Lagerungsschwindel, KrÀutertherapie

Lagerungsschwindel: KrĂ€utertherapie senkt RĂŒckfĂ€lle nach sechs Monaten

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 18:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
37 Studien berichten ĂŒber geringere Schwindelwerte und weniger RĂŒckfĂ€lle; die Forschenden bewerten die Evidenz jedoch als niedrig bis sehr niedrig.
Verschiedene getrocknete KrĂ€uter und Heilpflanzen auf einem hölzernen Untergrund in natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Nach der erfolgreichen Repositionierung von Otolithen beim gutartigen Lagerungsschwindel leiden viele Patienten weiterhin unter anhaltenden Gleichgewichtsstörungen.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse des Dongzhimen Hospital der Beijing University of Chinese Medicine, die im Fachjournal Frontiers in Medicine erschien, hat den Nutzen von Rezepturen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bei diesem Restschwindel untersucht. Im Fokus stand die sogenannte milzstĂ€rkende und schleimlösende Therapieform (SSPR).

Die Forschenden fĂŒhrten eine Literaturrecherche bis zum 5. Mai 2026 durch, bei der zunĂ€chst 2.437 Treffer identifiziert wurden. In die abschließende Analyse flossen 37 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 2.794 Teilnehmern ein, die im Zeitraum von 2016 bis 2026 in China publiziert worden waren.

Messbare Verbesserungen im Vergleich zur Standardtherapie

Die Meta-Analyse des Dongzhimen Hospital verglich die pflanzlichen Interventionen sowohl als Monotherapie als auch als Begleitbehandlung mit etablierten Standardtherapien wie Betahistin, Ginkgo-PrÀparaten oder vestibulÀrer Rehabilitation.

Im direkten Vergleich zur alleinigen Standardtherapie fĂŒhrte die pflanzliche Behandlung zu einer Reduktion im Dizziness Handicap Inventory (DHI) um 9,24 Punkte. Auf der visuellen Analogskala (VAS) fĂŒr Schwindel verringerte sich der Wert um 1,32 Punkte, wĂ€hrend sich fĂŒr den TCM-Syndrom-Score eine standardisierte mittlere Differenz (SMD) von -1,84 ergab.

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Wurde die pflanzliche Rezeptur mit der bestehenden Standardtherapie kombiniert, zeigten sich weitere Verbesserungen: Der DHI sank um zusĂ€tzliche 9,33 Punkte, und auf der VAS-Skala wurde ein RĂŒckgang um 1,39 Punkte verzeichnet.

Zudem stieg die Wahrscheinlichkeit einer vollstĂ€ndigen Beschwerdeauflösung um den Faktor 1,66. Auch hinsichtlich des langfristigen Verlaufs wies die Analyse Unterschiede auf: Die Rezidivrate nach sechs Monaten lag bei 4,24 % in den Interventionsgruppen gegenĂŒber 14,97 % unter Standardbehandlung, was einem relativen Risiko (RR) von 0,35 entsprach.

HÀufig eingesetzte HeilkrÀuter und methodische EinschrÀnkungen

Bei der Auswertung der Rezepturen analysierte das Team des Dongzhimen Hospital auch die am hÀufigsten verwendeten Arzneipflanzen. Den Spitzenplatz belegte Banxia, das in 34 Studienrezepturen vorkam. Es folgten Gancao und Baizhu mit jeweils 31 Nennungen, Fuling mit 30 sowie Tianma mit 28 ErwÀhnungen.

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Trotz der positiven statistischen Werte verweisen die Autoren auf erhebliche qualitative Limitationen der zugrundeliegenden Daten. Nach dem GRADE-System wurde die Evidenzsicherheit fĂŒr die untersuchten Endpunkte ĂŒberwiegend als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Dies erfordert eine vorsichtige Interpretation der Ergebnisse im klinischen Alltag.

Breiteres Interesse an integrativen AnsÀtzen

Die Debatte ĂŒber den Stellenwert fernöstlicher AnsĂ€tze in der Neurootologie spiegelt sich auch in der internationalen Fachwelt wider. Auf der 33. Jahrestagung der BĂĄrĂĄny Society, die vom 15. bis 18. Oktober 2026 in Shanghai und damit erstmals in China ausgerichtet wurde, bildeten vestibulĂ€re Erkrankungen und integrative AnsĂ€tze einen zentralen Programmpunkt.

Dort prĂ€sentierte unter anderem das Zentrum fĂŒr Schwindel der Ersten Klinik der Henan-UniversitĂ€t fĂŒr TCM unter der Leitung von Vizedirektor Zhao Min und Zhang Daopei neun eigene Forschungsergebnisse zur integrativen Behandlung von Schwindel.

Zhao Min leitete auf der Tagung die Sitzung zu TCM und vestibulĂ€ren Störungen und berichtete ĂŒber KomorbiditĂ€ten von vestibulĂ€rer MigrĂ€ne und Schlafstörungen anhand von fĂŒnf Postern. Zhang Daopei moderierte eine Sitzung zur Telemedizin bei Schwindelerkrankungen und wurde im Rahmen der Tagung neben 97 weiteren Wissenschaftlern zum Mitglied der BĂĄrĂĄny Society gewĂ€hlt.

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