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Last Seen Online: AR-Mission schickt Jugendliche ab 13 auf digitale Spurensuche

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Lernspiel führt Jugendliche durch einen fiktiven Kriminalfall und vermittelt Quellenprüfung sowie Wissen über algorithmisch geprägte Feeds.

Escape Fake: Neue AR-Mission vermittelt Jugendlichen Wissen über Algorithmen
Abstrakte, leuchtende Datenknoten und Verbindungen in einem dunklen Raum, die digitale Informationsströme symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Die Mechanismen hinter algorithmischen Empfehlungen und die Dynamiken sozialer Plattformen stellen insbesondere Heranwachsende vor kognitive Herausforderungen. Digitale Filter und personalisierte Feeds können dazu führen, dass Informationsräume verengt und Gegenpositionen ausgeblendet werden.

Um das Bewusstsein für diese Prozesse zu schärfen, setzen Bildungsprojekte zunehmend auf interaktive Formate. Ein Beispiel für diesen Ansatz ist die Veröffentlichung der neuen Mission „Last Seen Online“ innerhalb des Augmented-Reality-Lernspiels „Escape Fake“, die das Verständnis für Empfehlungsalgorithmen, Online-Gemeinschaften und die thematische Verengung digitaler Inhalte vermitteln soll.

Spielerische Rekonstruktion digitaler Pfade

Das Format richtet sich gezielt an Jugendliche ab einem Alter von 13 Jahren. Im Zentrum der Augmented-Reality-Erfahrung steht ein fiktiver Kriminalfall: Die Spielenden müssen das Verschwinden des jugendlichen Nutzers mit dem Profilnamen @TryHard_Trivia aufklären. Die Handlung führt durch drei unterschiedliche thematische Online-Welten, die den Bereichen Fitness, Kochen und Lifestyle sowie Wellness gewidmet sind.

Um den Fall zu lösen, analysieren die Teilnehmenden digitale Spuren im virtuellen Raum. Sie entschlüsseln Social-Media-Beiträge, prüfen den Informationsgehalt und ordnen Quellen kritisch ein. Das didaktische Ziel besteht darin, Mechanismen offenzulegen, durch die algorithmische Systeme bestimmte Inhalte priorisieren und Nutzerinnen sowie Nutzer schrittweise in geschlossene Informationsblasen lenken können.

Kooperation zwischen Medienhäusern und Entwicklern

Entwickelt wurde das Projekt federführend von Studio Polycular, der Organisation Waag Futurelab und der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auf redaktioneller Seite begleitete das Faktencheck-Team der dpa die Konzeption der Inhalte, geleitet von Teresa Dapp. Die Ausgestaltung der Mission entstand zudem in Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus drei Ländern, um deren reale Mediennutzungsgewohnheiten in die Spielmechaniken einfließen zu lassen.

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Nachdem die Mission ihre Premiere beim Ars Electronica Festival 2026 gefeiert hatte, erfolgte die offizielle Veröffentlichung in Berlin.

Verbreitung und europäische Rahmenförderung

Technisch wird das Lernangebot über eine mobile Anwendung für die Betriebssysteme Android und iOS bereitgestellt, die in acht Sprachen zur Verfügung steht. Der neue Handlungsstrang „Last Seen Online“ ist als Bestandteil der sogenannten Plus-Lizenz in der Anwendung abrufbar.

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Auf institutioneller Ebene wird das Vorhaben durch das EU-Programm Creative Europe kofinanziert. Das Projekt verdeutlicht die Strategie europäischer Bildungs- und Medieninitiativen, Methoden der Faktenprüfung und algorithmische Bildung nicht rein theoretisch im Unterricht zu behandeln, sondern über erweiterte Realitäten und narrative Rätselformate direkt in der Lebenswelt junger Zielgruppen zu verankern.

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