Langlebigkeit, Regeln

Langlebigkeit: 5 Regeln italienischer Großmütter für 2,4 Jahre mehr

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 20:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Trend zum entschleunigten Leben nach Vorbild italienischer Großmütter verändert Konsumverhalten und Reisebranche messbar.

Nonnamaxxing: Trend zu Omas Lebensstil beflügelt Mode und Tourismus
Rustikaler Holztisch mit hausgemachter Pasta und einem Glas Wein in warmem Sonnenlicht, der italienische Lebensfreude vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der digitalen Lifestyle-Kultur hat sich unter dem Begriff „Nonnamaxxing“ eine Bewegung etabliert, die den entschleunigten Lebensstil traditioneller italienischer Großmütter zum Ideal erhebt. Der Trend, der verstärkt auf Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube beobachtet wird, propagiert eine Rückbesinnung auf frische Küche, Gelassenheit und eine deutliche Reduzierung von Alltagsstress. Marktforscher und Psychologen sehen darin eine Reaktion auf die spezifischen Belastungen jüngerer Generationen.

Burnout-Prävention durch Entschleunigung

Ein wesentlicher Treiber für die Popularität von Nonnamaxxing ist der hohe Grad an psychischer Belastung innerhalb der Generation Z. Erhebungen zeigen, dass sich 74 Prozent der Angehörigen dieser Altersgruppe ausgebrannt fühlen. Als Gegenentwurf zu einem durch Digitalisierung und Leistungsdruck geprägten Alltag dient die „Nonna“ – die italienische Großmutter – als Symbol für Authentizität, Gastfreundschaft und familiäre Traditionen.

Der Trend umfasst dabei nicht nur ästhetische Aspekte, sondern wird als ganzheitliches Konzept zur Stressbewältigung wahrgenommen. Experten wie die Psychologin Terri Apter weisen darauf hin, dass der intergenerationale Austausch das Wohlbefinden beider Altersgruppen fördern kann. Diese soziale Komponente ist ein zentraler Pfeiler des Trends, der unter verwandten Begriffen wie „Nonna Core“ oder „Grandmacore“ firmiert.

Signifikante Verschiebungen im Konsumverhalten

Die Begeisterung für den großmütterlichen Lebensstil schlägt sich messbar im Konsum- und Suchverhalten nieder. Daten von Pinterest belegen für das letzte Quartal einen Anstieg der Suchanfragen nach Oversized-Sonnenbrillen um 81 Prozent, während das Interesse an Babydoll-Kleidern um 24 Prozent zunahm. Auf TikTok verzeichnete die Suche nach der „Grandma aesthetic“ einen Zuwachs von 150 Prozent.

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Auch im Handel hinterlässt die Entwicklung Spuren. Der Zahlungsdienstleister Afterpay registrierte eine gestiegene Nachfrage nach klassischen Kleidungsstücken: Derby-Schuhe legten um 37 Prozent zu, während Polo-Pullover ein Plus von 172 Prozent verzeichneten. Die Modeindustrie reagiert bereits auf diese Strömung; so diente etwa die Miu Miu Frühjahr/Sommer-Kollektion 2026 als Inspiration für den Look, der durch Retro-Prints, klobige Sandalen, Perlen, Goldschmuck und Kopftücher charakterisiert wird.

Wissenschaftliche Perspektiven auf Longevity

Hinter den ästhetischen Merkmalen stehen gesundheitliche Praktiken, die zunehmend in den Fokus der Langlebigkeitsforschung rücken. Eine Forscherin der Stanford University untersuchte die Lebensweise ihrer 85-jährigen italienischen Mutter Livia und identifizierte fünf Kernregeln: Freude an mediterraner Kost, natürliche Bewegung wie zügiges Gehen, intensive soziale Kontakte, ein ausgeprägter Sinngehalt im Leben sowie allgemeiner Genuss. Den Analysen zufolge unterdrücken soziale Bindungen Entzündungsgene; das epigenetische Alter der Probandin lag zudem 2,4 Jahre unter ihrem chronologischen Alter.

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Ähnliche Beobachtungen machte der Fitness-Coach Lorenzo Bio bei seinen 93-jährigen Großeltern in Italien. Zu den gesundheitsfördernden Faktoren zählen hier eine Ernährung mit natürlichen Zutaten, ein Leben im Rhythmus der Natur mit mindestens 30 Minuten Sonnenlicht täglich sowie die Integration von Bewegung in den Alltag durch Hausarbeit oder Spaziergänge. Ein bewusster Umgang mit Stress, etwa durch langsame Morgenstunden und bildschirmfreie Wochenenden, ergänzt dieses Profil.

Tourismus und intergenerationale Aktivitäten

Die kommerzielle Relevanz des Trends dehnt sich auch auf den Reisesektor aus, wo das Phänomen als „Grandma Tourism“ bezeichnet wird. Junge Reisende suchen gezielt nach authentischen Erlebnissen mit älteren Menschen, wie beispielsweise Pasta-Kochkursen. Eine Studie von GetYourGuide verdeutlicht das Potenzial dieses Segments: Demnach gaben 76 Prozent der befragten Vertreter der Generation Z an, dass sie solche Aktivitäten mit Großmüttern buchen würden. Damit entwickelt sich Nonnamaxxing von einem rein digitalen Phänomen zu einem treibenden Faktor für neue Angebote im Dienstleistungssektor.

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