Lebenserwartung, Harvard-Experten

Lebenserwartung: Harvard-Experten erklÀren Bewegung zur stÀrksten Medizin

04.06.2026 - 21:03:06 | boerse-global.de

Ein neuer Harvard-Ratgeber betont Bewegung und Muskelkraft als entscheidend fĂŒr ein langes Leben und spricht sich gegen ĂŒbertriebene Hoffnungen auf NahrungsergĂ€nzungsmittel aus.

Harvard-Studie: Bewegung und Krafttraining als SchlĂŒssel zur Langlebigkeit
Lebenserwartung - Eine Gruppe von Senioren trainiert im Freien bei Sonnenaufgang, macht DehnĂŒbungen und Krafttraining, um VitalitĂ€t und Langlebigkeit zu zeigen. 04.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Kardiorespiratorische Fitness, Muskelkraft und strukturierte Gewohnheiten – das sind die wahren Hebel fĂŒr ein langes Leben. Medikamente oder NahrungsergĂ€nzungsmittel können da nicht mithalten.

Anzeige

Ab 50 verliert der Körper jedes Jahr Muskelmasse – die wenigsten wissen, was das wirklich bedeutet. Ein Experte erklĂ€rt, wie Sie mit nur 6 einfachen Übungen zuhause gegensteuern können. Alle Übungen kostenlos als PDF herunterladen

Harvard-Ratgeber: Bewegung schlÀgt jede Pille

Der am 3. Juni veröffentlichte Ratgeber „Pathways to Longevity“ von Harvard Health Publishing macht klar: Die kardiorespiratorische Fitness ist der stĂ€rkste EinzelprĂ€diktor fĂŒr die Lebenserwartung. Körperliche AktivitĂ€t senkt das Sterberisiko maßgeblich.

Konkret empfehlen die Experten mindestens 7.000 Schritte pro Tag. Dazu kommt eine Kombination aus Kraft-, Ausdauer- und Gleichgewichtstraining.

Gleichzeitig erteilen die Autoren Heilsversprechen von Medikamenten wie Rapamycin, Metformin oder GLP-1 eine klare Absage. Auch fĂŒr Multivitamine, Omega-3-FettsĂ€uren oder Kollagen fehlen ausreichende Belege, dass sie die Lebensspanne tatsĂ€chlich verlĂ€ngern.

Muskelkraft senkt Sterberisiko signifikant

Eine aktuelle Studie in JAMA Network Open untermauert die Bedeutung von Krafttraining. Forscher beobachteten ĂŒber 5.400 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren ĂŒber einen langen Zeitraum.

Das Ergebnis: Eine höhere Muskelkraft – gemessen durch Griffkraft und den Chair-Stand-Test – korreliert mit einem signifikant geringeren Sterberisiko. Steigt die Griffkraft um eine Standardabweichung, sinkt die Sterblichkeit um zwölf Prozent. Und das unabhĂ€ngig vom allgemeinen Bewegungsausmaß.

Schlaf beeinflusst das Bewegungsverhalten

Die australische Monash University prÀsentierte heute eine Studie mit Daten von fast 20.000 Smartwatch-Nutzern. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Schlaf und AktivitÀt.

Personen mit nur fĂŒnf Stunden Schlaf bewegten sich 41,5 Minuten mehr als solche mit neun Stunden. Zudem fĂŒhrte eine frĂŒhere Schlafenszeit tendenziell zu mehr Bewegung am Folgetag.

Anzeige

Fit und schmerzfrei bis ins hohe Alter: So richten Sie Ihr Heim-Fitnessstudio fĂŒr unter 50 Euro ein. Prof. Dr. Wessinghage verrĂ€t die 5 Trainingshelfer, die in jedes Wohnzimmer passen. Kostenlosen Report fĂŒr Ihr Heim-Training anfordern

66 Tage fĂŒr neue Gewohnheiten

Das Konzept „Operation 66“ setzt genau hier an. Es basiert auf der Annahme, dass der Mensch rund 66 Tage braucht, um eine neue Gewohnheit zu verinnerlichen.

Die Kernelemente: tÀglich 60 Minuten Bewegung, bewusste ErnÀhrung nach der 90/10-Regel und der Verzicht auf digitale GerÀte in der ersten und letzten Stunde des Tages.

Der Trend zur Reduzierung der Bildschirmzeit zeigt sich auch in der Postbank Digitalstudie 2026. Befragt wurden 3.050 Personen im April und Mai. Ergebnis: Die durchschnittliche Internetnutzung in Deutschland sank auf 67,4 Stunden pro Woche – ein Minus von fĂŒnf Stunden. Besonders bei den unter 40-JĂ€hrigen plant fast ein Drittel, die Smartphone-Nutzung weiter einzuschrĂ€nken.

Mediterrane Vielfalt und Morgenroutinen

Der Onkologe Silvio Garattini empfiehlt kleine Portionen und mediterrane Vielfalt. Sein Tipp: Mahlzeiten beenden, bevor das volle SĂ€ttigungsgefĂŒhl eintritt.

Longevity-Experte Dr. Kien Vuu setzt auf zehnminĂŒtige Morgenroutinen. Diese kombinieren FlĂŒssigkeitsaufnahme, Qigong oder intensive Bewegungen wie Burpees sowie AtemĂŒbungen. Ziel: Stress abbauen und die Konzentration fĂŒr den Tag fördern.

de | wissenschaft | 69484285 |