Leitungswasser: Natriumgrenzwert liegt bei 200 mg/ l – Städte deutlich darunter
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 08:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Qualität des Leitungswassers in Deutschland unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Ein relevanter Parameter ist dabei der Gehalt an gelösten Mineralstoffen, insbesondere an Natrium.
Laut der deutschen Trinkwasserverordnung beträgt der Natriumgrenzwert im Trinkwasser 200 mg/l. Natürliches Wasser enthält je nach Geologie unterschiedlich viel Natrium, da das Wasser beim Durchströmen verschiedener Gesteins- und Erdschichten Mineralien aufnimmt.
Grenzwerte und Kriterien für natriumarme Ernährung
Der Grenzwert von 200 mg/l stellt sicher, dass Trinkwasser für die allgemeine Bevölkerung bedenkenlos konsumiert werden kann. Für bestimmte Verbrauchergruppen existieren jedoch deutlich strengere Orientierungswerte.
Als natriumarm gilt Wasser mit einem Gehalt von unter 20 mg/l. Dieselbe Schwelle von unter 20 mg/l greift auch bei Mineralwasser, das speziell für eine natriumarme Ernährung deklariert wird. Solche Werte sind unter anderem für Menschen relevant, die aus gesundheitlichen Gründen auf eine reduzierte Natriumaufnahme achten müssen.
Bundesweiter Durchschnitt und regionale Bandbreite
In der Praxis bleibt das Trinkwasser in weiten Teilen Deutschlands deutlich unter dem gesetzlich zulässigen Höchstwert. Der bundesweite Mittelwert des Natriumgehalts im deutschen Leitungswasser liegt bei 28,9 mg/l. Damit wird der Grenzwert von 200 mg/l im Durchschnitt um ein Vielfaches unterschritten, wenngleich der Wert über der Schwelle für natriumarme Kost liegt.
Der Grenzwert für Natrium im Trinkwasser liegt bei 200 mg/l, natriumarm ist Wasser erst unter 20 mg/l — und der bundesweite Mittelwert von 28,9 mg/l liegt genau dazwischen. Wie Sie den Wert für Ihren Wohnort einordnen und was Ihre Enthärtungsanlage damit macht, zeigt dieser kostenlose Leitfaden Schritt für Schritt. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Da die Beschaffenheit des Grundwassers stark von den lokalen Bodenverhältnissen geprägt ist, ergeben sich zwischen einzelnen Städten teils erhebliche Unterschiede:
- MĂĽnchen verzeichnet einen Wert von 5,6 mg/l und liegt damit tief im natriumarmen Bereich.
- In Kassel beläuft sich der Gehalt auf 13,5 mg/l.
- In Duisburg liegt der Messwert bei 25,7 mg/l.
- FĂĽr Berlin werden Werte von 38,0 mg/l beziehungsweise rund 37 mg/l angegeben.
Trotz der regionalen Schwankungen halten alle genannten Städte den Höchstwert der Trinkwasserverordnung mit großem Sicherheitsabstand ein.
Einfluss von Wasserenthärtungsanlagen im Haushalt
Neben den geologischen Ursachen kann auch die nachträgliche Aufbereitung im Gebäude den Mineralstoffgehalt beeinflussen. In Gebieten mit hartem Wasser kommen häufig technische Anlagen zum Einsatz, um Kalkablagerungen in Rohrleitungen und Haushaltsgeräten zu verringern.
Eine Ionenaustausch-Enthärtung hebt den Natriumgehalt um 8,2 mg/l je entferntem Grad deutscher Härte — bei sehr hartem Wasser also deutlich mehr, als viele Haushalte vermuten. Wer täglich auf seine Natriumaufnahme achtet, sollte seine Anlage deshalb einmal konkret nachrechnen. Die Anleitung dazu plus natriumarme Alternativen finden Sie im kostenlosen Leitfaden. Prüfanleitung für Ihre Anlage sichern
Dabei ist das Funktionsprinzip der Geräte ausschlaggebend: Eine Ionenaustausch-Enthärtung erhöht den Natriumgehalt um 8,2 mg/l je entferntem Grad deutscher Härte. Zudem können Ionenaustauscher den Gehalt um bis zu 46 mg/l je mmol reduzierter Härte erhöhen.
Bei sehr hartem Ausgangswasser kann eine intensive Enthärtung über Ionenaustauscher den Natriumanteil im Trinkwasser somit messbar steigern, selbst wenn das gelieferte Leitungswasser der Wasserwerke zuvor nur geringe Werte aufwies.
