Lithium in Nahrungsergänzungsmitteln: BVL warnt vor Vergiftungsgefahr
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Überwachung des Marktes für Nahrungsergänzungsmittel steht vor anhaltenden Herausforderungen, insbesondere durch den grenzüberschreitenden Onlinehandel. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wies Ende August 2026 mit Nachdruck darauf hin, dass der Stoff Lithium innerhalb der Europäischen Union für Nahrungsergänzungsmittel nicht zugelassen ist.
Die Behörde warnte zugleich vor entsprechenden Erzeugnissen, die über digitale Vertriebswege vertrieben werden und erhebliche Gefahren für die menschliche Gesundheit darstellen können.
Rechtliche Rahmenbedingungen in der Europäischen Union
Für Nahrungsergänzungsmittel gilt im europäischen Binnenmarkt ein striktes Harmonisierungsrecht, das festlegt, welche Mineralstoffe und Vitamine überhaupt zugesetzt werden dürfen.
Das BVL verwies in seiner Klarstellung auf die Richtlinie 2002/46/EG sowie auf Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006. In diesen rechtlichen Verzeichnissen ist Lithium nicht aufgeführt. Eine Verwendung als Zutat in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln ist damit unzulässig.
Trotz dieser eindeutigen Rechtslage gelangen immer wieder Präparate über Plattformen im Internet in den Umlauf. Nach Angaben der Behörde bewerben Händler die illegalen Produkte häufig mit Heilsversprechen oder suggestiven Aussagen wie einer Förderung der neuronalen Gesundheit sowie dem Erreichen mentaler Klarheit.
Solche Werbeaussagen zielen gezielt auf Verbraucher ab, die ihre kognitiven Fähigkeiten unterstützen möchten, bergen jedoch erhebliche Täuschungs- und Gefahrenpotenziale.
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Mögliche Vergiftungssymptome und akute Gesundheitsgefahren
Der Konsum von nicht zugelassenen Lithium-Mitteln birgt laut BVL akute Risiken für den menschlichen Organismus. Da der Stoff eine geringe therapeutische Breite aufweist, können bereits geringfügige Überdosierungen zu Vergiftungserscheinungen führen.
Zu den beobachteten Symptomen gehören ein starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen sowie Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen, die in der Folge zu einer Austrocknung des Körpers führen können.
Darüber hinaus schädigt eine toxische Wirkung das zentrale Nervensystem. Als typische Anzeichen gelten Zittern, Muskelschwäche, Schwindel sowie Verwirrtheit. In besonders schweren Fällen drohen gravierende neurologische Ausfälle: Das Spektrum reicht von zerebralen Anfällen über den Eintritt eines Komas bis hin zu tödlichen Verläufen.
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Herausforderungen bei der Marktüberwachung
Die Warnung verdeutlicht die Problematik, mit der Kontrollbehörden beim Schutz von Verbrauchern konfrontiert sind. Während im stationären Handel standardisierte Kontrollen greifen, verlagern unregulierte Anbieter ihre Aktivitäten zunehmend in das Netz.
Verbraucher sollten bei Produktangeboten mit unklaren Inhaltsstoffen oder nicht verifizierten Gesundheitsversprechen äußerste Vorsicht walten lassen. Erzeugnisse, die nicht den verbindlichen europäischen Positivlisten entsprechen, dürfen im EU-Raum weder importiert noch an Endkunden abgegeben werden.

