Lebergesundheit, SpÀte

Lebergesundheit: SpÀte Mahlzeiten erhöhen das MASLD-Risiko um 31 Prozent

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 15:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeitstudie verbindet Essen nach dem Abendessen mit höheren Risiken fĂŒr MASLD und Zirrhose, belegt jedoch keine Ursache.

SpĂ€te Mahlzeiten: Studie verknĂŒpft Essenszeiten mit Leberrisiken
Ein minimalistisch eingerichtetes Esszimmer bei Nacht, in dem ein leerer Holztisch im Mondlicht steht. Illustration mit AI erstellt.

Der Zeitpunkt von Mahlzeiten gewinnt in der ernÀhrungsmedizinischen Forschung zunehmend an Bedeutung. Eine Untersuchung der Oregon Health & Science University (OHSU), publiziert im Fachjournal Clinical Gastroenterology and Hepatology (DOI 10.1016/j.cgh.2026.09.047), zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen spÀten Mahlzeiten und Lebererkrankungen.

Berichten vom 9. Oktober 2026 zufolge geht Nahrungsaufnahme nach dem Abendessen oder nach der regulĂ€ren Schlafenszeit mit einem um 20% bis 30% erhöhten Risiko fĂŒr sĂ€mtliche Formen von Leberleiden einher, darunter die metabolische dysfunktionsassoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) sowie Zirrhose.

Langzeitdaten von fast 200.000 Personen

Die Untersuchung stĂŒtzt sich auf eine breite Datenbasis von 199.155 Teilnehmern, die aus der Nurses' Health Study, der Nurses' Health Study II sowie der Health Professionals Follow-up Study stammen.

Über einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 16 Jahren traten in dieser Kohorte 4.477 MASLD-FĂ€lle und 312 Zirrhose-FĂ€lle auf. Die statistische Analyse ergab, dass spĂ€tes Essen das relative Risiko fĂŒr MASLD um 31% und das fĂŒr eine Zirrhose um 28% steigerte.

Dieser Zusammenhang blieb auch nach statistischer Bereinigung um Einflussfaktoren wie den Body-Mass-Index (BMI), Diabetes, das Ausmaß körperlicher AktivitĂ€t, die tĂ€gliche Kalorienaufnahme, die allgemeine ErnĂ€hrungsqualitĂ€t und den Alkoholkonsum stabil.

Da es sich um eine beobachtende Studie handelt, die auf SelbstauskĂŒnften der Teilnehmer beruht, liefert die Veröffentlichung keinen formalen KausalitĂ€tsnachweis.

Finanziert wurde das Vorhaben von der American Association of the Study of Liver Diseases Foundation unter dem Förderkennzeichen CTORA24-179910. Zur direkten Beobachtung von Essverhalten und Mahlzeitenzeiten rekrutiert die OHSU derzeit Teilnehmer fĂŒr eine Folgeuntersuchung.

Einfluss auf den zirkadianen Rhythmus

Hintergrund der Beobachtungen sind chronobiologische Prozesse. Der Studienleiter Dr. Robert Wilechansky von der OHSU erlĂ€uterte, dass die Leber eng an den zirkadianen Rhythmus gekoppelt sei. Bereits eine zeitliche Verschiebung der Kalorienzufuhr könne gesundheitliche Unterschiede bewirken, ohne dass die Zusammensetzung der Lebensmittel verĂ€ndert werden mĂŒsse.

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Nur ein kleinerer Teil der Menschen mit einer Fettleber entwickle letztlich eine Zirrhose, wobei eine zeitliche Verlagerung der Kalorienaufnahme auf mehrere Stunden vor dem Zubettgehen von Vorteil sein könne.

Co-Autor Dr. Andrew McHill von der OHSU wies darauf hin, dass die Nahrungsaufnahme in der Nacht – wenn die biologische Uhr den Schlaf fördert – die Effizienz des Stoffwechsels verringere. Dies könne Fettleibigkeit, Diabetes und BeeintrĂ€chtigungen der Lebergesundheit begĂŒnstigen, weshalb neben Schlaf und Bewegung auch das zeitliche Timing der Mahlzeiten zu beachten sei.

Eine frĂŒhere Untersuchung mit ĂŒber 11.000 Teilnehmern der National Health and Nutrition Examination Survey wies bereits darauf hin, dass die Kombination aus Stress und nĂ€chtlichem Snacken den Darm doppelt belasten könne.

Verbreitung und Handlungsempfehlungen

Die Relevanz solcher Lebensstilfaktoren wÀchst vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen: Die MASLD-FÀlle sind in den vergangenen drei Jahrzehnten um 143% gestiegen. Weltweit sind schÀtzungsweise 40% der Erwachsenen von MASLD betroffen.

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In den USA liegt der Anteil bei bis zu 30% der Bevölkerung, in Großbritannien bei rund einem von vier Erwachsenen, wobei die Erkrankung in frĂŒhen Stadien meist symptomlos verlĂ€uft. Schreitet der Leberschaden bis zu einer Zirrhose voran, Ă€ußert sich dies unter anderem durch MĂŒdigkeit, Appetitlosigkeit, Juckreiz, Gelbsucht, Libidoverlust und Übelkeit.

Fachleute raten vor diesem Hintergrund dazu, idealerweise zwei bis vier Stunden vor der gewohnten Schlafenszeit keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen. FĂŒr Patienten, bei denen bereits eine Leberzirrhose diagnostiziert wurde, gilt diese EinschrĂ€nkung jedoch nicht uneingeschrĂ€nkt: Betroffene sollten kein langes Fasten beginnen, nur um spĂ€tes Essen zu vermeiden.

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