Lumma-Stealer, Malware

Lumma-Stealer: Malware nutzt Film-Hype zur Wallet-Plünderung

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 21:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle verteilen getarnte Schadsoftware über gefälschte Film-Downloads. Der Lumma-Stealer zielt auf Krypto-Wallets und Zugangsdaten und umgeht teils die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Lumma-Stealer: Neue Malware-Kampagne nutzt „The Odyssey“-Kinostart für Datendiebstahl
Ein Computermonitor zeigt eine Warnung vor einem verdächtigen Dateidownload in einem dunklen, professionellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Malware-Kampagne, die den Filmstart von „The Odyssey“ ausnutzt, um den Lumma-Stealer zu verbreiten. Betroffen sind vor allem Nutzer illegaler Streaming- und Download-Angebote.

Falsche Downloads als Einfallstor

Seit dem Kinostart des Blockbusters am 16. Juli ist der Film noch auf keinem offiziellen Streaming-Portal verfügbar. Genau diese Lücke nutzen Cyberkriminelle: Sie verteilen gefälschte „WEBRip“- und „Blu-ray“-Torrents auf Piraterie-Seiten. Bitdefender-Forscher entdeckten dabei Dateien mit Namen wie „the odyssey 2160phd (2026) engsubs eztv.exe“.

Die Dateien tarnen sich als Videodateien, sind in Wahrheit aber Windows-Programme. Besonders tückisch: Die Standardeinstellung von Windows 11 blendet bekannte Dateiendungen aus – der gefährliche „.exe“-Zusatz bleibt für viele Nutzer unsichtbar. Ein Klick genügt, und der Lumma-Stealer beginnt mit dem Datendiebstahl.

Anders als klassische Schadsoftware, die dauerhaft auf dem Gerät verweilt, setzt die aktuelle Version auf schnelle Datenexfiltration. Die gestohlenen Informationen wandern direkt an Kommando-Server wie auditva[.]cyou und logmabx[.]click.

Digitale Geldbörsen im Visier

Der Stealer zielt gezielt auf Kryptowährungs-Wallets, gespeicherte Browser-Zugangsdaten und Zwei-Faktor-Authentifizierungs-Erweiterungen. Durch den Diebstahl von Session-Cookies kann die Malware sogar Multi-Faktor-Authentifizierung umgehen. Auch Kreditkartennummern und digitale Vermögenswerte aus Browser-Wallets sind betroffen.

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Die Kampagne erinnert an eine ähnliche Aktion aus dem Jahr 2025 rund um „Mission: Impossible – The Final Reckoning“. Bereits Ende Juli hatten Kaspersky-Experten vor gefälschten Streaming-Portalen gewarnt, die legitime Plattformen nachahmen, um Bankdaten abzugreifen.

Das Ausmaß ist erheblich: Piraterie-Seiten verzeichneten 2024 rund 247 Milliarden Besuche. Branchenanalysten schätzen, dass fast jeder fünfte Nutzer illegaler Streaming-Angebote mit Malware infiziert wird. Der durchschnittliche Schaden liegt bei umgerechnet rund 2.000 Euro pro Betroffenem – durch gestohlene Gelder oder Kosten für die Datenwiederherstellung.

Neue Generation von Datendieben

Die Lumma-Stealer-Kampagne ist nicht der einzige neue Bedrohungstrend. Anfang August entdeckten Forscher den Remus-Infostealer, der eine „EtherHiding“-Technik einsetzt. Diese Malware nutzt einen Ethereum-Smart-Contract als „Dead-Drop-Resolver“ für ihre Kommando-URLs – das macht die Infrastruktur für Ermittler schwerer zu zerschlagen.

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Parallel dazu kursiert der Python-basierte Vanta Stealer, der es auf Gaming- und Social-Media-Zugangsdaten abgesehen hat. Über trojanisierte Installer von gecrackter Software und Game-Cheats verbreitet, zielt er auf Sitzungen von Steam, Roblox und Discord sowie VPN-Konfigurationen und Kryptodaten.

Der Anstieg spezialisierter Tools folgt auf die Zerschlagung des RedLine-Stealer-Netzwerks während der Operation Magnus Ende 2024. Trotz internationaler Polizeiaktionen füllen neue Varianten und Konkurrenten weiterhin den Markt für gestohlene Zugangsdaten – ein Katz-und-Maus-Spiel ohne Ende.

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