Kurkumin, Darmadenome

Kurkumin und Darmadenome: Studie zeigt 44 Prozent weniger große Polypen

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Spezielle Kurkumin-Präparate gingen mit weniger größeren Adenomen einher; ob sie Darmkrebs verhindern, müssen weitere Studien klären.
Frische Kurkumawurzeln auf einem dunklen Holzhintergrund im natürlichen Licht. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Hinweise darauf, dass Kurkumin – der charakteristische gelbe Farbstoff aus der Kurkumawurzel – eine schützende Wirkung gegen Vorstufen von Darmkrebs entfalten könnte.

Eine klinische Studie der Universität Tokushima und der Präfekturuniversität für Medizin Kyoto, die im August 2026 in einem internationalen Fachjournal publiziert wurde, untersuchte diesen Zusammenhang über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass speziell aufbereitete Formulierungen des Pflanzenstoffs das wiederholte Auftreten bestimmter Risikopolypen bremsen können.

Signifikante Reduktion bei größeren Darmadenomen

Im Rahmen der multizentrischen Untersuchung wurden landesweit 577 Personen im Alter zwischen 30 und 70 Jahren begleitet, denen zuvor im Rahmen einer Darmspiegelung mindestens ein Polyp endoskopisch entfernt worden war.

Insgesamt waren 26 medizinische Einrichtungen an der Erhebung mit rund 600 Teilnehmenden beteiligt. Die Probanden erhielten über zwei Jahre hinweg täglich entweder Kapseln mit einem besser resorbierbaren Kurkumin oder ein Placebo, gefolgt von einer abschließenden Endoskopie.

Bei der Gesamtzahl der neu aufgetretenen Polypen stellten die Forscher keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen fest. Eine deutliche Abweichung zeigte sich jedoch bei den klinisch besonders relevanten, größeren Polypen ab einem Durchmesser von 6 Millimetern, bei denen eine endoskopische Entfernung empfohlen wird.

In der Kurkumin-Gruppe lag die Rate solcher Befunde bei 7,5 Prozent, während sie in der Kontrollgruppe unter Placebo 13,3 Prozent erreichte. Dies entspricht einer Verringerung des relativen Risikos um rund 44 Prozent.

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Zudem bildeten sich tendenziell weniger und kleinere Adenome. Bei Personen, denen in der Vergangenheit bereits viele Polypen entfernt worden waren, fiel die hemmende Wirkung auf Neubildungen besonders deutlich aus.

Wirkmechanismus und Frage der Bioverfügbarkeit

Als biologischer Wirkmechanismus gilt nach bisherigen Erkenntnissen die Hemmung entzündlicher Signalwege sowie eine Verlangsamung unkontrollierter Zellteilungsprozesse. Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass handelsübliches Kurkumapulver eine sehr geringe Bioverfügbarkeit aufweist und im Körper lediglich zu rund 1 Prozent aufgenommen wird.

In der klinischen Studie kamen daher spezielle, in ihrer Löslichkeit verbesserte oder nanoverkleinerte Formulierungen zum Einsatz, die eine wesentlich höhere Aufnahme im Verdauungstrakt ermöglichen.

Hinsichtlich der Verträglichkeit gab es positive Befunde: In der zweijährigen Beobachtungszeit traten unter Kurkumin weder erhöhte Nebenwirkungen noch schwere unerwünschte Ereignisse auf. Dennoch mahnen Experten zur Vorsicht bei Vorerkrankungen wie Gallensteinen oder bei einer gleichzeitigen Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten.

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Offene Fragen für die langfristige Prävention

Prof. Takahashi von der Universität Tokushima betonte, dass Kurkumin das Wachstum gutartiger Polypen zu bösartigen Tumoren hemmen könnte. Die Universität bezeichnete die Ergebnisse als weltweit ersten klinischen Nachweis für einen potenziellen darmkrebspräventiven Effekt der Substanz.

Dennoch bleibt weiterer Klärungsbedarf: Künftige Studien müssen erst noch langfristig überprüfen, ob die Behandlung tatsächlich das Auftreten manifester Krebserkrankungen verhindert. Zudem soll weiter analysiert werden, welche Patientengruppen und Risikoprofile am stärksten von einer solchen Nahrungsergänzung profitieren.

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