Zugvögel sammeln sich derzeit auf abgeernteten Felder in Brandenburg fĂŒr ihren Weiterflug in Richtung SĂŒden zu den Überwinterungsgebieten.  - Bild: Frank Hammerschmidt/dpa

Tausende Kraniche sind in Deutschland eingetroffen und sammeln sich in den Rastgebieten im Norden und Osten, nachdem im vergangenen Herbst mindestens 20.000 Tiere an Vogelgrippe gestorben waren.

Hoffnung auf unauffÀllige Saison

GĂŒnter Nowald, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Organisation Kranichschutz Deutschland, erwartet in diesem Jahr keine vergleichbare Katastrophe. Die Kranichzeit sei mit Blick auf die Vogelgrippe bislang unauffĂ€llig gestartet.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hĂ€lt das Risiko fĂŒr die laufende Saison jedoch nicht zuverlĂ€ssig vorhersagbar. FĂŒr September 2026 rechnet das Bundesforschungsinstitut fĂŒr Tiergesundheit mit einem leichten Anstieg der Virusnachweise bei GeflĂŒgel und Wildvögeln.

Brandenburg besonders betroffen

Die Region Linum in Brandenburg war im vergangenen Herbst besonders stark vom Kranichsterben betroffen. Helfer mussten dort massenhaft Kadaver einsammeln.

Nowald zufolge sind bereits erste Wellen der Zugvögel angekommen. Bis zur ersten OktoberhĂ€lfte werden weitere große Kranichgruppen erwartet, bevor die Tiere in Richtung SĂŒden weiterziehen.

RastplÀtze an der Ostsee und in Niedersachsen

Zu den wichtigen Rastgebieten gehören der Ostseebodden in Mecklenburg-Vorpommern, Feuchtgebiete in Brandenburg, die Niederlausitz und die Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen. Am Ostseebodden wurden zuletzt rund 10.000 Kraniche gezÀhlt.

Die Tiere suchen auf abgeernteten Feldern und in Feuchtgebieten nach Nahrung, um Energiereserven fĂŒr den Weiterflug aufzubauen. Naturfreunde können das Schauspiel bei FĂŒhrungen und Ranger-Touren beobachten.

Deutlich weniger Kraniche in Linum

In Linum wurden am 22. September 3.200 Kraniche gezĂ€hlt. Nach EinschĂ€tzung von Nowald ist das fĂŒr diesen Zeitpunkt der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren; am 23. September des Vorjahres waren dort 21.240 Tiere registriert worden.

Warum die Kraniche in diesem Herbst verspÀtet in Linum eintrafen, ist nach Angaben des Experten unklar. Die Zahl könne sich innerhalb weniger Tage deutlich erhöhen.

Vogelgrippe bleibt saisonales Risiko

Das vergangene Kranichsterben zeigt, wie schnell sich die GeflĂŒgelpest in großen Ansammlungen von Wildvögeln auswirken kann. Im Herbst 2025 wurden deutschlandweit mindestens 20.000 tote Kraniche geborgen; Brandenburg mit dem Rastgebiet Linum war besonders betroffen. FĂŒr die neue Saison lĂ€sst sich das Risiko nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts nicht zuverlĂ€ssig vorhersagen.

Die RastplĂ€tze erfĂŒllen fĂŒr die Zugvögel eine wichtige Funktion. Kraniche sammeln dort Nahrung und Energiereserven, bevor sie in ihre Überwinterungsgebiete weiterziehen. Die grĂ¶ĂŸten deutschen Rastregionen liegen unter anderem an der OstseekĂŒste, in Brandenburg, der Niederlausitz und der Diepholzer Moorniederung. Ihre Bedeutung reicht damit ĂŒber den Naturschutz hinaus: Die Gebiete sind auch Ziele fĂŒr Naturtourismus und gefĂŒhrte Beobachtungstouren.

Niedrige Zahl in Linum ist kein Entwarnungssignal

Die 3.200 Kraniche in Linum am 22. September liegen deutlich unter dem Vorjahreswert von 21.240 Tieren. Nach EinschĂ€tzung des Kranichschutzes kann sich die Zahl jedoch innerhalb weniger Tage verĂ€ndern, weil der herbstliche Zug in mehreren Wellen verlĂ€uft. Die verspĂ€tete Ankunft erklĂ€rt daher zunĂ€chst vor allem den frĂŒhen Saisonstand und erlaubt keine Aussage ĂŒber den weiteren Verlauf.

FĂŒr Besucher bleiben RĂŒcksicht und Abstand entscheidend. Rastende Kraniche benötigen ungestörte Schlaf- und NahrungsplĂ€tze; zugleich sollten Menschen den Kontakt zu kranken oder verendeten Wildvögeln vermeiden und entsprechende Funde den zustĂ€ndigen Behörden melden.

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