Long, COVID

Long COVID: Neues Modellprojekt fĂŒr bettlĂ€gerige Patienten

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 05:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Heidelberger Modellprojekt verbindet Telemedizin und Hausbesuche fĂŒr schwerstkranke PAIS-Betroffene und erhĂ€lt rund 400.000 Euro Landesförderung.

SEVERE-PAIS: Heidelberg erprobt Versorgung fĂŒr schweres Long COVID
Ein ruhiges, sonnendurchflutetes Schlafzimmer mit einem ordentlich gemachten Bett und leichtem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die medizinische Versorgung von Menschen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS), zu denen insbesondere Long COVID zÀhlt, stellt das Gesundheitssystem vor erhebliche strukturelle Herausforderungen.

WĂ€hrend fĂŒr leichtere VerlĂ€ufe zunehmend ambulante Angebote entstehen, bleibt eine spezifische Patientengruppe oft unterversorgt: Menschen mit schwersten KrankheitsverlĂ€ufen, die aufgrund ihrer Symptomatik hausgebunden oder vollstĂ€ndig bettlĂ€gerig sind. Ein Modellprojekt an der UniversitĂ€t Heidelberg widmet sich unter dem Namen SEVERE-PAIS dieser Problematik.

Strukturierte Betreuung fĂŒr hausgebundene und bettlĂ€gerige Patienten

Das Kernziel des Projekts SEVERE-PAIS ist die Entwicklung und Erprobung von Versorgungsstrukturen, die speziell auf die BedĂŒrfnisse von schwerstkranken Patienten zugeschnitten sind.

Diese Betroffenen sind hĂ€ufig nicht mehr in der Lage, Arztpraxen oder spezialisierte Ambulanzen aufzusuchen, was zu einer faktischen Unsichtbarkeit im medizinischen System fĂŒhrt. Das Vorhaben an der UniversitĂ€t Heidelberg setzt hier an, um den Zugang zu medizinischer Expertise und therapeutischer Begleitung sicherzustellen.

Die Versorgung innerhalb des Modellprojekts basiert auf zwei wesentlichen SÀulen: einer telemedizinischen Betreuung sowie aufsuchenden AnsÀtzen. Durch den Einsatz digitaler Kommunikationstechnologien können spezialisierte Mediziner mit den Patienten und deren Angehörigen in Kontakt treten, ohne dass ein physischer Transport in eine Klinik notwendig wird.

ErgĂ€nzt wird dies durch Konzepte, bei denen die medizinische Versorgung direkt im hĂ€uslichen Umfeld der Betroffenen stattfindet. Dieser kombinierte Ansatz soll eine kontinuierliche Überwachung des Krankheitsverlaufs ermöglichen und die LebensqualitĂ€t der Patienten stabilisieren.

Landesförderung und politische Einordnung der Patientenversorgung

Das Land Baden-WĂŒrttemberg unterstĂŒtzt das Modellprojekt mit einer Fördersumme von rund 400.000 Euro. Diese finanziellen Mittel ermöglichen es der UniversitĂ€t Heidelberg, die notwendigen personellen und technischen KapazitĂ€ten fĂŒr die spezialisierte Betreuung bereitzustellen. Die Förderung unterstreicht die wachsende Bedeutung, die der Erforschung und Behandlung von Langzeitfolgen nach Infektionskrankheiten beigemessen wird.

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Im Rahmen der politischen Begleitung des Projekts wurde die Notwendigkeit betont, die Sichtbarkeit der schwer erkrankten Personen zu erhöhen. Petra Krebs, die fĂŒr die Fraktion der GrĂŒnen im Landtag von Baden-WĂŒrttemberg im Bereich Gesundheitspolitik tĂ€tig ist, hob zum Projektstart hervor, dass diese Gruppe der Schwerkranken bislang kaum wahrgenommen wurde.

Die parlamentarische Initiative zielt darauf ab, den Betroffenen zu signalisieren, dass ihre Situation erkannt wurde und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Versorgung eingeleitet werden.

Bedeutung fĂŒr die regionale und ĂŒberregionale Versorgungslandschaft

Die Ergebnisse des SEVERE-PAIS-Projekts könnten als Blaupause fĂŒr Ă€hnliche Initiativen in anderen Regionen dienen. Da die Versorgung von bettlĂ€gerigen PAIS-Patienten bundesweit als lĂŒckenhaft gilt, liefert die wissenschaftliche Begleitung durch die UniversitĂ€t Heidelberg wichtige Daten zur Wirksamkeit telemedizinischer und aufsuchender Modelle.

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Fachleute beobachten das Projekt mit Interesse, da es eine BrĂŒcke zwischen der hochspezialisierten universitĂ€ren Spitzenmedizin und der hĂ€uslichen Krankenpflege schlĂ€gt. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, inwieweit die im Rahmen von SEVERE-PAIS erprobten Strukturen in die Regelversorgung ĂŒberfĂŒhrt werden können, um eine langfristige und nachhaltige Betreuung fĂŒr Menschen mit postakuten Infektionssyndromen zu gewĂ€hrleisten.

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