Kryptogeldwäsche: Elf Länder zerschlagen 389-Millionen-Plattform
14.06.2026 - 03:41:05 | boerse-global.de
Die Operation richtete sich gegen den Dienst „AudiA6" und das dazugehörige Cybercrime-Forum „Dark2Web". Zwei mutmaßliche Haupttäter wurden in Georgien festgenommen.
Festnahmen in Batumi
Die koordinierte Aktion unter Führung von Europol und Eurojust führte am 11. Juni zur Verhaftung von Ruslan Igorevich Tkachuk (37, ukrainischer Staatsbürger) und Alexander Vladimirovich Ledenev (25, Russe) in Batumi, Georgien. Das US-Justizministerium hat Anklage wegen Verschwörung zur Geldwäsche erhoben und die Auslieferung beantragt.
Der Fall zeigt eindrucksvoll, mit welcher kriminellen Energie Hacker sensible Daten und Finanzen angreifen. Wie Sie Ihre persönlichen Konten bei Amazon, WhatsApp & Co. durch modernste Technologie effektiv vor unbefugtem Zugriff schützen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Die sicherste Alternative zu Passwörtern jetzt gratis entdecken
Ermittler führten zwischen Dezember 2022 und Mai 2026 insgesamt sechs verdeckte Operationen durch. Diese lieferten die entscheidenden Beweise für den Zugriff.
Milliarden-Umsatz mit Bitcoin-Mixing
Seit 2021 fungierte AudiA6 als sogenannter Bitcoin-Mixing-Dienst. Solche Dienste vermischen Kryptotransaktionen, um die Herkunft illegaler Gelder zu verschleiern. Insgesamt flossen rund 10.333 Bitcoin durch die Plattform – damals etwa 389 Millionen Euro wert.
Allein zwischen 2022 und 2025 wusch der Dienst über 336 Millionen Euro für Cyberkriminelle. Besonders Ransomware-Banden nutzten die Plattform. Laut Analysen der Firma Chainalysis flossen mindestens 16 Millionen Euro an Lösegeldzahlungen durch AudiA6. Rund 393 Bitcoin wurden direkt aus Darknet-Märkten und Cybercrime-Aktivitäten zurückverfolgt.
Die Betreiber kassierten Provisionen zwischen drei und zehn Prozent pro Transaktion – geschätzte zehn Millionen Euro Gebühren.
Umfangreiche Beschlagnahmungen
Zwischen dem 10. und 13. Juni beschlagnahmten die Ermittler:
- 25 Domains und über 30 Server in den USA, Deutschland, Island und Frankreich
- Zahlreiche Telegram-Konten zur Abwicklung der Transaktionen
- Das Dark2Web-Forum wurde komplett vom Netz genommen
Die georgischen Behörden sicher zudem umfangreiches Vermögen der Verdächtigen:
- Über 80 Luxusfahrzeuge
- Mehrere Immobilien
- Rund 900.000 Dollar (etwa 778.000 Euro) in Kryptowährungen
- Etwa 86.000 Euro Bargeld
Während Behörden gegen große Netzwerke vorgehen, bleiben Privatnutzer oft im Visier von Cyber-Spionen, die Schwachstellen in Windows-Systemen ausnutzen. Schützen Sie Ihren PC wirksam vor Viren und Ausspäh-Programmen mit den bewährten Strategien unserer Sicherheitsexperten. Kostenloses Anti-Virus-Paket hier herunterladen
Riesiges Netzwerk von Geldwäschern
Die Ermittler deckten ein massives System von Strohmännern auf. Über 6.000 gefälschte KYC-Datensätze (Know Your Customer) wurden identifiziert. Mit diesen erstellte der Dienst Bank- und Börsenkonten, um die Geldflüsse weiter zu verschleiern.
Auswirkungen auf laufende Ermittlungen
Die Zerschlagung von AudiA6 wird zahlreiche offene Verfahren beeinflussen. Europol zufolge war der Dienst mit mindestens 15 internationalen Cybercrime-Ermittlungen verknüpft. Die australische Bundespolizei konnte etwa eine Lösegeldzahlung eines australischen Unternehmens aus dem Jahr 2024 auf die Plattform zurückführen.
Den Angeklagten drohen bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft. Die erfolgreiche Aktion zeigt, wie international vernetzt die Strafverfolgung inzwischen gegen spezialisierte Finanzdienstleistungen im Cybercrime-Bereich vorgeht.
