Lp(a)-Medikament: Pelacarsen senkt Werte, hilft aber nicht
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Erwartungen an eine neue Generation von Medikamenten zur Behandlung erhöhter Lipoprotein(a)-Werte (Lp(a)) wurden durch aktuelle Studienergebnisse gedÀmpft.
Im Fokus steht dabei die Phase-III-Studie Lp(a)HORIZON des Schweizer Pharmakonzerns Novartis, die den primĂ€ren Endpunkt nicht erreichen konnte. Diese Entwicklung hat weitreichende Konsequenzen fĂŒr die Bewertung Ă€hnlicher Wirkstoffklassen und die Marktpositionierung konkurrierender Unternehmen.
Studienergebnisse und klinische Daten zu Pelacarsen
In der groĂangelegten klinischen Untersuchung wurden 8.323 Patienten beobachtet, die unter erhöhten Lp(a)-Spiegeln sowie einer etablierten kardiovaskulĂ€ren Erkrankung litten. Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von Pelacarsen bei der Reduktion schwerwiegender kardiovaskulĂ€rer Ereignisse nachzuweisen.
Wie aus Berichten vom Anfang September 2026 hervorgeht, konnte der Wirkstoff die Lp(a)-Konzentration im Blut der Probanden zwar deutlich senken, daraus resultierte jedoch kein messbarer klinischer Nutzen.
Wer seine Herzgesundheit proaktiv unterstĂŒtzen möchte, sollte die Bedeutung seiner Blutwerte genau kennen. Dieser kostenlose 25-seitige Report hilft Ihnen dabei, Ihre Laborwerte selbst zu verstehen und wichtige VitalstoffmĂ€ngel frĂŒhzeitig zu erkennen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt anfordern
Das Risiko fĂŒr Herzinfarkte, SchlaganfĂ€lle oder den kardiovaskulĂ€ren Tod wurde durch die Behandlung nicht signifikant verringert. Die detaillierten Ergebnisse dieser Studie sollen im Rahmen einer kommenden Fachkonferenz der Ăffentlichkeit prĂ€sentiert werden. Ein erhöhtes Aufkommen von Lp(a) gilt als bedeutender Risikofaktor fĂŒr Herzerkrankungen und betrifft nach SchĂ€tzungen rund 20 % der Weltbevölkerung.
Finanzielle Folgen und angepasste Umsatzerwartungen
Die Nachricht ĂŒber das Verfehlen des primĂ€ren Endpunkts fĂŒhrte zu unmittelbaren Reaktionen an den FinanzmĂ€rkten. Die Aktie von Novartis verzeichnete Kursverluste zwischen 3,3 % und fast 4 %. Noch deutlicher reagierte das Papier des Partners Ionis, dessen Aktie nach Bekanntwerden der Studiendaten nachbörslich um 10 % bis 12 % einbrach.
Analysten korrigierten in der Folge ihre Prognosen erheblich. WĂ€hrend Branchenexperten fĂŒr Pelacarsen zuvor einen Spitzenumsatz von 3 bis 6 Mrd. USD erwartet hatten, strichen Institute wie die ZKB ihre risiko-adjustierten Umsatzerwartungen in Höhe von bis zu 1,3 Mrd. USD vollstĂ€ndig.
Die Bank Vontobel senkte das Kursziel fĂŒr Novartis, verdoppelte jedoch im Gegenzug die SchĂ€tzung fĂŒr das Medikament Remibrutinib auf 2 Mrd. USD. Experten von JPMorgan wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass viele Patienten in der betroffenen Zielgruppe bereits mit bestehenden Therapien gut eingestellt seien.
Viele Menschen verlassen sich bei der Vorsorge allein auf Standarduntersuchungen, doch eine fundierte Interpretation der eigenen Daten ist entscheidend. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden von Vitalstoffexperte Dr. Ulrich Fricke, welche Werte fĂŒr Ihre Gesundheit wirklich ausschlaggebend sind. Gratis-Report: Blutwerte richtig deuten
Auswirkungen auf Amgen und den Wettbewerb
Das Scheitern von Pelacarsen belastete auch andere Unternehmen, die an Àhnlichen TherapieansÀtzen arbeiten. Die Aktie von Amgen gab im US-Handel deutlich nach und verlor nach den Neuigkeiten rund 9,36 % an Wert, was einem Kurs von 396,08 USD entsprach.
Amgen entwickelt mit Olpasiran derzeit ein vergleichbares PrĂ€parat, das in der Phase-III-Studie OCEAN(a)-Outcomes geprĂŒft wird. Analysten der UBS merkten dazu an, dass Olpasiran bei einer Reduktion von etwa 15 % eine statistische Signifikanz erreichen könnte.
Auch andere Akteure im Sektor verzeichneten RĂŒckgĂ€nge. Die Aktie von Eli Lilly fiel um 1,42 % auf 1.132,99 USD. Das Unternehmen verfolgt Ă€hnliche Therapieziele, nutzt dabei jedoch eine andere technologische Basis. Silence Therapeutics verzeichnete einen KursrĂŒckgang von 3,74 % auf 14,04 USD.
Marktbeobachter von Oddo BHF sehen durch den Ausgang der Novartis-Studie ein grundsĂ€tzliches Risiko fĂŒr die Erfolgsaussichten Ă€hnlicher Wirkstoffklassen, da die Korrelation zwischen der Senkung des Lp(a)-Spiegels und dem tatsĂ€chlichen klinischen Nutzen nun kritischer hinterfragt wird.
