Kraniche, Vogelgrippe

Kraniche kehren nach Vogelgrippe-Sterben zu deutschen RastplĂ€tzen zurĂŒck

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tausende Kraniche sind in Deutschland eingetroffen, die großen RastplĂ€tze werden sich in den kommenden Wochen voraussichtlich weiter fĂŒllen. Nach dem massenhaften Sterben im vergangenen Herbst hoffen NaturschĂŒtzer auf eine unauffĂ€llige Saison.

Jetzt ziehen die Kraniche etwa aus Skandinavien wieder in Wellen gen SĂŒden. In Deutschland sammeln sie sich an zentralen RastplĂ€tzen.  - Bild: Patrick Pleul/dpa
Jetzt ziehen die Kraniche etwa aus Skandinavien wieder in Wellen gen SĂŒden. In Deutschland sammeln sie sich an zentralen RastplĂ€tzen. - Bild: Patrick Pleul/dpa

Tausende Kraniche sind nach dem Vogelgrippe-Sterben im vergangenen Herbst wieder in deutschen Rastgebieten eingetroffen.

NaturschĂŒtzer hoffen auf ruhige Saison

Die großen RastplĂ€tze im Norden und Osten Deutschlands sollen sich in den kommenden Wochen weiter fĂŒllen. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Kranichschutz Deutschland, GĂŒnter Nowald, geht davon aus, dass sich eine Katastrophe wie im Vorjahr nicht wiederholt.

Deutschlandweit seien damals mindestens 20.000 tote Kraniche geborgen worden. Besonders hart traf es die Region Linum in Brandenburg, wo Helfer massenhaft Kadaver einsammeln mussten.

Vogelgrippe-Risiko nicht zuverlÀssig vorhersagbar

Die Kranichzeit ist mit Blick auf die Vogelgrippe bislang unauffĂ€llig gestartet. Das Friedrich-Loeffler-Institut hĂ€lt die Entwicklung des Risikos in dieser Saison jedoch nicht zuverlĂ€ssig fĂŒr vorhersagbar und rechnet fĂŒr September 2026 mit einem leichten Anstieg der Virusnachweise bei GeflĂŒgel und Wildvögeln.

Erste Wellen bereits angekommen

Nach Angaben Nowalds sind die ersten Kraniche in mehreren Wellen eingetroffen. Bis zur ersten OktoberhĂ€lfte wĂŒrden noch viele weitere Zugvögel erwartet, bevor sie in Richtung SĂŒden weiterflögen.

Zu den großen Rastgebieten zĂ€hlt der Ostseebodden in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurden zuletzt rund 10.000 Kraniche gezĂ€hlt. Auch in den Feuchtgebieten Brandenburgs, in der Niederlausitz und in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen sammeln sich regelmĂ€ĂŸig zehntausende Vögel.

Linum verzeichnet deutlich weniger Vögel

In Linum wurden am 22. September 3.200 Kraniche gezÀhlt. Nach EinschÀtzung Nowalds war dies zu diesem Zeitpunkt der mit Abstand niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren. Am 23. September des Vorjahres waren dort 21.240 Kraniche registriert worden.

Warum die Vögel in diesem Herbst verspÀtet in Linum eingetroffen sind, ist nach Angaben des Experten unklar. Das Bild könne sich jedoch innerhalb weniger Tage Àndern.

Beobachtungen bei FĂŒhrungen möglich

Naturfreunde können die Kraniche bei FĂŒhrungen und Ranger-Touren beobachten. Die Zugvögel rasten in den Feuchtgebieten, um Nahrung aufzunehmen und Energiereserven fĂŒr den Weiterflug aufzubauen. Ihre Rufe und BalztĂ€nze machen sie zu einem beliebten Ziel fĂŒr Besucher.

Vogelgrippe bleibt ein saisonales Risiko

Das vergangene Kranichsterben zeigt, wie stark sich die GeflĂŒgelpest auf WildvogelbestĂ€nde auswirken kann. Nach Angaben aus der dpa-Meldung wurden deutschlandweit mindestens 20.000 tote Kraniche geborgen; besonders betroffen war die Region Linum in Brandenburg.

Das Friedrich-Loeffler-Institut rechnet fĂŒr September 2026 mit einem leichten Anstieg der Virusnachweise bei GeflĂŒgel und Wildvögeln. Eine verlĂ€ssliche Vorhersage des Risikos fĂŒr die gesamte Rastperiode ist damit nicht verbunden. Entscheidend bleibt, wie sich das Virus unter Wildvögeln verbreitet und ob es erneut zu grĂ¶ĂŸeren AusbrĂŒchen kommt.

Bedeutung fĂŒr Rastgebiete und Besucher

Die RastplĂ€tze im Norden und Osten Deutschlands sind wichtige Zwischenstationen auf dem Zugweg der Kraniche. Die Vögel nutzen Feuchtgebiete und Äcker, um vor dem Weiterflug in den SĂŒden Energiereserven aufzubauen. FĂŒr Regionen wie Linum, die Ostseebodden und die Diepholzer Moorniederung bedeutet die Saison zugleich eine große naturschutzfachliche und touristische Bedeutung.

Die bislang niedrige Zahl in Linum ist kein belastbarer Hinweis auf den weiteren Verlauf: Innerhalb weniger Tage können große SchwĂ€rme eintreffen. Besucher dĂŒrften deshalb besonders auf ausgewiesene BeobachtungsplĂ€tze, FĂŒhrungen und Ranger-Angebote angewiesen sein. Zugleich bleibt ein verantwortungsvoller Umgang mit Rast- und FutterflĂ€chen wichtig, damit die Tiere möglichst wenig gestört werden.

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