LightSpy-Spyware: Chinesische Malware greift in 13 Ländern an
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 15:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Die Spyware LightSpy hat ihre Angriffe massiv ausgeweitet und trifft mittlerweile Opfer in mindestens 13 Ländern. Zeitgleich stuft das BSI eine kritische Android-Sicherheitslücke als akute Bedrohung ein.
Modulare Spionage-Software mit Fernlösch-Funktion
Die einer chinesischen Gruppierung zugeschriebene Malware LightSpy gilt als hochgradig modular. Sie stiehlt Standortdaten, Chat-Protokolle, Screenshots und Passwörter von infizierten Geräten. Besonders brisant: Neue Funktionen erlauben die Fernlöschung von Geräten und die Infektion von Routern im angegriffenen Netzwerk.
Die Angriffsinfrastruktur umfasst schätzungsweise 117 Server weltweit. Betroffen sind neben den USA auch mehrere NATO-Mitglieder. Ein kurioses Detail der Ermittlungen: Die Rückverfolgung zu einem chinesischen Auftragnehmer gelang Analysten durch die Identifizierung einer KFC-Essensbestellung.
BSI warnt vor kritischer Kernel-Lücke bei Google Pixel
Parallel zur Spionagekampagne wurde eine schwerwiegende Schwachstelle im Android-Betriebssystem bekannt. Die Sicherheitslücke mit der Kennung CVE-2026-0163 betrifft alle Google-Pixel-Modelle seit 2021. Angreifer können über den Treiber „vpu_ioctl.c" aus der Ferne erweiterte Systemrechte erlangen.
Google selbst bewertet das Risiko als hoch. Das BSI empfiehlt die unverzügliche Installation des August-Sicherheitspatches, der die Lücke schließt.
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Samsung rollt Updates für 50 Schwachstellen aus
Auch Samsung-Nutzer sollten wachsam sein. Der Hersteller verteilt derzeit einen Sicherheitspatch für August, der rund 50 identifizierte Schwachstellen behebt. Parallel läuft ein Google-Play-Systemupdate.
Das Update ist zwischen 167 KB und 18 MB groß. Die Anzeige in den Systemeinstellungen bleibt bei vielen Geräten jedoch auf dem 1. Juli stehen – laut Branchenberichten ist das von Google so vorgesehen und kein Zeichen für ein fehlgeschlagenes Update.
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KI-gestützte Angriffe: BSI plant neues Sicherheitsinstitut
Die Bedrohungslage verschärft sich zusätzlich durch künstliche Intelligenz. Das BSI und der Verfassungsschutz beobachten eine Zunahme von KI-unterstützten Cyberangriffen. Tests zeigten: Verschiedene KI-Modelle namhafter Anbieter können Unternehmen bereits erfolgreich angreifen.
Staatliche Stellen planen deshalb ein dediziertes KI-Sicherheitsinstitut in Deutschland. Während neue quelloffene Modelle aus China als Alternative zur US-Abhängigkeit diskutiert werden, mahnen Experten zur Vorsicht – integrierte Hintertüren in solcher Software seien nicht auszuschließen.
