Langsame, Atmung

Langsame Atmung: Vier Sekunden ein, sechs bis acht Sekunden aus

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

FachbeitrĂ€ge beleuchten Trainingsgestaltung, Erholung und AtemĂŒbungen als mögliche ErgĂ€nzungen bei AngstzustĂ€nden und chronischer Erschöpfung.

Krafttraining und Achtsamkeit: AnsÀtze gegen Angst und Erschöpfung
Ein minimalistisch eingerichteter, lichtdurchfluteter Trainingsraum mit Hanteln und einer Yogamatte auf dem Boden. Illustration mit AI erstellt.

Fachartikel thematisieren zunehmend, wie ein strukturiertes Krafttraining zur BewĂ€ltigung von AngstzustĂ€nden beitragen kann und auf welche Weise AchtsamkeitsĂŒbungen Sportler bei chronischer Erschöpfung unterstĂŒtzen.

Körperliche AktivitÀt wird dabei nicht als alleinige Therapieform verstanden, sondern als mögliche ErgÀnzung zu etablierten Verfahren wie Psychotherapie oder medikamentösen Behandlungen. Bewegung, eine gesteigerte Achtsamkeit und das Entwickeln von Selbstwirksamkeit stehen im Mittelpunkt dieser AnsÀtze.

Strukturierter Trainingsaufbau und gesundheitliche Rahmenbedingungen

FĂŒr den Einstieg in ein angstreduzierendes Krafttraining raten FachbeitrĂ€ge zu einer vorherigen Ă€rztlichen AbklĂ€rung sowie zu professioneller Anleitung. Empfohlen werden leichte GrundĂŒbungen und das Erlernen einer sauberen Technik.

Als Richtwert fĂŒr Einsteiger gelten zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils mindestens einem Ruhetag dazwischen, wobei die Belastung schrittweise gesteigert werden soll. Treten anhaltende MĂŒdigkeit, Schlafprobleme oder Schmerzen auf, sei eine Pause oder eine Reduzierung der Belastung angezeigt.

In Österreich untersuchen wissenschaftliche Arbeiten die Wirkung, Sicherheit, optimale Trainingsdosis sowie Langzeiteffekte des Trainings anhand von randomisierten kontrollierten Studien, LĂ€ngsschnittuntersuchungen und Meta-Analysen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen generell muskelkrĂ€ftigende AktivitĂ€ten fĂŒr alle großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche.

Eine Übersichtsarbeit berichtet nach zehn Wochen Krafttraining von durchschnittlich rund 1,4 Kilogramm mehr fettfreier Masse, 1,8 Kilogramm weniger Fettmasse und einem um etwa 7 Prozent höheren Ruheumsatz, wĂ€hrend die Knochenmineraldichte um 1 bis 3 Prozent höher lag.

Eine Meta-Analyse von 16 prospektiven Kohortenstudien aus dem Jahr 2022 stellte zudem fest, dass muskelkrĂ€ftigende AktivitĂ€t mit einem um 10 bis 17 Prozent geringeren Risiko fĂŒr Gesamtsterblichkeit und mehrere Erkrankungen verbunden ist.

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Erholungsmanagement und hormonelle Reaktionen

Intensives Training erfordert eine Anpassung von Volumen, IntensitÀt und HÀufigkeit an die individuelle RegenerationsfÀhigkeit. Zu viel Stress ohne ausreichende Erholung kann die LeistungsfÀhigkeit mindern und das Verletzungsrisiko steigern.

FachbeitrĂ€ge beschreiben, dass das Stresshormon Cortisol wĂ€hrend des Krafttrainings zunĂ€chst ansteigt und nach Trainingsende innerhalb von 20 bis 30 Minuten wieder absinkt. Ein vorgeschlagener Trainingsablauf umfasst fĂŒnf bis zehn Minuten AufwĂ€rmen, 45 bis 60 Minuten Krafttraining sowie jeweils fĂŒnf bis zehn Minuten fĂŒr AbkĂŒhlen und Entspannung.

Bei Kraftsportlern können intensives Training, Wettkampfdruck, das Lebensumfeld, unzureichende ErnĂ€hrung und Schlafmangel zu erhöhten Cortisolwerten fĂŒhren. Als Anzeichen fĂŒr Überlastung werden unter anderem Schmerzen im Oberkörper oder in den Schultern, unruhiger Schlaf, Appetitverlust, Muskelanspannung und deutlicher Leistungsverlust genannt.

Fachleute empfehlen neben sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht auch aktive Erholung, Ruhetage, Periodisierung und Deload-Wochen. Als gelenkschonende Alternative wird Tiefwassertraining beschrieben, dessen rhythmische Bewegungen bei einer Wassertemperatur von 28 bis 32 Grad Celsius Entlastung bieten können.

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Achtsamkeit und Atemtechniken gegen chronische Erschöpfung

Powerliftern und anderen Sportlern mit Erschöpfungssymptomen wird geraten, Atmung und Körperhaltung bewusst wahrzunehmen und Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren.

Zur Entlastung des Nervensystems werden unter anderem verlĂ€ngerte Ausatmungsphasen vorgeschlagen, etwa vier Sekunden Einatmen und sechs bis acht Sekunden Ausatmen ĂŒber tĂ€glich fĂŒnf Minuten. Weitere AnsĂ€tze umfassen zehn Atemwiederholungen, kurze kalte Duschen von 30 bis 60 Sekunden sowie bildschirmfreie Ruhephasen.

Studien aus den USA und Europa, die langsame AtemĂŒbungen mit kurzen Nickerchen verglichen, stellten bei den AtemĂŒbungen vergleichbare RĂŒckgĂ€nge bei Angst und geistiger Erschöpfung fest wie nach zehn bis 20 Minuten Schlaf, gestĂŒtzt durch Messungen von Herzfrequenz und Stresshormonen.

Als wirksame Methode gilt ein Rhythmus mit vier Sekunden Einatmen, ein bis zwei Sekunden Pause und sechs Sekunden Ausatmen ĂŒber drei bis fĂŒnf Minuten, was etwa sechs Atemzyklen pro Minute entspricht.

Bei schweren Lungenerkrankungen, unkontrolliertem Asthma oder sehr niedrigem Blutdruck sollte vor solchen AtemĂŒbungen Ă€rztlicher Rat eingeholt werden. ErgĂ€nzend werden Entspannungstechniken aus dem Yoga sowie sensorische ErdungsĂŒbungen genannt, um akuten Belastungsreaktionen entgegenzuwirken.

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