Krebs: Regelmäßige Bewegung senkt Risiko um 47 Prozent
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen zunehmend die Rolle körperlicher Aktivität in der Onkologie. Aktuelle Daten von Christopher Booth von der Queen's University belegen, dass regelmäßige aerobe Bewegung den Krankheitsverlauf bei Brust-, Darm- und Prostatakrebs maßgeblich beeinflussen kann. Den Analysen zufolge sinkt das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung bei diesen Krebsarten um 37 Prozent. Zudem erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Krebserkrankung nach einer Behandlung nicht zurückkehrt, um 28 Prozent. Weitere Ergebnisse aus diesem Forschungskontext deuten darauf hin, dass regelmäßige körperliche Aktivität das allgemeine Risiko für den Krankheitsverlauf bei Krebs sogar um bis zu 47 Prozent senken kann.
Diese Erkenntnisse sind vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen von Bedeutung. In der Slowakei etwa verzeichnet das Nationale Onkologische Institut (NOI) jährlich mehr als 35.000 neue Krebsdiagnosen. Die Forschung konzentriert sich daher verstärkt auf ergänzende Maßnahmen, die über die klassische Medikation hinausgehen.
Risiken durch langes Sitzen und Potenziale leichter Aktivität
Ein wesentlicher Faktor für die Mortalität bei Krebserkrankungen ist laut Untersuchungen der University of Glasgow das tägliche Bewegungsverhalten. In einer Studie mit 90.000 Freiwilligen wurde festgestellt, dass langes Sitzen das Risiko, an Krebs zu sterben, erhöht. Die Forscher beobachteten jedoch, dass bereits kurze Bewegungspausen im Alltag eine protektive Wirkung entfalten können. Das Ersetzen von Sitzzeiten durch leichte Aktivitäten wie Gehen oder Hausarbeit trage dazu bei, dieses Sterberisiko zu senken.
Unterstützung der Krebstherapie durch Training und Ernährung
Besondere Aufmerksamkeit widmet die Forschung der Erhaltung der körperlichen Verfassung während einer laufenden Chemotherapie. Eine Studie am Chung-Ang University Hospital, die im Zeitraum von 2021 bis 2023 mit 60 Krebspatienten im Alter von mindestens 65 Jahren und fortgeschrittenen Erkrankungen durchgeführt wurde, untersuchte ein zwölfwöchiges kombiniertes Programm. Dieses bestand aus gezielter Bewegung und einer begleitenden Proteinergänzung von 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
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Die Ergebnisse zeigten, dass die Muskelmasse der Patienten trotz der Belastung durch die Chemotherapie erhalten werden konnte. Die Teilnehmer wiesen dabei eine Einhaltungsquote von 65 Prozent beim Training und 75 Prozent bei der Ernährungsvorgabe auf. Parallel dazu verbesserte sich die Lebensqualität signifikant: Die Werte für Ermüdung sanken auf einer Skala von 52,2 auf 15,9, während die Schmerzbelastung von 59,2 auf 7,1 zurückging. Komplikationen traten während des Programms nicht auf.
Reduzierung von Nebenwirkungen durch Heimprogramme
Ein im Journal of the National Comprehensive Cancer Network beschriebenes sechswöchiges Heimprogramm namens EXCAP kombiniert Gehen mit Widerstandstraining. Diese Intervention zielte darauf ab, die Aktivität von Patienten stabil zu halten. Im Gegensatz dazu reduzierte die Kontrollgruppe in der Studie ihre tägliche Schrittzahl um 53 Prozent. Laut der Untersuchung reduziert gezielte Bewegung Entzündungsprozesse im Körper und lindert spezifische Nebenwirkungen wie die tumorassoziierte Fatigue sowie das sogenannte „Chemo-Brain“, eine kognitive Beeinträchtigung nach der Behandlung.
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Körperliche Fitness als Faktor für den Therapieerfolg
Eine prospektive Kohortenstudie unterstreicht zudem den Zusammenhang zwischen der körperlichen Verfassung vor und während der Therapie. Höhere körperliche Fitness und eine ausgeprägte Muskelmasse verbessern demnach die Verträglichkeit der Chemotherapie, insbesondere bei Brustkrebspatientinnen. Ein höherer Anteil an Muskelmasse wird in diesen Untersuchungen mit einer höheren möglichen Dosisintensität der Medikamente und einer pathologischen Komplettremission in Verbindung gebracht. Dies deutet darauf hin, dass körperlich fitte Patienten die notwendigen medizinischen Behandlungen besser verkraften und somit die Heilungschancen steigen können.
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