Künstliche, Süßstoffe

Künstliche Süßstoffe: 62 Prozent schnellerer kognitiver Abbau

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 00:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Künstliche Süßstoffe stehen im Verdacht, den geistigen Verfall zu beschleunigen. Neue Forschungen zeigen zudem Störungen des Darmmikrobioms.

Süßstoffe im Fokus: Studie zeigt Risiko für kognitiven Abbau
Ein beleuchtetes Gehirnmodell mit leuchtenden Neuronenbahnen, umgeben von unscharfen, kristallinen Strukturen, die Zuckerersatzstoffe darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Besonders betroffen sind Menschen unter 60 Jahren.

Die im Juli 2026 in Neurology veröffentlichte Untersuchung begleitete über acht Jahre hinweg 12.772 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren. Das Ergebnis: Probanden mit dem höchsten Süßstoffkonsum – durchschnittlich 191 mg pro Tag – zeigten einen um 62 Prozent schnelleren kognitiven Abbau als die Gruppe mit der geringsten Aufnahme (20 mg pro Tag). Das entspricht einer zusätzlichen biologischen Alterung des Gehirns von etwa 1,6 Jahren.

Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Diabetikern und Menschen unter 60 Jahren. Aspartam, Saccharin, Acesulfam K, Erythritol, Sorbitol und Xylitol wurden mit einem Rückgang der Gedächtnisleistung in Verbindung gebracht. Nur für Tagatose fanden die Forscher keinen solchen Zusammenhang.

Wie Süßstoffe das Darmmikrobiom stören

Eine zweite Studie der University of Cambridge, veröffentlicht am 17. Juli 2026 in Molecular Systems Biology, liefert mögliche Erklärungen. Die Forscher testeten 39 kommerziell erhältliche Süßstoffe an 25 verschiedenen Darmbakterienstämmen. 75 Prozent der getesteten Stoffe beeinflussten das Bakterienwachstum.

Besonders alarmierend: Die Kombination aus Isosteviol (einem Stevia-Bestandteil) und dem Antidepressivum Duloxetin unterdrückte gesundheitsfördernde Bakterien wie Roseburia intestinalis. Die Produktion von Buttersäure sank um mehr als 25 Prozent, während die Glutamin-Konzentration um 50 Prozent anstieg. Die entstehende Bakterienflüssigkeit erwies sich in Zelltests als toxisch.

Angesichts der weiten Verbreitung von Duloxetin – allein in den USA wurden 2022-2023 rund 18 Millionen Rezepte ausgestellt – sind mögliche Wechselwirkungen im Alltag keine Randerscheinung.

WHO aktualisiert Leitlinien zur Demenzprävention

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Parallel zu den neuen Studien hat die Weltgesundheitsorganisation Mitte Juli 2026 ihre Leitlinien zur Senkung des Demenzrisikos überarbeitet. Die WHO schätzt, dass bis zu 45 Prozent der weltweiten Demenzfälle durch die Beeinflussung modifizierbarer Risikofaktoren vermeidbar wären. Aktuell leben rund 57 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung, die jährlichen Kosten werden auf über 1.100 Milliarden Euro geschätzt.

Die Organisation empfiehlt nachdrücklich körperliche Aktivität, den Verzicht auf Tabak und Alkohol sowie die konsequente Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes. Eine gesunde Ernährung wird als konditionale Empfehlung geführt. Von einer routinemäßigen Supplementierung mit Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren zur Prävention rät die WHO ab – sofern kein diagnostizierter Mangel vorliegt.

KI und Bluttests: Früherkennung wird präziser

Neben Lebensstilfaktoren gewinnen technologische Ansätze an Bedeutung. KI-Modelle und spezifische Bluttests auf Biomarker wie p-tau217 können Alzheimer-Risiken laut aktuellen Forschungsdaten bis zu sieben Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent vorhersagen. In Deutschland sind solche Tests bislang vornehmlich in Spezialzentren verfügbar.

Diabetes-Medikamente als Hoffnungsträger

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Wussten Sie, dass 75 % der getesteten Süßstoffe das Darmmikrobiom stören? Die Cambridge-Studie zeigt: Besonders die Kombination aus Stevia-Bestandteilen und dem Antidepressivum Duloxetin kann gesundheitsfördernde Bakterien unterdrücken. Dieser Report verrät, welche Süßstoffe Sie meiden sollten – und wie Sie Ihre Ernährung umstellen, ohne auf Genuss zu verzichten. Report zur Süßstoff-Falle jetzt sichern

Eine im Juli 2026 veröffentlichte Auswertung des JAMA-Netzwerks zeigt, dass bestimmte Wirkstoffklassen aus der Diabetes-Therapie potenzielle Synergien für die Gehirngesundheit bieten. SGLT2-Hemmer senkten das Alzheimer-Risiko in den untersuchten Daten um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent.

Die Forschung zu direkten Anti-Tau-Wirkstoffen liefert indes gemischte Ergebnisse. Der Wirkstoff Ceperognastat zeigte in einer Phase-2-Studie trotz Reduktion von Tau-Fibrillen keinen klinischen Nutzen bei leichter Demenz. Der Antikörper Diranersen hingegen konnte in niedriger Dosierung den kognitiven Abbau um bis zu 42 Prozent verlangsamen. Experten zufolge dürften künftig der Zeitpunkt der Intervention und die Kombination verschiedener Therapieansätze entscheidend sein.

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