LG-Monitor-Skandal, Microsoft

LG-Monitor-Skandal: Microsoft erzwingt McAfee-Pop-up-Stopp

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 13:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

LG schaltet aufdringliche McAfee-Werbung auf High-End-Monitoren ab. Microsoft bestätigt den Erfolg nach öffentlicher Kritik und Social-Media-Druck.

LG deaktiviert McAfee-Pop-ups auf Gaming-Monitoren nach Microsoft-Druck
Schlanker High-End-Gaming-Monitor in professionellem Home-Office mit sauberem Desktop-Display. Illustration mit AI erstellt ĂĽbermittelt durch boerse-global.de

Der Software-Riese hat sich durchgesetzt: LG schaltet die lästigen McAfee-Pop-ups auf seinen High-End-Gaming-Monitoren ab. Das bestätigte Microsoft-Vizepräsident Pavan Davuluri am Donnerstag.

Werbung per Windows-Update eingeschleust

Der Ärger begann mit dem LG Monitor App Installer. Das Programm wurde heimlich über die Windows-Update-Infrastruktur auf die Rechner der Nutzer gespielt. Einmal installiert, bombardierte die Software die Anwender mit Aufforderungen, eine McAfee-Testversion abzuschließen.

Besonders dreist: Das Portal Gamers Nexus testete den LG UltraGear 34GX900A-B – ein Monitor für rund 1.100 Euro – und stellte fest: Bei 31 von 32 Systemstarts erschien das McAfee-Pop-up. Auch die Modelle 45GX950-B und 32GS95UE-B waren betroffen.

LG verteidigte sich zunächst: McAfee sei optional und werde nie ohne Zustimmung installiert. Doch Kritiker konterten: Der Installer selbst landete ohne Erlaubnis auf den Rechnern. Datenschützer monierten zudem, dass die LG-App weitreichende Zugriffe verlangte – auf Standortdaten, Geräteinformationen und Online-Aktivitäten.

Vom Reddit-Thread zum Konzern-Eingriff

Die Welle der Empörung wuchs rasant. Am 19. Juli schaltete sich Epic-Games-CEO Tim Sweeney öffentlich ein und markierte Microsoft-Manager Davuluri auf Social Media. Ein Reddit-Thread zum Thema erreichte über 285.000 Aufrufe – und die Bewertung des LG Monitor App Installers stürzte ab.

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Bereits zwei Tage später arbeitete Microsoft nach eigenen Angaben an einer Lösung. Am 24. Juli dann die Bestätigung: LG habe zugesagt, die McAfee-Pop-ups zu deaktivieren. Branchenbeobachter wiesen darauf hin, dass Apples macOS keine vergleichbare automatische Verteilungs-Pipeline für Drittanbieter-Software besitzt.

Der Vorfall befeuert die Betatte um Windows Defender: Reicht Microsofts eigene Sicherheitslösung nicht völlig aus? Für viele Profi-Anwender wirken die Testversionen von Drittanbietern schlicht überflüssig und aufdringlich.

LG räumt im ganzen Software-Ökosystem auf

Die Werbe-Aktion bei den Monitoren ist nicht der einzige Reinigungsprozess bei LG. Nur zwei Tage zuvor, am 22. Juli, verbot der Konzern Smart-TV-Apps, die sogenannte Residential-Proxy-SDKs nutzen.

Der Hintergrund: Die Firma Spur hatte aufgedeckt, dass über 42 Prozent der Apps auf LGs webOS-Plattform solche Entwicklungskits enthielten. Sie machten die Fernseher der Verbraucher zu Proxy-Knoten für Internet-Traffic. LG-Senior-Vizepräsident John Taylor betonte, diese Nutzung sei nie beabsichtigt gewesen. Apps, die die SDKs nicht entfernen, droht die Sperrung. Der Anbieter Bright Data verteidigt die Technologie mit Verweis auf das Opt-in-Modell.

Zusätzlich steht LG wegen der Datenschutzbestimmungen von webOS 26 in der Kritik. Dort sollen Nutzer verpflichtet werden, Gäste darauf hinzuweisen, dass die Sprachsteuerung des Fernsehers ihre Stimmen aufzeichnen könnte. LG betont: Die Aufzeichnung sei optional und standardmäßig deaktiviert.

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Microsoft gibt Nutzern mehr Kontrolle

Während Microsoft bei Drittanbietern aufräumt, lockert es auch eigene Vorgaben. Am 24. Juli führte der Konzern in den Windows-Insider-Builds eine neue option ein: Die dedizierte Copilot-Taste lässt sich jetzt deaktivieren oder umbelegen.

Die „Do nothing“-Funktion reagiert auf Nutzer, die die verpflichtende Taste als störend empfanden. Zusammen mit dem Eingreifen im LG-Fall zeichnet sich ein Trend ab: Microsoft scheint unerwünschtes Software- und Hardware-Verhalten im Windows-Ökosystem stärker einzudämmen.

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