LibreOffice in Schleswig-Holstein: Standard auf allen VerwaltungsarbeitsplÀtzen
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deBayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie WĂ€hler) und Schleswig-Holsteins Digitalminister sowie Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter (CDU), haben in Berlin eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die beiden BundeslĂ€nder streben kĂŒnftig eine engere Zusammenarbeit bei offenen IT-Lösungen an, um gemeinsam herstellerunabhĂ€ngige Software sowie entsprechende IT-Infrastrukturen voranzutreiben.
Digitale SouverÀnitÀt als zentrales Motiv
Ziel der getroffenen Vereinbarung ist nach Angaben der Kieler Staatskanzlei die StĂ€rkung der digitalen SouverĂ€nitĂ€t innerhalb der öffentlichen Verwaltung. Hintergrund der Allianz ist die zunehmende Sorge vor einer zu groĂen AbhĂ€ngigkeit von externen IT-Konzernen, insbesondere von Anbietern aus den USA. Als Ausweg setzen beide LĂ€nder verstĂ€rkt auf europĂ€ische Software und quelloffene Systeme.
Schrödter unterstrich, dass die staatliche SouverĂ€nitĂ€t untrennbar damit verknĂŒpft sei, kritische digitale Infrastrukturen selbst zu kontrollieren und die Hoheit ĂŒber öffentliche Daten vollstĂ€ndig zu behalten.
Mehring hob hervor, dass eine Kooperation mit internationalen Technologiekonzernen kĂŒnftig ohne einseitige AbhĂ€ngigkeiten gestaltet werden mĂŒsse. Wer ĂŒber keine Ausweichmöglichkeiten verfĂŒge, sei ausgeliefert. Es gehe bei der gemeinsamen Initiative daher um echte Wahlfreiheit und nicht um eine prinzipielle Abschottung.
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Umsetzungsstand in Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein hat den Umstieg auf quelloffene Alternativen bereits weitreichend umgesetzt. Wie ein Sprecher der Landesregierung mitteilte, dient die Open-Source-Anwendung LibreOffice inzwischen auf 100 Prozent der ArbeitsplÀtze in der Landesverwaltung als Standardlösung. Lediglich auf etwa 20 Prozent der Rechner seien punktuell noch einzelne proprietÀre Lizenzen wie Excel oder Word im Einsatz.
Insgesamt werden 80 Prozent der behördlichen ArbeitsplĂ€tze im nördlichsten Bundesland nicht mehr ĂŒber Microsoft betrieben. Die Landesverwaltung stĂŒtzt sich stattdessen auf das Betriebssystem Linux und LibreOffice. Innerhalb der Kieler Staatskanzlei arbeiten die mehr als 200 BeschĂ€ftigten bereits seit September 2026 nahezu ausnahmslos auf Basis von Linux.
Zielmarken im Bund-LĂ€nder-Vergleich
Auch auf bayerischer Seite werden nun verbindliche Schritte fĂŒr den Umstieg eingeleitet. Im bayerischen Digitalministerium sollen bis zum 31. MĂ€rz 2027 insgesamt 20 Prozent der BeschĂ€ftigten ausschlieĂlich mit alternativen Programmen ausgestattet sein.
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Die bayerisch-schleswig-holsteinische Kooperation knĂŒpft an ĂŒbergeordnete Absprachen der BundeslĂ€nder an. Bereits im Dezember 2025 hatte die MinisterprĂ€sidentenkonferenz beschlossen, dass alle LĂ€nder bis zum 31. MĂ€rz 2027 digital souverĂ€ne Alternativen in ihren Verwaltungen zur VerfĂŒgung stellen mĂŒssen.
