Kreatin und Escitalopram: FĂŒnf Gramm tĂ€glich halfen Frauen nach acht Wochen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kreatin-Monohydrat ist vor allem aus dem Kraftsport bekannt, rĂŒckt jedoch zunehmend auch in den Fokus der neurologischen und psychiatrischen Forschung. Eine systematische Ăbersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Brain Medicine hat das Potenzial des NahrungsergĂ€nzungsmittels als mögliche Zusatzbehandlung bei Depressionen analysiert.
Die wissenschaftliche Arbeit stĂŒtzt sich auf die Auswertung von fĂŒnf randomisierten kontrollierten Studien und zeichnet ein differenziertes Bild zu den bisherigen Behandlungsergebnissen.
VorlÀufige Hinweise auf Effekte bei bestimmten Patientengruppen
Die in Brain Medicine ausgewerteten Daten deuten auf punktuelle Vorteile hin, wenn Kreatin begleitend zu bestehenden BehandlungsansÀtzen eingesetzt wird.
In einer der untersuchten Studien verbesserten sich depressive Symptome bei Frauen nach einem Zeitraum von acht Wochen signifikant stĂ€rker, wenn diese tĂ€glich fĂŒnf Gramm Kreatin zusĂ€tzlich zum Antidepressivum Escitalopram einnahmen. Eine weitere Untersuchung stellte Vorteile fest, wenn das Monohydrat ergĂ€nzend zu einer kognitiven Verhaltenstherapie verabreicht wurde.
Gleichzeitig fielen die Resultate in anderen untersuchten Patientengruppen weniger eindeutig aus. Studien mit jugendlichen Patientinnen sowie Personen mit bipolarer Depression zeigten nach acht Wochen keine signifikante Besserung der Beschwerden. WĂ€hrend einige Arbeiten einen RĂŒckgang depressiver Symptome in Kombination mit Antidepressiva oder Psychotherapie dokumentierten, konnten andere keinen messbaren Nutzen nachweisen.
Die Studienautoren heben hervor, dass der beobachtete Zusammenhang zwischen Kreatin und der Stimmungslage korrelativ und nicht kausal belegt sei. Kreatin gelte derzeit lediglich als mögliche, wissenschaftlich jedoch noch unbewiesene ErgĂ€nzung und ausdrĂŒcklich nicht als Ersatz fĂŒr etablierte, evidenzbasierte Therapien. FĂŒr belastbare Aussagen seien gröĂere und methodisch streng kontrollierte Untersuchungen erforderlich.
Kreatin kennt man aus dem Kraftsport â doch die Forschung prĂŒft lĂ€ngst, ob es auch Stimmung und Kognition unterstĂŒtzen kann. Eine systematische Ăbersichtsarbeit hat fĂŒnf randomisierte kontrollierte Studien ausgewertet und zeichnet ein differenziertes Bild: punktuelle Vorteile bei bestimmten Gruppen, in anderen Untersuchungen kein messbarer Nutzen. Unser kostenloser Ăberblick ordnet ein, was die Datenlage hergibt und wo sie endet. Evidenz-Ăberblick zu Kreatin und Psyche anfordern
Breiteres Forschungsspektrum zu Kognition und Stoffwechsel
Neben depressiven Erkrankungen stehen weitere potenzielle Anwendungsfelder im Blickfeld der Forschung. Fachberichte fassen Hinweise zusammen, wonach eine Supplementierung unter anspruchsvollen Bedingungen das KurzzeitgedĂ€chtnis, das logische Denken sowie die Verarbeitungsgeschwindigkeit unterstĂŒtzen könnte.
Zudem werden mögliche neuroprotektive Effekte bei Hirn- und RĂŒckenmarksverletzungen sowie bei Parkinson und Huntington erforscht. Weitere Untersuchungen deuten auf EinflĂŒsse auf eine verbesserte Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes sowie mögliche Anwendungen bei Arthrose und Fibromyalgie hin, wenngleich auch hier weiterer Forschungsbedarf besteht.
ZusÀtzliche Einblicke in kognitive und physische Parameter liefert eine zwölfwöchige Untersuchung im Journal of the International Society of Sports Nutrition.
An der Studie nahmen 73 körperlich inaktive Erwachsene im Alter von 45 bis 65 Jahren teil, von denen 64 Teilnehmende â 40 Frauen und 24 MĂ€nner â die Untersuchung beendeten. Sie erhielten tĂ€glich zwei Dosen Ă fĂŒnf Gramm Kreatinmonohydrat oder ein Placebo, kombiniert mit Programmen mit oder ohne Sport sowie einer GewichtsreduktionsdiĂ€t.
Wer Kreatin einnimmt und gleichzeitig ein Antidepressivum verschrieben bekommt, braucht klare Orientierung statt Vermutungen. Die ausgewerteten Studien zeigen: Die Hinweise auf einen Nutzen sind vorlĂ€ufig, der Zusammenhang korrelativ â und Kreatin ist ausdrĂŒcklich kein Ersatz fĂŒr etablierte Therapien. Unser kostenloser Leitfaden zeigt, welche Dosierungen in den Untersuchungen verwendet wurden und bei welchen Warnsignalen Sie Ă€rztlichen Rat suchen sollten. Leitfaden mit Dosierungs-Checkliste sichern
Die Einnahme war mit einer Zunahme an fettfreier Masse, Muskelkraft und Muskelausdauer sowie Verbesserungen ausgewÀhlter GedÀchtnis- und Aufmerksamkeitsparameter verbunden, selbst ohne sportliches Training.
Die Autoren schrĂ€nken jedoch ein, dass die gemessene fettfreie Masse auch zusĂ€tzliches Muskelwasser einschlieĂen kann und die kognitiven Befunde aufgrund kleiner Untergruppen vorlĂ€ufig bleiben. Langzeitwirkungen sowie Effekte bei Personen ĂŒber 65 Jahren sind bislang nicht belegt.

