Kreatin, Depression

Kreatin gegen Depression: Wirksam bei Frauen, risikohaft bei bipolarer Störung

01.07.2026 - 01:18:25 | boerse-global.de

Eine aktuelle Studienauswertung belegt positive Effekte von Kreatin bei Frauen mit schweren Depressionen, zeigt aber auch Risiken für andere Patientengruppen auf.

Kreatin gegen Depressionen: Neue Analyse zeigt gemischte Ergebnisse
Kreatin - Ein abstraktes, leuchtendes Gehirn, umgeben von energetischen Partikeln, die Hoffnung und wissenschaftliche Forschung symbolisieren. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine aktuelle Analyse zeigt: Bei manchen Patienten wirkt es – bei anderen nicht.

Die systematische Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Brain Medicine wertete fünf klinische Studien mit insgesamt 238 Teilnehmern aus fünf Ländern aus. Das Ergebnis: Ein klares Ja und Nein zugleich.

Positive Effekte bei Frauen mit schweren Depressionen

Besonders vielversprechend sind die Daten für Patientinnen mit schweren depressiven Störungen (MDD). In zwei Studien kombinierten Forscher täglich fünf Gramm Kreatin mit dem Antidepressivum Escitalopram. Die depressive Symptomatik ging deutlich zurück, die Remissionsrate stieg.

Die statistische Effektstärke lag bei beachtlichen 1,13 (Cohen’s d). Auch in Kombination mit kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) zeigte Kreatin Wirkung. Die Theorie dahinter: Kreatin unterstützt den Energiestoffwechsel im Gehirn – ein Mechanismus, der besonders Frauen mit MDD zugutekommen könnte.

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Keine Wirkung – und gefährliche Nebenwirkungen

Drei Studien konnten dagegen keine signifikante Verbesserung nachweisen. Das galt für therapieresistente Patienten, jugendliche Mädchen und Menschen mit bipolarer Depression. In diesen Gruppen unterschied sich der Verlauf kaum von Placebo.

Noch alarmierender: Zwei Patienten mit bipolarer Depression entwickelten unter Kreatin hypomanische oder manische Symptome. Die körperlichen Nebenwirkungen blieben mit leichten Magen-Darm-Beschwerden zwar gering – das psychische Risiko wiegt schwerer.

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Noch keine allgemeine Empfehlung

Die Forscher warnen vor voreiligen Schlüssen. Die Studienlage sei zu dünn, die Teilnehmerzahlen zu gering, die Ergebnisse zu heterogen. Eine flächendeckende Empfehlung für Kreatin als Standardtherapie bei Depressionen sei verfrüht.

Was bleibt, ist ein klarer Forschungsauftrag: Größere, länger angelegte Studien müssen Dosierung und Langzeitsicherheit klären. Kreatin könnte sich als vielversprechender Baustein für personalisierte Therapien in der Psychiatrie erweisen – aber eben nicht für jeden.

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