Lithium-Präparate: BVL warnt vor Vergiftungsgefahr bei Online-Käufen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Produkte, die eine Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit oder die Unterstützung der neuronalen Gesundheit verzeichnen im digitalen Handel eine anhaltende Nachfrage. Doch nicht alle online angebotenen Präparate entsprechen den geltenden Sicherheitsstandards.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt vor lithiumhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln, die im Onlinehandel vertrieben werden. Die Präparate werden dort häufig mit Aussagen zu mentaler Klarheit und neuronaler Unterstützung beworben, bergen jedoch erhebliche gesundheitliche Risiken für die Anwender.
Fehlende EU-Zulassung für Nahrungsergänzungsmittel
Hintergrund der behördlichen Warnung ist nicht zuletzt der rechtliche Status des Stoffes im Lebensmittelrecht. In einer behördlichen Erinnerung vom 31. August 2026 wurde hervorgehoben, dass die Europäische Union Lithium für die Verwendung in solchen Mitteln nicht zugelassen hat.
Die rechtliche Grundlage bildet die europäische Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 über den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen sowie bestimmten anderen Stoffen zu Lebensmitteln. Gemäß Artikel 3 Absatz 1 dieser Verordnung dürfen Lebensmitteln nur solche Stoffe zugesetzt werden, die in den entsprechenden Verzeichnissen aufgeführt sind.
Anhang I der Verordnung listet dabei explizit 13 Vitamine und 17 Mineralstoffe auf. Lithium ist in dieser Positivliste nicht enthalten und darf Nahrungsergänzungsmitteln in der Europäischen Union daher nicht zugesetzt werden.
Risiken und akute Vergiftungserscheinungen
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Die Einnahme nicht zugelassener lithiumhaltiger Präparate ist mit gravierenden gesundheitlichen Gefahren verbunden. Nach Angaben des BVL können bei einer Aufnahme toxische Effekte auftreten. Zu den typischen Vergiftungsanzeichen zählen ein starker Durst und häufiges Wasserlassen. Darüber hinaus können gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen auftreten, die in der Folge zu einer Dehydrierung des Körpers führen können.
Zusätzlich warnt das BVL vor neurologischen und motorischen Symptomen:
* Zittern und Muskelschwäche
* Schwindelgefühle
* Zustände von Verwirrtheit
In besonders schweren Fällen kann eine Lithiumvergiftung lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Das Bundesamt weist darauf hin, dass hierbei zerebrale Anfälle, Koma und letztlich der Tod eintreten können.
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Der Vertrieb über das Internet erschwert häufig die Kontrolle nicht verkehrsfähiger Erzeugnisse, da Anbieter aus Drittstaaten oder unregulierte Händler die europäischen Vorgaben umgehen können. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Heils- und Wirkversprechen zu mentaler Fitness kritisch hinterfragt werden sollten.
Da Lithium eine pharmakologisch hochwirksame Substanz ist und eine sehr enge therapeutische Breite aufweist, birgt eine unkontrollierte Dosierung über frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel unkalkulierbare Gefahren für die Gesundheit.

