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Künstliche Intelligenz: KI-Modell ahmt Hippocampus-Funktionen nach

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher der TU Graz präsentieren mit GCML ein KI-Modell, das menschliche Denkprozesse nachbildet und dabei nur 20 Watt verbraucht.

TU Graz KI-Modell GCML: Nachahmung des menschlichen Hippocampus
Abstrakte Darstellung eines leuchtenden neuronalen Netzwerks in Form eines menschlichen Gehirns als Symbol für KI-Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der Forschung zur künstlichen Intelligenz markiert die Entwicklung von Modellen, die biologische Prozesse imitieren, einen wichtigen Trend. Ein Team der Technischen Universität (TU) Graz stellte im Juli 2026 mit dem „Generative Cognitive Map Learner“ (GCML) einen neuen Ansatz vor, der menschliche kognitive Lösungsstrategien und neuronale Planungsprozesse erfolgreich nachahmt. Das Modell orientiert sich dabei an der Arbeitsweise des Hippocampus, einer zentralen Hirnregion für Navigation und Gedächtnisbildung.

Mechanismen der kognitiven Kartenbildung

Die Architektur des GCML basiert auf drei wesentlichen Mechanismen, die zusammenwirken, um komplexe Umgebungen zu erfassen und Entscheidungen vorzubereiten. Das Modell nutzt kognitive Karten, stochastische neuronale Berechnungen – das sogenannte neuronale Sampling – sowie eine kompositionelle Kodierung. Durch diese Kombination ist das System in der Lage, Folgezustände vorauszusagen, ohne auf eine globale Fehlerrückführung angewiesen zu sein, wie sie bei herkömmlichen KI-Verfahren oft notwendig ist.

Die Autoren der Studie, Hui Lin, Yukun Yang, Rong Zhao, Giovanni Pezzulo und Wolfgang Maass, beschreiben in ihrer Arbeit, wie das Modell neuronale Planungsprozesse des Menschen abstrahiert. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden im Juli 2026 in der Fachzeitschrift Nature Machine Intelligence veröffentlicht. Dabei konnte belegt werden, dass die KI nicht nur statistische Muster erkennt, sondern ähnlich wie ein biologisches Gehirn agiert, um Aufgaben durch interne Simulationen zu lösen.

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Ein zentraler Vorteil des GCML liegt in seinem geringen Ressourcenverbrauch. Während große Sprachmodelle (Large Language Models) für Training und Betrieb enorme Mengen an Strom benötigen, arbeitet das Modell der TU Graz mit einer Leistungsaufnahme von lediglich 20 Watt. Damit verbraucht es laut den vorliegenden Daten wesentlich weniger Energie als herkömmliche KI-Systeme vergleichbarer Komplexität.

Diese Effizienz macht die Technologie besonders für den Einsatz in Bereichen interessant, in denen Rechenleistung vor Ort und ohne permanente Anbindung an große Serverzentren benötigt wird. Forscher sehen potenzielle Anwendungsgebiete vor allem in der Robotik, bei autonomen Fahrzeugen sowie in sogenannten Edge-Geräten, also Hardware, die Daten direkt an ihrem Entstehungsort verarbeitet.

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Die Funktionsfähigkeit des Modells wurde in verschiedenen Szenarien erprobt. Im Rahmen der Studie wurde der GCML erfolgreich in drei spezifischen Aufgaben getestet: der Navigation in einer zweidimensionalen Umgebung, der Orientierung in einem abstrakten Raum sowie der korrekten Zusammensetzung von Silhouetten. In allen Fällen zeigte das System die Fähigkeit, eigenständig Strategien zu entwickeln und Aufgaben zielgerichtet auszuführen.

Die Entwicklung des Generative Cognitive Map Learner war das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit. Neben der TU Graz waren die Tsinghua University sowie der italienische National Research Council an dem Projekt beteiligt. Die Kooperation unterstreicht die globale Bedeutung der Forschung an bio-inspirierten Algorithmen, die eine Brücke zwischen der Neurowissenschaft und der praktischen Informatik schlagen sollen. Durch die Veröffentlichung unter der DOI 10.1038/s42256-026-01254-4 wird das Modell nun der breiteren Fachöffentlichkeit für weitere Untersuchungen und Anwendungen zugänglich gemacht.

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